Streaming-Tipps (21. Mai 2019)

In meinem Newsletter schicke ich schon bis jetzt (fast) jede Woche jeweils einen Streaming-Tipp für Kinder und Eltern mit – Neuerscheinungen oder Fundstücke auf Netflix oder Amazon Prime, gelegentlich auch ganz Filme, die ohne Abo kostenfrei erreichbar sind. Auf diese Filme (aber nicht immer die gleichen) möchte ich auch hier im Blog hinweisen, im Wechsel mit Hinweisen auf Neuerscheinungen auf DVD und Blu-ray.

Pettersson und Findus – Findus zieht um

Der dritte Realfilm um Pettersson und seinen (computeranimierten, sprechenden) Kater Findus bezieht sich wieder eng auf die Vorlagen von Sven Nordqvist – das ist niedlich und für Fans der beiden Figuren wahrscheinlich eine große Freude, aber, wie Falk Straub fand, nicht unbedingt ganz und gar überzeugend:

Animationen und Rückprojektionen könnten ebenso besser sein, wie das Drehbuch mutiger. Thomas Springer hat sich abermals zweier Vorlagen bedient […]. Statt einen breit angelegten Handlungs- und Spannungsbogen daraus zu formen, verliert sich auch Realfilm Nummer 3 in Nummernrevuen voll leidlich inspirierter Running Gags.

(FSK 0, empfohlen ab 5 Jahren – amazon Prime)

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Andreas Steinhöfels Bücher über den tiefbegabten Rico und den hochbegabten Oskar sind wunderbare Berlinromane, Kleinode, Kinderkrimis, alles auf einmal. Man kann sie schier nicht genug lobpreisen. Die Verfilmungen sind kaum minder großartig (der erste hat mich weggeweht), und nun ist endlich auch der dritte Film (den ich hier öffentlich gut fand) bei Netflix, wo man auch die ersten beiden Filme finden kann.

(FSK 0, empfohlen ab 9 Jahren – Rico, Oskar und der Diebstahlstein auf Netflix)

Empfehlung für die Eltern: Blues Brothers

“We’re putting the Band back together!” Wer die irren und wirren Abenteuer der Blues Brothers noch nicht kennt, sollte das jetzt stante pede nachholen – und sei es nur wegen der tollen Musik und der großartigen Musiker_innen oder wegen der wichtigen Nebenrolle von Carrie “General Organa” Fisher. (Netflix)

(Blues Brothers auf Netflix)

Kurzfilm zum Wochenende: Bei mir zu Haus (2015)

Phuong Mai Nguyens Kurzfilm Chez moi erzählt ganz ohne Worte eine große Geschichte: Der kleine Hugo lebt mit seiner Mutter allein, aber auf einmal ist da in ihrem Haus ein Mann – vielleicht bald sein Stiefvater, jedenfalls ein Wesen mit Vogelkopf, Vogelbeinen und Flügeln, dessen Federn bald überall herumfliegen: Fremd, faszinierend, invasiv, unverständlich. In Gestus wie Animation feinfühliger Film voller kleiner Schmerzmomente. (via)

Schönes Wochenende!

Das tapfere Schneiderlein (1956)

Dies ist eine Wunschkritik – ausgewählt von den Fördermitgliedern des Kinderfilmblogs bei Steady und zwei Wochen exklusiv für diese verfügbar. Du willst auch mitentscheiden? Werde jetzt Mitglied!

„Genug geflennt!“ Da weist nicht etwa die böse Stiefmutter ein trauriges Kind zurecht, in diesem Märchen macht die aufbrausende Prinzessin ihrem Vater klar, dass ihr sein Gejammer zu viel wird. Und so ganz genau weiß man auch gar nicht, was es denn zu beklagen gibt – keine der Gefahren für‘s Königreich, denen er das tapfere Schneiderlein aussetzt, scheint wirklich soo akut gefährlich zu sein.

Aber der Reihe nach. Die wenig harmonische Königsfamilie ist ja nicht die einzige Besonderheit von Helmut Spieß‘ Märchenverfilmung aus dem Jahr 1956. Zunächst und vor allem ist Das tapfere Schneiderlein der erste große Märchenfilm der DEFA, der sich primär an Kinder richtete: Die Geschichte vom kleinen Muck (1953) und vor allem Paul Verhoevens Das kalte Herz (1950), die womöglich noch etwas erfolgreicher waren und bekannter sind, hatten noch keine so klare Zielgruppe, waren eher Märchen für Erwachsene, die sich auch für Kinder eigneten. „Das tapfere Schneiderlein (1956)“ weiterlesen

Neu im Kino: 16. Mai 2019

Soweit es Kinoneustarts gibt, stelle ich sie hier kurz vor – fast immer mit Trailer und in der Regel mit einer kurzen Einschätzung – entweder verweisend auf meine eigene ausführliche Kritik oder auf die Einschätzung einer Kollegin oder eines Kollegen.

Urfin – Der Zauberer von Oz

Der russische Animationsfilm (FSK 0) basiert lose auf den Erzählungen von Alexander Wolkow, insbesondere auf Der schlaue Urfin und seine Holzsoldaten (Wikipedia). Ich kenne die Geschichten nicht wirklich gut, aber die/der Autor_in von moviejones.de verbindet damit wohl viel – und war nicht amüsiert über das filmische Ergebnis, das jetzt in die Kinos kommt:

Im Zuge des Imports und in der Hoffnung auf eine bessere Vermarktbarkeit wurde einfach komplett ignoriert, wo die Geschichte [der Originalbücher] eine besondere Bedeutung hat. So unterscheidet sich Wolkows Geschichte von [L. Frank] Baums [The Wizard of Oz] nicht nur im Inhalt, sondern auch den Figuren und Bezeichnungen. […] Mal kleinere, mal größere Abweichungen, aber dennoch wichtig. In der deutschen Fassung von Urfin, der Zauberer von Oz wird die Herkunft hingegen ignoriert, die bereits veränderte Geschichte mit Versatzstücken von Ost und West zusammengeklebt und zusätzlich amerikanisiert. Auf einmal tauchen Namen wie Oz, Dorothy oder Munchkins auf, wobei das Herzliche völlig auf der Strecke bleibt.

URFIN DER ZAUBERER VON OZ | Trailer & Featurette [HD]

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Karo und der liebe Gott

Mit einer sehr geringen Kopienzahl kommt dieser österreichische Film von 2006 (FSK 6) jetzt noch einmal ins Kino – man kann ihn allerdings auch ganz gewöhnlich kostenlos (mit Werbung) bei Netzkino sehen oder nicht so kostenlos z.B. bei amazon.de als Stream oder DVD erhalten.

Zum Kinostart hatte Marie Anderson über den Film, in dem ein Kind die Trennung seiner Eltern verarbeiten muss, eine ambivalente Meinung.

An neuen Wendungen oder Konstellationen hat der Film wenig zu bieten, und auch die Verkörperung Gottes als einer der Geringsten unter uns ist kein Novum […]. Sehr schön und für Kinder wohl durchaus verständlich ist jedoch die Entwicklung der niedlichen kleinen Hauptdarstellerin gestaltet, die schließlich in positive Veränderungen mündet, auch ohne dass ein Wunder geschieht […].

Das Kinderkinobüro hat auch pädagogisches Material zum Film gesammelt.

Karo und der liebe Gott – Trailer

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(Foto: 24 Bilder)

Auch Horror will angekündigt sein

Ein Anfang mit Schrecken: Nicht zum ersten Mal machte vor ein paar Wochen eine Meldung die Runde, in einem Kino in Großbritannien sei vor der Vorstellung eines Peppa-Wutz-Films „versehentlich“ u.a. die Vorschau zu dem Superhelden-Horrorfilm Brightburn gezeigt worden. Gleiche Geschichten hörte man aus anderen Ländern auch schon z.B. aus Vorstellungen von Peter Hase (als ob der nicht schon schrecklich genug wäre).

Was macht das mit meinem Kind? Nicht alle Kinder können mit Angstmomenten im Film (und noch dazu im alle Sinne überwältigenden Kino) gut umgehen; die Verstörung, die eine so unvorbereitete Konfrontation bewirken kann, ist anschließend unter Umständen nicht mit ein paar beruhigenden Gesprächen zu beseitigen.

Für kino-zeit.de habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was passiert, wenn Kinder unvorbereitet mit Bildern aus Horrorfilmen konfrontiert werden. Ich habe dabei Motive und Fragen wieder aufgenommen, mit denen ich mich vor einiger Zeit schon einmal auseinandergesetzt hatte, als es darum ging, ab welchem Alter Kinder eigentlich welche Horror- oder Gruselfilme sehen und genießen können.

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