Kurzfilm zum Wochenende: Der Ball (2010)

Ich poste hier in der Regel nur Kurzfilme, die auf Deutsch vorliegen oder gar keine gesprochene Sprache enthalten, aber diese und die kommende Woche weiche ich – hey, es ist Sommer! – von dieser Regel einmal etwas ab. Bei The Ball ist das schon deshalb kein großes Problem, weil (aus Gründen) kaum gesprochen wird – und da ist der Inhalt meist aus Tonalität und Kontext zumindest erahnbar. Den Rest können Eltern oder ältere Geschwister sicher auffüllen. Katja Roberts’ Film schafft in wenigen Minuten eine dichte Atmosphäre auf überschaubarem Raum – und am Ende öffnen sich zwei Außenseiter einander. Wer weiß, was dann noch passiert… (Bei kinofenster.de gibt es einen ausführlichen Text zum Film.)

The Ball – Short Drama – Bafta longlisted/multi award winning – Full Film

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Schönes Wochenende!

Neu im Heimkino: Juli 2019

In meinem Newsletter schicke ich (fast) jede Woche jeweils einen Streaming-Tipp für Kinder und Eltern mit – Neuerscheinungen oder Fundstücke auf Netflix oder Amazon Prime, gelegentlich auch ganz Filme, die ohne Abo kostenfrei erreichbar sind. Auf diese Filme (aber nicht immer die gleichen) möchte ich auch hier im Blog hinweisen, im Wechsel mit (wie heute) Hinweisen auf Neuerscheinungen auf DVD und Blu-ray. Links zu amazon sind Affiliate-Links; die Provision unterstützt die Arbeit am Blog hier ein wenig. Dankeschön!

Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten

Checker-Tobi sucht in Spielfilmlänge nach dem Ursprung und Urgrund des Lebens – in einer dicht mit Menschen bepackten indischen Großstadt und an den menschenleeren Hängen eines Vulkans. Das Fernsehformat funktioniert, trotz kleinerer Schwächen, auch in verlängerter Leinwandform sehr gut, auch wenn es manchmal etwas mehr in die inhaltliche Tiefe gehen könnte. Für junge Fans der Sendungen aber sicher eine hervorragende Wahl (FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren).

(amazon; gibt es auch schon bei amazon Prime)

Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten | Offizieller Trailer | Kinofilm

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The Lego Movie 2

Die Fortsetzung des überraschend wirklich großartigen Lego-Films schließt an die Handlung des ersten Films nur leicht zeitversetzt an – und transportiert Emmet, seine verehrte Wyldstyle und die anderen Legofiguren in ein postapokalyptisches Wüstenszenario, das nicht eben zufällig an Mad Max: Fury Road erinnert (seinerseits ein irrsinnig großartiger, absolut nicht kindertauglicher Film, der dann auch noch zig weitere Male zitiert wird – wie viele weitere Streifen auch: The Lego Movie 2 ist meta-filmisch bis zum Abwinken). Dann entführt eine Außerirdische Wyldstyle, Batman und einige andere, Emmet muss hinterher und dafür sein kindlich-positives Wesen gegen gehärtete Rücksichtslosigkeit austauschen… aber muss er das wirklich? The Lego Movie 2 verhandelt wie nebenher Männlichkeitskonzepte, das ist nicht besonders komplex und differenziert, macht aber immer noch viel Spaß (FSK 6, empfohlen ab 10 Jahren).

(amazon)

THE LEGO® MOVIE 2 – Offizieller Trailer #2 Deutsch HD German (2019)

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Tito, der Professor und die Aliens

Dieser italienische Film versteckt seine Science-Fiction-Elemente recht erfolgreich lange Zeit hinter dem Drama der zwei Waisenkinder Anita und Tito, die sich auf einmal unter der Obhut ihres anscheinend nicht besonders lebenspraktischen Onkels in der Wüste nahe Las Vages wiederfinden. Tito, der Professor und die Aliens stellt Fragen und geht sehr eigenwillige Wege – aber einfache Antworten kommen dabei jedenfalls nicht raus (FSK 0, empfohlen ab 8 Jahren).

(amazon, ab 27. Juli)

Tito, der Professor und die Aliens – offizieller Trailer – Kinostart am 28. März 2019

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(Foto: Warner Bros.)

Kurzfilm zum Wochenende: Faultier (2018)

Wer sich an die Faultier-Szene aus Zoomania erinnert (und wer könnte sie vergessen?), ahnt vielleicht schon, was die wunderbare Julia Ocker in ihrem Kurzfilm Sloth passieren lässt – es passt jedenfalls bestens zur entspannten Sommerferienzeit, die jetzt langsam auch im Süden Deutschlands anbricht oder wenigstens naht. (Gefunden bei mo&friese.)

Animanimals: Sloth

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Schönes Wochenende, schöne Ferien!

Neu im Kino: 11. Juli 2019

Soweit es Kinoneustarts gibt, stelle ich sie hier kurz vor – fast immer mit Trailer und in der Regel mit einer kurzen Einschätzung – entweder verweisend auf meine eigene ausführliche Kritik oder auf die Einschätzung einer Kollegin oder eines Kollegen.

Kleiner Aladin und der Zauberteppich

Dieser Animationsfilm hat keinerlei Bezug zur Geschichte um Aladdin und seine Wunderlampe, sondern erzählt von dem Schneidersohn Aladin (der im dänischen Original Hodja heißt), der in die weite Welt hinaus ziehen will, anstatt bei seinem Vater in die Lehre zu gehen. Sein Nachbar hilft dem Reisewunsch gerne mit einem fliegenden Teppich nach, wenn Aladin ihm dafür einen Gefallen tut – und so reist der Junge in die Stadt des Sultans, der seinerseits gerne einen solchen Zauberteppich hätte. Der Film basiert auf einem dänischen Kinderbuch aus den 1970er Jahren, aber leider ist die Umsetzung alles andere als modernisiert: Die Animation ist eher ungelenk, die “orientalischen” Bildwelten sehr, sehr stereotyp, Sprach- und Situationskomik wirken eher altbacken bis fad (oder völlig modern-anbiedernd deplatziert), und wer den zentralen Handlungstwist nicht zwanzig Meilen gegen den mit Ziegendung geschwängerten Wind riecht, hat wirklich nicht aufgepasst (FSK 0, empfohlen ab 5 Jahren).

KLEINER ALADIN UND DER ZAUBERTEPPICH Trailer Deutsch German (2019)

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Der Titelsong ist schlimmster Kinderpop-Schmarrn, hier bitteschön, zum Abgewöhnen:

Kleiner Aladin und der Zauberteppich ♫ Kinderfilme ♫ Titelsong von DONIKKL feat. Annika Preil (KIKA)

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(Foto: Little Dream Entertainment)

Pachamama (2018)

Es gibt nicht besonders viele Filme – von Kinderfilmen zu schweigen –, die wir in Deutschland regulär zu sehen bekommen, die eine spezifisch südamerikanische Sicht auf die Welt bringen. Interessanterweise hat sich das mit dem Wachstum von Netflix ein wenig geändert, wo es nun immer wieder Produktionen aus unterschiedlichen Teilen der Welt zu sehen gibt, die es sonst nie zu einem größeren Publikum in Deutschland geschafft hätten. (Aktuell ist dem Vernehmen nach zum Beispiel auch eine afrikanische Animationsserie in Vorbereitung, auf die ich mich freue.)

Mit Pachamama zeigt der Streaming-Anbieter nun eine Französisch-Kanadisch-Luxemburgische Koproduktion, entstanden allerdings aus einer Idee des argentinischen Regisseurs Juan Antin, der darin im Kern die Frage stellt: Wie haben es die Menschen zur Zeit der Inkas eigentlich erlebt, als die spanischen Conquistadores auf einmal in ihre Welt einfielen? Dafür begibt sich Antin auf eine ganz grundlegende Blickhöhe: Die Perspektive eines Jungen, wohl kurz vor der Pubertät, der aber wegen seiner auf sich selbst bezogenen Lebensperspektive im Konflikt mit seiner Dorfgemeinschaft steht.

Als ein Abgesandter des Inkas sich über die Opfergaben des Dorfes an „Pachamama“, Mutter Erde, lustig macht, und dann nicht nur ihre restlichen Essensvorräte, sondern auch noch ein Dorfheiligtum mitnimmt, um sie dem Herrscher zu präsentieren, macht Tepulpai sich auf den Weg – und erlebt dann Dinge, mit denen er wirklich nicht gerechnet hatte.

Pachamama versucht die Kultur und die religiöse Welt seiner Protagonist_innen in den Fokus zu rücken und ernst zu nehmen; dass es dabei gelegentlich ins Phantastische geht, verstärkt diesen Eindruck noch. Die Animation, eine Mischung aus 2D- und 3D-Techniken, nimmt sich, wie der Regisseur beschrieben hat, präkolumbianische Kunst der Andenregion als ästhetisches Vorbild, was sich sowohl in der Darstellung der Welt als auch im Design der Figuren deutlich niederschlägt. Ergänzt wird das durch entsprechende Musik, die beim Erscheinen der spanischen Eroberer auf einmal Klänge aus der Europäischen Renaissance ertönen lässt.

Ein bisschen schade ist es gleichwohl, dass trotz aller ästhetischen wie inhaltlichen Bezüge zu südamerikanischer Kultur die Story dann doch eher sehr bekannten Grundstrukturen folgt und weitgehend überraschungsfrei bleibt; ob das am Europäischen Einfluss in der Produktion liegt, insbesondere von Seiten des französischen Produzenten Didier Brunner, lässt sich dabei nicht klar sagen, zumal Brunner durchaus mit großem Feingefühl für kulturelle Unterschiede zum Beispiel die Kiriku-Filme, Brendan und das Geheimnis von Kells oder Ernest & Célestine produziert hat.

Was trotzdem bleibt: ein wunderschöner, mit 72 Minuten angenehm straff-kleiner Film, der große Weltgeschichte auf konkretes Erleben eindampft, so dass auch jüngere Grundschulkinder damit gut klarkommen werden. Dass die Spanier bei dieser Angelegenheit nicht besonders gut wegkommen, ist aus Sicht der Andenbewohner_innen auch sicher die historisch zutreffende Beobachtung.

Pachamama Film Trailer | Netflix

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Pachamama. Frankreich/Kanada/Luxemburg 2018. Regie: Juan Antin, 72 Min. FSK 6, empfohlen ab 6 Jahren. (Jetzt bei Netflix.)

Kurzfilm zum Wochenende: Log Jam (2013ff.)

Im “Klangfarben”-Programm des fabulösen Kurzfilm-Festivals mo&friese war in diesem Jahr ein kurzer Film von Alexei Alexeev zu sehen – eigentlich nur der Pilotfilm zu einer ganzen Reihe von Einminütern, die der Regisseur gemacht hat. Allesamt zeigen sie den Versuch von Hase, Bär und Wolf, gemeinsam im Wald zu musizieren – und immer kommt irgendetwas dazwischen. In seinem YouTube-Kanal hat Alexeev die Filme in einem 14-minütigen Video zusammengefasst.

Funny cartoons || Log Jam series (long version) || 14 minutes

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Schönes Wochenende!