Mary und die Blume der Hexen (2017)

Ihre Eltern haben viel zu tun, deshalb wurde Mary schon einmal zu ihrer Großtante Charlotte in das große Haus vorausgeschickt. Da hat sie nicht viel zu tun, und bei der Hilfe in Haus und Garten stellt sie sich leider recht ungeschickt an. Bei einem Spaziergang im benachbarten Wald führen sie zwei Katzen aus dem Dorf zu einer geheimnisvollen blauen Blume; der Gärtner ihrer Großtante erkennt in ihr die „Flieg-bei-Nacht“, die der Legende nach von Hexen wegen ihrer magischen Kräfte geschätzt und gesucht wird.

Bald darauf, dichter Nebel liegt über dem Wald, findet Mary im Wald, von einem Baum fast umwachsen, einen alten Besen; als sie versehentlich mit einer Blüte der „Flieg-bei-Nacht“ dagegen stößt, gibt diese eine blau leuchtende Substanz ab, die den Besenstiel mit magischer Kraft versieht – und eh sie sich’s versieht, fliegt sie auf dem Besen durch die Wolken und zu einer großen Gebäudeanlage im Himmel: der Endor-Universität für Magie.

An diesem Punkt könnte man meinen – Mary bekommt eine ausführliche Führung der Schule durch die Direktorin Madam Mumblechook, und erst einmal sieht alles schön und aufregend aus –, man habe es bei Mary und die Blume der Hexen mit einem Abklatsch von Harry Potter zu tun. Was natürlich schon allein deshalb nicht stimmt, weil Mary Stewart ihr Kinderbuch The Little Broomstick, auf dem der Film beruht, bereits 1971 veröffentlicht hat. Es stimmt aber auch deshalb nicht, weil die magische Universität und ihre Leiterin hier sehr schnell eine dunkle Seite zeigen: Mary braucht ihren Besen nicht für Quidditch, sondern um sich selbst und andere zu retten.

Der schöne Film von Hiromasa Yonebayashi kommt am 13. September 2018 in die deutschen Kinos; meine ausführliche Besprechung dazu findet sich drüben bei kino-zeit.de.

Mary und die Blume der Hexen Trailer Deutsch German (2018)

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(Foto: Peppermint Anime)

Elias – Das kleine Rettungsboot (2017)

So ein kleiner norwegischer Hafen ist natürlich ein feines Zuhause und Elias ist wohl ganz gerne dort Rettungsboot. Da kennen ihn alle, da ist er zuhause. Dann ist aber einmal wirklich schlechtes Wetter und gegen alle Ratschläge bricht Elias aus der „Behaglichen Bucht“ auf, ein größeres Schiff aus seiner Not zu befreien – und es gelingt ihm trotz aller Widrigkeiten. Aus solchen Taten werden Heldengeschichten geschrieben, und Küstenfähre Christina lädt ihn nicht nur zu einer Ehrenfeier nach Großhafen ein, sondern macht ihm dort auch noch ein Angebot: Ob er sich vorstellen könnte, zukünftig Rettungsboot im Großstadt-Hafen zu sein, wo mehr Arbeit, aber auch mehr Abenteuer auf ihn warten?

Mit etwas schlechtem Gewissen gegenüber seinen Freunden in der kleinen Stadt lässt Elias sich überreden – und ein sehr nettes Schiff namens Stella spielt für diese Entscheidung durchaus auch eine Rolle. In der großen Stadt geht es aber rauer zu als in der Provinz. Elias legt sich nicht nur mit ein paar kleinen frechen Schiffen an, sondern enttäuscht auch „ihre tiefschwimmende Hoheit“ Christina schließlich so sehr, dass er seinen Job wieder verliert. Aber dann kommt ein Moment, in dem er sich doch bewähren muss.

Wieder mal also ein Film mit belebten Maschinen, Pixar lässt grüßen – und ich frage mich doch: Wer wohnt eigentlich in den Häusern, für wen werden da Fische transportiert, wenn nicht für die Möwen? Ach, egal: Meine ausführliche Kritik von Elias – Das kleine Rettungsboot findet sich drüben bei kino-zeit.de.

Elias – Das kleine Rettungsboot – Trailer [HD] Deutsch / German (FSK 0)

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Foto: Polyband

Flucht und Integration: Sieben gute Kinderfilme zum Thema

Es ist jetzt schon wieder einige Monate her, dass der großartige Alexander Matzkeit mich fragt, ob ich mich nicht mit ihm über Kinderfilme unterhalten könnte, in denen die Themen Flucht, Migration und Integration eine zentrale Rolle spielen. Der Text, der aus unserem Telefonat entstand, ist nun schon seit einigen Wochen online, aber hat natürlich nichts an Aktualität eingebüsst: Sieben Kinderfilme zu Flucht und Integration.

Wer weitere Details zu den im Text besprochenen Filmen sucht, findet zu fast allen hier meine ausführlichen Kritiken und Links zu amazon, wo die Filme bestellt werden können:

Ausgangspunkt für unser Gespräch war übrigens diese sehr hilfreiche Liste von Kinderfilmen; für die Eltern hat Kollege Andreas Köhnemann für kino-zeit.de gerade anläßlich des World Refugee Day noch eine Liste mit neun sehr relevanten Dokumentarfilmen zusammengestellt, die sich des Themas Flucht und Vertreibung annehmen.

Allein unter Schwestern (2017)

Als 12-Jähriger hat man’s ja allgemein eh nicht leicht – frühpubertierend, das erste Mal verliebt, aber du weißt noch nix darüber, wie man das eigentlich anstellt mit der Liebe. Als wäre das alles noch nicht genug, will Kos (Julian Ras) auch noch Fußballkarriere machen, sein Vater liegt im Krankenhaus, die Mutter ist tot und das Hotel der Familie muss geschmissen werden…

Das Chaos, das am Beginn von Allein unter Schwestern zu besichtigen ist, hat zunächst den Charme vieler Familienkomödien: Der Vater (Frank Lammers), kettenrauchend und herzensgut, hält nur mühsam das zerfallende Haus in Betrieb und seine Töchter Libbie (Abbey Hoes), Briek (Bente Fokkens) und Pel (Linde van der Storm) im Zaum. Mit Kos versteht er sich noch am besten, aber als der, unter den aufmerksamen Augen eines Talentscouts, während eines Fußballfinales zum entscheidenden Elfmeter antritt, bricht er am Spielfeldrand zusammen: das Herz.

Viel Liebe, aber leider etwas unfokussiert: Meine ausführliche Filmkritik zu Allein unter Schwestern findet sich bei kino-zeit.de.

Allein unter Schwestern – Trailer HD

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(Foto: drei-freunde)

Es ist Zeit für einen neuen Newsletter

Ab sofort gibt es einen neuen Kinderfilmblog-Newsletter! Aktuelle Kinderfilmstarts, neue Trailer, wichtige Festivals und natürlich neue Kritiken im Blog und anderswo: Der Newsletter des Kinderfilmblogs soll eine regelmäßige Entscheidungshilfe dazu sein, welche Kinderfilme im Kino laufen, aber auch, welche tollen Streifen aktuell auf den Streaming-Plattformen zu sehen oder auf DVD und Blu-ray zu finden sind. Und natürlich weise ich darin auch auf Gewinnspiele und sonstige Aktionen hin, die hier im Blog zu finden sind.

Der Newsletter wird zunächst vor allem – aber nicht nur – auf neue Beiträge hier im Blog hinweisen und wird unregelmäßig dann versandt werden, wenn es entsprechende Neuigkeiten gibt.

Zur Anmeldung bitte hier entlang: https://kinderfilmblog.de/newsletter-anmeldung/

(Foto: “French Post Box” by openroads.com – Lizenz: CC BY 2.0 – Das ursprüngliche Foto wurde beschnitten.)

Der bessere Avatar: Drachenzähmen leicht gemacht

Als ich seinerzeit, im im Frühjahr 2010, in Paris Drachenzähmen leicht gemacht gesehen hatte (der dort etwas knapper und eleganter einfach Dragons hieß), saß der Gedanke in meinem Kopf schon fest: All das, was Avatar – Aufbruch nach Pandora hatte zeigen wollen und unter einem großen Berg technischer Kunstfertigkeit, vieler visueller Effekte und inhaltlicher Belang- und Einfallslosigkeit begraben hatte, das hatte dieser Film jetzt gerade gezeigt.

Und ich weiß nicht genau, warum ein Kinderfilm kann oder vielleicht einfach macht, was ein James Cameron-Behemoth nicht kann – außer vielleicht: Dass er eben leichtfüßiger agieren kann, die Erwartungen niedriger hängen. Und Verlogenheit im Kinderfilm oft noch einen extra schmierigen Geschmack hat.

Für kino-zeit.de habe ich das jedenfalls in meiner jüngsten Kolumne aufzudröseln versucht: Warum Drachenzähmen leicht gemacht der bessere Avatar ist.

(Foto: Paramount)