Statt Kinostarts: 19. März 2020

Dass es heute und in den nächsten Wochen keine neuen Kinostarts gibt, ist natürlich keine Überraschung – die Kinos haben ja geschlossen. #StayTheFHome gilt sowieso. Ich hatte schon am Dienstag ein paar Vorschläge gemacht, welche Filmangebote sich jetzt nutzen lassen, meine Übersicht über gute Kinderfilme bei Streaming-Anbietern ist leidlich aktuell.

Kollege Christian hat drüben auf kino-zeit.de heute auch noch sieben Kinderserien vorgestellt, “die auch Erwachsene begeistern können”, die eignen sich natürlich auch zur häppchenweisen Darbietung. Und, ganz ehrlich: Willkommen in Gravity Falls solltet auch Ihr Eltern Euch auf keinen Fall entgehen lassen.

(Direkt oder) Neu auf Video on Demand

Dass nun Filme direkt vom Kino (oder ohne Umweg über die große Leinwand) in Video-on-Demand-Plattformen wandern, ist eine ambivalente Angelegenheit; ich hoffe jedenfalls, dass damit den Kinos nicht dauerhaft das Wasser abgegraben wird. Andererseits freue ich mich, einige Filme so schon bald sehen zu können – und bin gespannt, welche Kinderfilme dieses Schicksal auch teilen. Für Trolls 2: Trolls World Tour (Trailer), der kommende Woche starten sollte, ist es zumindest vage angekündigt.

Ansonsten gibt es jedenfalls ab dieser Woche zwei Filme neu im Streaming, die sicher viele Augen aufleuchten lassen: Einmal Fritzi – Eine Wendewundergeschichte, ein wunderbarer deutscher Animationsfilm, den ich hier schon ausführlich gepriesen habe: Gewinner des Preis der deutschen Filmkritik als bester Kinderfilm 2019, nominiert für den Deutschen Filmpreis. Heute schon digital als Stream erwerbbar (amazon.de), ab morgen auch als DVD (amazon.de).

Morgen erscheint dann zunächst digital Die Eiskönigin 2 (amazon.de), damit ist sicher in dem einen oder anderen Haushalt das Wochenende quasi gesichert.

Ansonsten: Denkt an genug Bewegung für Euch und den Nachwuchs, wenn’s geht – mit angemessenem physischem Abstand – an der frischen Luft, ansonsten so gut wie möglich in der Wohnung. In diesem Twitter-Thread gibt es ein paar Vorschläge, und das Team von Coronapause sammelt hier Ideen.

(Foto: Weltkino)

Kinderfilme für die Virenzeit

Ich würde jetzt hier gerne einen tollen Artikel posten, voll mit Vorschlägen für die Zeit, die vor uns liegt – es gibt ja so viele, dass leitmedium schon eine Parodie darauf gepostet hat. Gerade erreicht mich die Pressemitteilung über einen ersten Corona-YouTube-Channel, und, naja, das nervt. Denn im Kern sind wir arbeitenden Menschen mit Kindern gerade vor allem damit beschäftigt, irgendwie den Alltag zu stemmen, nicht dauernd die Wand hoch zu laufen und abends so ins Bett zu kommen, dass wir den nächsten Tag auch noch schaffen. Und möglichst gesund zu bleiben. Da bleibt keine Zeit für Muße.

Mir geht es genauso, ich komme gerade so zum Nötigsten. Deswegen hier und jetzt nur erst einmal ein paar Links aus dem Kerngebiet dieses Blogs: Was gibt es an Filmen und Serien, die ich den Kindern kurzfristig anbieten kann? Ich werde dazu in den nächsten Tagen (und voraussichtlich Wochen) hoffentlich noch einiges ergänzen, aber fangen wir mal klein an.

Katherine hat hier verschiedene Medienangebote für Kinder zusammengetragen, bitte mal durchlesen; ich danke freundlich für die Erwähnung.

Steve hat im PC-Magazin mal ein paar Filme und Serien auf Netflix zusammengetragen, die er empfehlen würde; Kollege Stefan Stiletto hat sich außerdem für den filmdienst auch amazon Prime und die Kika-Mediathek angesehen, das ist ganz wunderbar.

Ich selbst habe auf kino-zeit.de neun Kinderfilme vorgestellt, “die mehr können als nur unterhalten“, voraussichtlich ab kommender Woche wird es dort dann einen täglichen Video-on-Demand-Tipp für Kinder von mir geben.

Ansonsten gibt es relativ frisch hier im Kinderfilmblog Übersichten über Kinderfilme auf verschiedenen Streaming-Anbietern:

Außerdem sehr wichtig: Ab heute gibt es täglich Die Sendung mit der Maus.

Und wer’s nicht so mit Mäusen hat, mag vielleicht lieber dieses Video mit Katzen und Dominosteinen ansehen?

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Gebt auf Euch acht!

(Foto: Joel Overbeck auf Unsplash)

Das gar nicht verflixte siebte Jahr Kinderfilmblog

tl;dr: Das Kinderfilmblog wird heute sieben, ich freue mich wie Bolle. Und bitte Euch um Verbesserungsvorschläge, Wünsche, Filmkritik-Wünsche und sonstige Anmerkungen in den Kommentaren!

Heute vor sieben Jahren habe ich mit einem Blick auf aktuelle DVDs dieses Blog hier in die Welt geschubst und gleich am Tag darauf mal gefragt: Wozu ein Kinderfilmblog? Das war im Grunde ein kleines Mission Statement, wie man im Marketing-Deutsch so sagt, eine Zielrichtung, die aber bis heute für mich immer noch stimmt, trotz einiger Schlenker, die es zwischendurch gab. Es geht mir immer noch um das Kinowunderland, in dem gelacht, gelernt, geweint und vor allem viel gefreut wird. (Nein, das darf man grammatisch eigentlich nicht, aber genau deshalb gehört es genau so dahin.)

Ich hatte eigentlich eher aus einer Stimmung heraus mit diesem Blog begonnen, aus einer vagen Unzufriedenheit heraus, die wahrscheinlich eher mit meiner Ahnungslosigkeit zu tun hatte als irgendeinem äußeren Phänomen. Inzwischen ist es nicht nur meine ganz persönliche Ecke im Filmuniversum geworden, sondern auch eine Leidenschaft, wegen der ich mich hingebungsvoll aufregen kann.

Sieben Jahre, Mannomann. Ich habe, auch aus den Jahren davor – ich schreibe seit 2004 regelmäßig über Film, meine erste Kritik wird aber heuer wahrscheinlich 23 Jahre alt und regte sich über Der Campus auf – inzwischen online Kritiken über mehr als 280 Kinderfilme geschrieben und vor allem in den letzten sieben Jahren enorm viele gesehen, über die ich nicht geschrieben habe. Es waren großartige Filme dabei, die dann auch ein großartiges Publikum fanden, und furchtbare Machwerke, die trotzdem viel gesehen wurden. Ich habe Meisterwerke gesehen, die kaum jemand anders zu Gesicht bekam, und Schrotthaufen, die gnadenvoll versanken.

Ich habe hier inzwischen mehr als 220 Kurzfilme vorgestellt, über neue DVD- und Kinostarts geschrieben, mich in Kolumnen und Rants hier und anderswo über Kinderfilme aufgeregt, gefreut und beschwert.

Vor allem habe ich inzwischen viele Leute kennengelernt, auf Festivals, Tagungen und bei kleineren Gesprächen, die ähnlich leidenschaftlich nach guten Kinderfilmen suchen, darüber schreiben und/oder sie noch in ganz anderen Formen als ich an die Menschen, Eltern wie Kinder, bringen. Mit manchen von ihnen saß ich in Jurys; fürs just vergangene Jahr war ich zum dritten Mal in der Jury des Verbands der deutschen Filmkritik für den besten deutschen Kinderfilm – das war großartig. Es sind sieben lange Jahre gewesen und fühlt sich in dieser Hinsicht immer noch an wie der Anfang einer Reise.

Ein großes Dankeschön an Euch alle

Das siebte Jahr des Kinderfilmblogs war wirklich alles andere als verflixt. Aus nicht ganz so hervorragenden beruflichen Gründen (die dann eine gute Lösung fanden) hatte ich mehr Zeit als in den Jahren davor, und dann war da auch noch das Buch, das ja auch ein Kind dieses Blogs ist – und das alles gab Schub, machte mehr und mehr Freude. Und mehr und mehr Gesichter hinter meinen Leser_innen wurden sichtbarer, mit persönlichen Treffen auf der Blogfamilia, in Fulda, Berlin oder anderswo.

Nicht zuletzt wurden auch die Leser_innen dieses kleinen Blogs hier immer zahlreicher. Die Statistikkurve für einzelne Seitenzugriffe im Jahr 2019 (blau) im Vergleich zum Jahr 2018 (orange) sieht so aus:

Wer öfter mal Webstatistiken anschaut, wird verstehen, warum mich diese Kurve hüpfen lässt. In etwas greifbareren Zahlen bedeutet sie, dass in diesem Jahr über 80% mehr einzelne Texte in meinem Blog aufgerufen wurden als im Vorjahr, die Zahl der Leser_innen ist um über 65% gewachsen. Das freut mich sehr, weil es für mich bedeutet, dass das, was ich hier schreibe, auch wirklich für viele von Euch interessant ist.

Und deshalb möchte ich mich bei Euch bedanken – bei denen, die gelegentlich lesen, die regelmäßig lesen, die anderen vom Kinderfilmblog erzählen – persönlich, privat, öffentlich auf Twitter und Facebook und anderswo, wie und wann auch immer – Dankeschön! Es ist wirklich nicht egal, denn nichts wäre schlimmer als in die Leere hineinzurufen, und nichts hallt zurück.

Jeder Cent hilft

Inzwischen ist das Blog auch ein gehöriges Stück Arbeit, ich werfe auch zuweilen etwas Geld hinterher, für den Serverplatz sowieso, für gelegentliche Fahrten zu Festivals und vieles mehr. Gerne würde ich mehr Zeit und Aufwand investieren – für Berichte von tollen Festivals, für Kritiken von seltsamen, aber großartigen Filmen, von lange nicht mehr gesehenen Klassikern usw., aber damit sich das in diesem Gesamtkonstrukt rechnet, muss natürlich auch etwas Geld in die Kasse kommen.

Deshalb bin ich dankbar für alle, die über den Kaffeetassen-Link ein wenig Geld schicken – ich sehe Euch alle, auch wenn ich nicht immer sofort antworte, wenn das Leben gerade etwas hektisch ist! – oder für jene, die sich entschieden haben, meine Arbeit am Kinderfilm durch eine Fördermitgliedschaft über Steady regelmäßig zu unterstützen. Jeder Euro, ach was, jeder Cent hilft mir, das hier ein wenig mehr, ein bisschen besser zu machen.

A propos besser:

Vielleicht fehlt Euch schon seit langem etwas? Oder Ihr möchtet, dass ich endlich mal über diesen einen Kinderfilm schreibe, den Ihr schon seit langem großartig findet? Oder ich habe Euch versprochen, dass ich endlich mal diesen Film besprechen würde, habe es aber noch nicht getan?

Oder Ihr hättet eine super Idee, was ich noch machen könnte, und warum war ich eigentlich noch nicht auf diesem kleinen Festival?

Sagt mir doch bitte in den Kommentaren, was ich besser, schöner, ehrlicher machen könnte. Was Euch fehlt. Oder was Ihr super findet. Womit ich auf keinen Fall aufhören soll. Was Ihr andererseits für überflüssig haltet. Oder was Euch schon immer total wurscht war. Ich verspreche, ich werde nicht alles brav umsetzen, aber lesen, hoffentlich auch antworten – und wer weiß, was daraus wird.

Von Euch zu hören, das wäre mein größtes Geschenk zu diesem siebten Bloggeburtstag.

Seid gut zueinander

Und sonst? Ich glaube nach wie vor, ganz romantisch-ahnungslos, dass gute, wahre, schöne Filme (und diese können auch abseitig sein, seltsam, blutig oder brutal) die Welt besser machen können – weil sie uns helfen, die Welt besser zu verstehen und einander, und weil sie uns immer etwas Freu schenken, und davon gibt es eh immer zu wenig.

Schließen möchte ich deshalb – im Bewusstsein der Tatsache, dass man auch ab und an deutlich und womöglich gar unfreundlich sein muss – mit den Worten einer meiner liebsten Kinderfilmfiguren der vergangenen sieben Jahre, dem herzensguten, geduldigen und fried- wie überhaupt liebenden Bären aus dem dunkelsten Peru:

(Fotos: Studiocanal, Polyband)

Meine besten 10 Kinderfilme der 2010er Jahre

Auch wenn, streng genommen, unsere laufende Dekade noch ein Jahr dauert, ist es doch an den Listen und Rückblicken allüberall offensichtlich: Die 2010er-Jahre gehen dem Ende zu. Und weil das ein lustiges Spiel ist, kommen hier auch meine ganz persönlichen TOP 10+1 besten Kinderfilme aus den vergangenen zehn Jahren. Die Auswahl ist weitgehend willkürlich, sicherlich bestreitbar, garantiert unvollständig, aber trotzdem nicht doof, und jedenfalls meine. Kritik und andere Meinungen, Hinweise auf fehlende Superstars und böswillige Auslassungen bitte unbedingt in die Kommentare!

Die Filme jetzt und hier in alphabetischer Reihenfolge, denn – ganz ehrlich – die sind alle so sehr und auf so unterschiedliche Weise wunderbar, dass eine Sortierung von eins bis zehn nicht wirklich aussagekräftig wäre. Ich will die Zuspitzung jedenfalls nicht machen (müssen). Links zu amazon sind wie immer Affiliate-Links, eine Bestellung darüber unterstützt mich ein wenig – und damit die Arbeit am Kinderfilmblog.

Die Top 10(+1) der besten Kinderfilme der 2010er

Ernest & Célestine (2012)

Mit einfachsten Mitteln des Animationsfilms einen hochgradig politischen Film über eine schlichte, herzliche, ehrliche Freundschaft zu drehen: Das muss man auch erst einmal schaffen. Ernest & Célestine nimmt ganz nebenbei auch noch die Zucker- und Zahnarztindustrie auf die Schippe. (amazon, amazon Prime) „Meine besten 10 Kinderfilme der 2010er Jahre“ weiterlesen

Globaler Klimastreik am 20. September – Wissenswertes für Kinder

Am kommenden Freitag, den 20. September 2019, ist globaler Klimastreik – und auch dieses Blog wird für den Tag weitgehend dicht machen zum digitalen Klimastreik. Stattdessen heißt es: Auf die Straße mit uns zu den Hunderten von Kundgebungen in ganz Deutschland.

Kinder haben sehr viele Fragen zu den Themen, die die Klimakatastrophe betreffen – ich habe deshalb hier ein paar Videos zuammengetragen, die sowohl inhaltlich als auch politisch diskutieren, was uns beschäftigt. Falls Ihr weitere Vorschläge habt, postet sie gerne in die Kommentare!

Was ist eigentlich Klimawandel?

Klicken Sie auf den unteren Button, um den Inhalt von ngp.zdf.de zu laden.

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Was war nochmal der Unterschied zwischen Klima und Wetter?

https://www.youtube.com/watch?v=hAxl9_4u1To

Was ist das Zwei-Grad-Ziel?

https://www.youtube.com/watch?v=4VPiJo2_4iQ

Was sind weltweit die größten Verursacher_innen für klimaschädliche Gase und Stoffe?

https://www.youtube.com/watch?v=KcXljFB00iU

Lohnt es sich, gegen den Klimawandel zu demonstrieren?

https://www.youtube.com/watch?v=mdsaxs-KYb4

Was können wir fürs Klima tun?

https://www.youtube.com/watch?v=tB1OkuVCnGs

Wie können wir uns klimafreundlich ernähren?

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Das ist jetzt zu tun – Forderungen an die Politik, die Möglichkeiten für uns einzelne

Für etwas ältere Kinder und Erwachsene geeignet – die Naturwissenschaftlerin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim legt auseinander, was aktuell an politischen Forderungen auf dem Tisch liegt, die wirklich wissenschaftlich fundiert sind.

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Ost/West: Der Kinderfilm in BRD und DDR

Auf kino-zeit.de gibt es dieses Jahr, wir feiern ja 30 Jahre Mauerfall, eine Reihe zum deutschen Kino in DDR und BRD. Es gab dazu schon einen Beitrag von Paul Katzenberger zum Western, und Beatrice Behn hat sich ausführlich mit der filmischen Erinnerung an den Holocaust im Westen und im Osten beschäftigt; weitere Texte werden im Lauf des Jahres folgen.

Ich habe mich nun mit dem “Kinderfilm zwischen Politik und Ästhetik in BRD und DDR” beschäftigt, beginnend mit der Diskussion um Das tapfere Schneiderlein, einen frühen DEFA-Märchenfilm von 1956 – sowohl die Rezeption in beiden deutschen Staaten als auch sein zeitweiliges Verbot in der BRD betreffend. Von dort landet man aber schnell bei der Feststellung, dass es in Westdeutschland in den 1960er und 1970er Jahren kaum eine relevante (oder interessante) Kinderfilmproduktion gab – anders als in der DDR, die bis zu ihrem Ende durchgehend zahlreiche neue Filme hervorbrachte. Der ganze Text steht hier, ich freue mich auf und über Feedback!

Foto: DEFA-Stiftung