Ratgeber: Wie gehe ich mit Kindern preisgünstig ins Kino?

Ich gehe wahnsinnig gerne ins Kino. Mit Kindern ist es aber manchmal eine Qual – und dabei meine ich nicht einmal die Auswahl (die ist schwer genug, aber da hoffe ich, dass ich Euch einen Teil der Mühe abnehme) und die Einigung darüber, welcher Film wohl wirklich allen gefallen könnte. Nein, hat man erst einmal einen altersgerechten Film aus den aktuellen Kinostarts gefunden, dann droht der Gang zur Kasse. Mit Kindern ist man aber im Kino schnell fünfzig oder mehr Euro los. Das ist für viele Menschen schlicht zu teuer.

Ich habe ein paar Tipps zusammengetragen, wie man auch für weniger Geld Filme auf der großen Leinwand genießen kann. Richtig billig wird es dadurch auch noch nicht, aber günstiger kann es schon werden – und jedenfalls nicht mehr abschreckend teuer.

Die Vorschläge ergänzen oder überlappen sich zum Teil, ich habe sie trotzdem so grob strukturiert:

  • Möglichst nicht ins Multiplex-Kino. Als Faustregel kann gelten: Je mehr Leinwände das Kino hat, je größer die Kino-Kette, zu dem es gehört, desto höher sind meist auch die Preise. Auf dem Land oder in kleinen Städten hat man meist eh nicht die Wahl – wenn man sie hat, sollte man aber Eintrittspreise vergleichen.

  • Am günstigsten sind unter Umständen Filmvorführungen in Kinder- und Jugendzentren, es gibt auch andere Anbieter, die eigene (oft nicht-kommerzielle) Vorführungen anbieten – zuweilen auch als “Wanderzirkus” dort, wo es wenige oder keine Kinos gibt.

  • Club- oder Rabattkarten nutzen (dafür liefert man dem Kino bzw. dessen Betreiber_innen natürlich Daten – darauf muss man sich einlassen wollen). Bei manchen Kinos bzw. Kinoketten bekommt man jedes x-te Ticket gratis, zuweilen gibt es auch Extras oder Freikarten für Geburtstagskinder. – Vorschlag von @Hello_Silky.

  • Generell gilt: Auf eigene Kindertarife achten. Manchmal gelten diese nur für bestimmte Vorstellungen – oder es gibt eine “Kinderschiene” am Wochenende, in den Schulferien vormittags oder zu anderen Terminen, in der die Vorstellungen günstiger sind.

  • Wenn statt zweier Eltern nur ein_e Erwachsene_r mitgeht, wird es natürlich auch günstiger – dafür fehlt ein Teil des gemeinsamen Kinoerlebnisses. – Vorschlag von @geraeuschtasche.

  • Weniger Extraausgaben: Möglichst im Kino keine Getränke und Süßwaren kaufen (oder nur geringe Mengen) – auch wenn das für die Kinos selbst nicht schön ist, weil die einen Großteil ihres Umsatzes und Gewinns damit bestreiten. Aber keine Sorge, es finden sich genug andere, hungrige und durstige Menschen, die das ausgleichen.

  • Kein 3D: Es kostet meist nicht nur Extra-Aufschlag, wenn man die eigene Brille vergessen hat (oder nicht besitzt), muss man diese meist auch noch bezahlen. Und die Kinder haben gar nicht so viel davon – vor allem kleinere sind a) davon überfordert und b) sehen es gar nicht richtig (wenn ich mich recht erinnere, ist ihr Augenabstand noch nicht so, dass sie mit den meisten 3D-Filmen etwas anfangen könnten). – Vorschlag von @Hello_Silky.

  • Last but auf keinen Fall least: Wenn in Eurer Nähe ein Kinderfilmfestival stattfindet, geht da hin! Nicht nur gibt es dort meist großartige Filme zu sehen, die die meisten Kinos gar nicht erst in ihr Programm aufnehmen (bei großen Festivals gibt es auch Filme, die sonst nirgends ins Kino kommen). Die Preise der Festivals sind meist auch atemberaubend niedrig. Selbst bei der Berlinale, bei der Tickets gerne 15 Euro kosten, zahlt man für die Kinder- und Jugendsektion nur 4 Euro pro Ticket. – Vorschlag von @kinokolumna.

Fallen Euch noch weitere Tricks und Ideen ein, wie der Kinobesuch günstiger werden kann? Schreibt es mir hier in die Kommentare oder antwortet auf Twitter, ich freue mich!

Foto: Eric Prouzet on Unsplash

Neuerscheinung: 33 beste Kinderfilme

Mein Buch ist erschienen! Wenn Ihr den Social Media-Accounts dieses Blogs folgt oder meinen Newsletter abonniert habt, ist das für Euch wahrscheinlich a) keine Neuigkeit mehr und kommt b) Euch eigentlich schon zu den Ohren oder Augen raus, so oft habt Ihr es lesen und hören müssen. Aber jetzt muss das noch einmal, ein für allemal, raus: Pünktlich zur Leipziger Buchmesse ist mein wunderschön geratener Band 33 beste Kinderfilme herausgekommen, mit feinsten Illustrationen von Dorothea Blankenhagen und zum wohlfeilen Preis von 16 Euro überall dort bestellbar, wo es gute Bücher gibt – also bei der Buchhändlerin Eures Vertrauens (ISBN 978-3-96242-110-6, falls sie fragt), aber genauso natürlich zum Beispiel bei amazon, bei thalia.de oder bei buecher.de.

Vor mittlerweile deutlich mehr als einem Jahr sprach mich der liebe Marcel Diel vom Verlag Dreiviertelhaus an, ob es nicht vielleicht eine gute Idee sein könnte, mithilfe der vielen Kinderfilm-Kritiken, die ich im Lauf der letzten sechs Jahre geschrieben habe, einen Schwung Empfehlungen in einem kleinen Büchlein zusammenzutragen. Wie sich das für solche Projekte gehört, gab es dann ein solches und ein jenes Konzept, bei dem mich vor allem die Frage umtrieb, nach welchen Kriterien ich denn hier Filme vorstellen wolle – denn jene Filme zu nennen heißt halt auch immer, andere nicht aufzunehmen, und die sind aber doch so toll… Glücklicherweise ist Marcel ein meisterlicher Ideendompteur, so dass ein Gerüst entstand, das nur ein wenig Korsett und vor allem Stütze ist – und ich konnte immer besser damit leben, dass ein Projekt wie dieses notwendigerweise unabgeschlossen bleibt, oder genauer: offen nach außen, in Bewegung und – zum Beispiel hier im Blog – im Stadium der dauernden Erweiterung.

Ich freue mich wie Bolle, dass das Buch nun fertig ist – ein Riesendankeschön an Marcel, Benedikt und Hraban vom Verlag sowie an Dorothea Blankenhagen, durch deren wunderbare Illustrationen die Filme schon auf dem Papier zu Leben erweckt werden.

Was dieses Buch nun also sein soll: “Ein Wegweiser in der unüberschaubaren Masse an Kinderfilmen”, so steht es auf der Verlagswebsite – 33 Vorschläge,

die alles Mögliche sein mögen, aber auf keinen Fall langweilig. Dabei reicht die Spannbreite vom Märchenfilm bis zur Sinfonie in Pups, vom Krimi aus der großen Stadt bis hin zum stillen Sommerfilm in Dorfkulisse. Glück und Aufregung, Angst (ein bisschen) und Trauer, Liebe und Lernen – Filme, in denen alles steckt, was Kino geben kann. Mit einer Ausnahme: Tumber Zeitvertreib ist in dieser Auswahl nicht dabei.

Die Texte im Buch basieren nur zu einem kleinen Teil auf Kritiken und Essays, die hier oder anderswo schon erschienen sind, und diese wurden noch einmal gründlich überarbeitet. Auf der Website zum Buch sind nicht nur weitere Links zu Informationsquellen und Büchern gesammelt, vor allem gibt es zu jedem Film den Trailer, ein paar weitere Basisinfos und natürlich Bezugsquellen – Streaming-Links sowohl für Video on Demand als auch in Flatrates, soweit auffindbar, und natürlich Bestellmöglichkeiten für DVDs und Blu-rays. Denn alle Filme, das war eines der wichtigsten Kriterien für die Vorauswahl, sind problemlos in Deutschland zu finden.

Ich bin gespannt, was Ihr zu dem Buch sagt, und freue mich auf Eure Meinungen, Anmerkungen, (freundliche) Beschimpfungen und sonstigen Kommentare – gerne gleich hier unter diesem Text oder persönlich bei den Buchvorstellungen in Leipzig (23. und 24. März 2019) sowie in Berlin (29. März). Alle Termine hier!

Weihnachtsgeschenke: Filmempfehlungen 2018

Ob Ihr gerne Filme verschenken wollt oder noch nach geeigneten Kinderfilmen sucht, die Ihr an den langen Abenden zwischen den Jahren mit den Kindern anschauen wollt – ich habe für Euch aus den Neuerscheinungen der vergangenen zwölf Monate meine Favoriten zusammengetragen, denn schlechte Filme muss man sich wahrlich nicht unbedingt ansehen. Die Filme sind nach meinen (ungefähren) Altersempfehlungen sortiert, nicht nach FSK-Freigaben; welcher Film sich für welches Kind eignet, dazu habe ich mich ja schon einmal ausführlich geäußert.

Und natürlich gelten meine Empfehlungen und Vorschläge aus den vergangenen Jahren (2013, 2014, 2015, 2016 und 2017) auch immer noch.

Die kleine Hexe (ab 6)

Die Verfilmung des Klassikers von Otfried Preußler ist wesentlich entspannter geraten als die meisten deutschen Literaturverfilmungen der letzten Jahre; das liegt vor allem an Karoline Herfurth in der Titelrolle, die offenbar einen Heidenspaß hat. Und auch wenn der Film nolens volens offenbart, an welchen Stellen Preußlers Welt inzwischen doch etwas altbacken wirkt, legt er zugleich den Kern der Geschichte offen: Lass dich nicht schikanieren. Ein großer Spass, auch tricktechnisch auf der Höhe der Zeit.

(DVD/Blu-ray: amazon.de; Stream: Amazon Prime)

Louis & Luca – das große Käserennen (ab 7)

Eine wilde Jagd von einem Dorf zum anderen, über Berg und Tal – es geht um die Ehre, um Käse und um Starrköpfigkeit. Ein ganz bezauberndes, viel zu wenig gesehenes Animationsabenteuer. Meine ausführliche Kritik gibt es hier.

(DVD/Blu-ray: amazon.de; Stream: Amazon Prime)

Paddington 2 (ab 8)

Neben Königin von Niendorf ist das mein Kinderfilm des Jahres: Eine zarte, spannende, aufregende, witzige, feinfühlige Geschichte über Einsamkeit, Gemeinschaft und die Kraft einer klaren Haltung. Ein völlig absurdes Abenteuer voller bizarrer Ideen und blitzender Nebenfiguren, mit Hugh Grant in der Rolle seines Lebens und einem kleinen zotteligen Bären, der mit nichts als friedlichem Gemüt und einem gelegentlich eingesetzten harten Blick die Welt in Ordnung bringen kann. Das große Kinoglück des vergangenen Jahres.

(DVD/Blu-ray: amazon.de; Stream: Amazon Prime)

Königin von Niendorf (ab 8)

Wesentlich stiller kommt Königin von Niendorf daher, ein Portrait, ein Sommerfilm mit ruhigem Blick auf das langsame Vergehen von Zeit in der Brandenburgischen Provinz. Getragen von einer fulminanten jungen Hauptdarstellerin Lisa Moell, ist das Debut von Joya Thome der beste deutsche Kinderfilm des Jahres. Das habe ich auch schon ausführlicher begründet.

(DVD/Blu-ray: amazon.de; Stream: Amazon Prime)

Captain Underpants (ab 8)

Ich habe das Gefühl, diesen Film schon so oft gepriesen zu haben, mir blubbert schon die Stimme. Deshalb nur mal in Kürze: Furzkonzert, Superheldenquatsch, Albernheit als Kunstform. Ganz, ganz großes Kino. Ganz ausführlich noch einmal hier.

(DVD/Blu-ray: amazon.de)

Coco – Lebendiger als das Leben (ab 9)

Pixar mal wieder in Hochform: Mit dem Día de los Muertos als Hintergrund schickt das Studio den kleinen Miguel auf eine Reise ins Reich der Toten, die natürlich auch Selbstfindung und Familiendrama ist. Wie sich das gehört. Einziger Schönheitsfehler: Das Familienbild ist eher recht altbacken. Ausführliche Kritik hier.

(DVD/Blu-ray: amazon.de)

Matilda (ab 9)

Der einzige Film in dieser Liste, der keine Neuerscheinung ist; aber Danny DeVitos Kinderfilm trägt noch im Jahr 1996 die besten Eigenheiten des Kinderkinos aus den 1980ern mit sich herum: Ein legeres Desinteresse an absoluter Stringenz, der Wille zum anarchischen Chaos und die Bereitschaft, mit völlig überzeichneten Figuren den Erwachsenen einen Zerrspiegel ihrer Existenz vorzuhalten. Dank der Vorlage von Roald Dahl wird daraus eine sehr, sehr komische Tour de Force, bei der entspannenderweise die Superkräfte der Titelfigur wirklich nur eine Nebenrolle spielen.

(DVD/Blu-ray: amazon.de)

(Fotos: Studiocanal, Kinostar, LUPA Film, Disney)

Kurz vorm 4. Advent: Streams für’s Fest

Ich muss gestehen – und für einen Cinephilen ist diese Haltung aus verschiedenen Gründen sehr ambivalent -, dass die legalen Online-Streaming-Dienste ein Glücksfall waren. Stapel, Berge, Schlaraffenländer von Filmen “at my fingertips”, sofort verfügbar und – in vielen Fällen – dank Flatrate-Modellen auch extrem günstig. (Die Ambivalenz, für die, die fragen, kommt daher, dass zum einen sehr viele Filme – vor allem anspruchsvolle und vor allem etwas ältere bis alte – online nicht verfügbar sind, und zugleich Netflix und seine Nachahmer physische Videotheken, also gewissermaßen die Bibliotheken der Filmfreund_innen, jetzt schon praktisch ausgelöscht haben. Ein eigenes Thema für ein anderes Mal.)

In den zwei Jahren, seit Heiko Bielinski insgesamt acht verschiedene Flatrates verglichen und dabei den Fokus auf das Angebot an Kinder- und Familienfilmen gelegt hatte, haben sich zumindest die großen Plattformen auch deutlich um ihr Kinder- und Jugendangebot gekümmert und es beständig erweitert; allerdings sind natürlich auch die Preise gestiegen.

Für die Weihnachtsfeiertage habe ich eine kleine Auswahl schöner Kinderfilme aus dem Angebot der Streaming-Anbieter herausgesucht. Prinzipiell sind alle diese Filme digital verfügbar und damit insbesondere auf den großen Plattformen (iTunes, Google Play Store usw.) verfügbar. Meine Auswahl bezieht sich ausschließlich auf Filme, die aktuell in den Flatrate-Angeboten der jeweiligen Anbieter enthalten sind. (Diese können sich, das sollte man wissen, jederzeit ändern; drei Filme, die ich vor zwei Wochen bei meiner ersten Recherche hier eingetragen hatte, musste ich wieder streichen, weil sie inzwischen nicht mehr im Programm waren.)

Links zu amazon sind Affiliate-Links, d.h. bei Käufen über diese Links (oder z.B. Abschluss eines amazon Prime-Abos) werde ich mit einem kleinen Obulus entlohnt. Links auf den Filmtiteln führen zu meinen eigenen Besprechungen der jeweiligen Filme.

Die Großen: Amazon Prime und Netflix

Der Klassiker läuft zwar sowieso ungefähr achtmal über die Weihnachtszeit verteilt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, aber Drei Haselnüsse für Aschenbrödel ist online auch jederzeit verfügbar (amazon Prime, Netflix). Vorstellen muss ich den Film vermutlich nicht, oder?

Der vielleicht beste Kinderfilm des abgelaufenen Jahres, Mein Leben als Zucchini, ist seit wenigen Tagen auf amazon Prime zu finden – wer ihn noch nicht kennt, sollte ihn sich unbedingt unbedingt unbedingt ansehen. Ein pures Glück.

Schon für ganz kleine Kinder ab 5 Jahren geeignet ist Der kleine Rabe Socke (amazon Prime), von Jan Delay gesprochen, allzeit frech und immer ein bisschen zu selbstbewusst. Die eher traditionelle Trickfilmtechnik ist wunderbar, die Geschichte großartig, die Figuren auch für Erwachsene eine Freude.

Dass Netflix nun gerade zum Fest Paddington ins Programm genommen hat, hat sicherlich auch mit der viel gepriesenen Fortsetzung zu tun, die aktuell im Kino läuft. Aber der Film ist schlichtweg großartig und ein fast perfekter Weihnachtsfilm, den sollte man mit seinen Kindern gesehen haben (Netflix). Kleine Warnung: Es gibt ein paar Szenen, die auf sensible Seelen recht bedrohlich wirken. Am besten vorher mal anschauen und prüfen.

Disney-Filme gehören für viele fest zu den Ritualen rund ums Weihnachtsfest herum, und diese liegen wenn, dann (noch) immer bei Netflix. Die schönsten Filme, die dort aktuell zu finden sind:

Aber es gibt ja auch schöne Animationsfilme jenseits der Disney-Ästhetik; zwei sehr schöne für etwas ältere Kinder sind Der fantastische Mr Fox von Wes Anderson (amazon Prime; ab 10 Jahren) oder der großartige Coraline (amazon Prime), der allerdings ziemlich gruselig ist – nichts für Kinder unter 12 Jahren, eigentlich.

Außerdem großartig, animiert und ab 8 Jahren: The Lego Movie (amazon Prime, Netflix) und Drachenzähmen leicht gemacht (Netflix).

Darf es ein Superheldenabenteuer sein? Antboy (amazon Prime; ab 10) ist witzig, clever und gerade eben so den entscheidenden Schritt neben den Standardstories des Genres. Genauso wie der Gangsterfilm Little Gangster (Netflix; ab 9) eben nicht so ganz kriminell daherkommt.

(Das weitere Kinderfilm-Angebot: amazon Prime und Netflix.)

Zwei Kleine: Realeyz und Netzkino

Die kleine Plattform Realeyz hat ein wunderbares Angebot vor allem an unabhängigen Produktionen; leider sind bislang praktisch keine Kinderfilme dabei. Gloriose Ausnahme auf Realeyz ist der sehr seltsame, laute und eigensinnige Reuber (ab 8 Jahren).

Netzkino bietet ein werbefinanziertes Streamingangebot an; die Qualität der Filme dort ist generell, sagen wir: sehr durchwachsen, aber dafür gibt es einige der Filme nicht nur auf der Plattform selbst, sondern auch auf YouTube. Das betrifft auch die wirklich schönen Kinderfilme Der große Bär (Netzkino, YouTube) und vor allem Johan und der Federkönig (Netzkino, YouTube), eine subtile Meditation über Tod und Sterblichkeit.

Frohe Feiertage!

(Fotos: Polyband, MFA+, Universum Film)

3. Advent: Kinoempfehlungen zu Weihnachten

In einer Woche ist schon Heilig Abend – und vielleicht ist ja über die Feiertage mal Zeit, in Ruhe mit den Kindern ins Kino zu gehen. Wozu ich ja im Zweifelsfall raten würde: Ein Besuch in den weihnachtlichen Kindervorstellungen des örtlichen Programmkinos – wenn man denn eins hat. Die Leute dort wissen in den meisten Fällen sehr genau, was sie tun, es ist weder so teuer noch so stressig wie in den Großkinos, und gemütlicher, familiärer, weihnachtlicher ist es sowieso.

Leider habe ich die meisten der aktuellen Kinostarts noch nicht gesehen (außer Plötzlich Santa, von dem ich dringend abraten möchte), aber es gibt jedenfalls zwei klare Empfehlungen, bei denen man dem Vernehmen nach (und damit meine ich die Urteile der allermeisten Filmkritiker_innen) nicht viel falschmachen wird:

Paddington 2

Paddington ist wieder da: In der Fortsetzung des schon ziemlich großartigen Bärenfilms will der kleine Bär seiner Tante Lucy ein besonderes Geschenk machen – und landet darob, falsch des Diebstahls verdächtigt, im Knast. Die Kritiker_innen sind sich weitgehend einig: Nicht nur technisch perfekt gemacht und witzig erzählt, sondern auch eine berührende, aber nicht flache Geschichte. (Ab 8 Jahren; Trailer)

Coco

Der sehr geschätzte Alexander Matzkeit hat sich hier im Blog sehr deutlich über das Familienbild des neuen Pixar-Films aufgeregt; wenn man das (und die narrativen Schwächen, auf denen es beruht) auszuhalten bereit ist, gibt es aber sonst – so ist zu hören – ein farbenfrohes, lebensbejahendes Abenteuer zu sehen. (Ab 8 Jahren; Trailer)

Und sonst im Kino?

Leider habe ich bis auf Plötzlich Santa (Trailer) keinen der Filme gesehen – aber ein paar vage Einschätzungen kann ich doch abgeben, kondensiert aus den Reaktionen der Kolleg_innen:

  • Ferdinand – Geht STIERisch ab! ist wohl nett und nicht ganz dumm, aber auch nichts, was aus der Masse herausragt. (Ab 6 Jahren; Trailer)
  • Jumanji: Willkommen im Dschungel: Anscheinend solide erzähltes, sehr actionreiches und unterhaltsames Remake des Filmes von 1995 mit Robin Williams. Aber auch erst ab 12. (Trailer)
  • Bo und der Weihnachtsstern ist wahrscheinlich fürchterlich: Die Weihnachtsgeschichte aus Sicht des apokryphen Esels, in kreischendem Slapstick erzählt. Meine Arbeitshypothese: Braucht kein Mensch. (Ab 5 Jahren; Trailer)
  • Hexe Lilli rettet Weihnachten ebenso. (Ab 6 Jahren; Trailer)
  • Burg Schreckenstein 2: Ich habe noch überhaupt keine Meinung zu diesem Film. Der erste Film war weniger schlecht als befürchtet, aber das muss auch nichts heißen. (Ab 8 Jahren; Trailer)

Zu den zwei Filmen, die während der Ferien starten (Bamse – Der stärkste und liebste Bär der Welt und Die Dschungelhelden – Das große Kinoabenteuer) folgen hier in den nächsten Tagen noch Kritiken.

Viel Spaß im Kino!

2. Advent: Weitere Filmtipps

Vergangene Woche habe ich bereits jene Kinderfilme vorgestellt, die in diesem Jahr meine größten Geschenkempfehlungen je nach Altersgruppe sind – das waren mehr oder minder die besten aktuellen Filme, aber natürlich lange nicht alle. Den zweiten Adventssonntag will ich nutzen, um einige weitere Filme vorzustellen, die auch ganz wunderbare Geschenke sind – manche aus den letzten Monaten, einige schon deutlich älter.

Die drei Räuber (ab 5)

Die kleine Tiffany ist gerade zur Waise geworden und fährt nun mutterseelenallein in einer Kutsche ins Kinderheim. Plötzlich wird Tiffanys Kutsche überfallen – von drei grimmig dreinschauenden Räubern. Eine abenteuerliche Geschichte um eine sagenhafte Schatzkammer, Tortenschlachten und eine Kinderhausrevolte nimmt ihren Lauf.

Hayo Freitags Verfilmung des Kinderbuchklassikers von Tomi Ungerer (mit dem Autor selbst als Erzählerstimme) bleibt erst nah am Text und nimmt sich dann einige Freiheiten; aber heraus kommt ein wirklich ganz und gar wunderbares Stück Kinderkino: frech, flott, bunt und ein bißchen böse, ganz Ungerer in seiner nur milde für Kinder gezähmten Form.

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Findet Dorie (ab 8)

Ein wenig leidet Findet Dorie natürlich darunter, dass es eine Fortsetzung ist und also hauptsächlich die aus Findet Nemo bekannten Figuren und Konstellationen wiederzukäuen droht. Der Film ist deshalb an einigen Stellen etwas zu viel: Zu viel Action, zu viel Schmalz, zu viel Gekreische. Ausgeglichen wird das allein schon durch die beste Disney-Figuren seit Jahren, den nöligen Septopus Hank. Der allein ist es schon wert, den Film anzusehen. (Meine ausführliche Kritik.)

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Störche – Abenteuer im Anflug (ab 8)

Störche bringen heute nicht mehr die Babys, sondern sind Paketzusteller eines weltweit operierenden Online-Versands. Storch Junior hofft bereits auf eine Beförderung, als er aus Versehen die Babymaschine in Gang setzt, was zur Produktion eines völlig unautorisierten, wenn auch entzückenden Mädchens führt. Und dann einiges Chaos in Gang setzt.

Man darf nicht zu detailliert in die Hintergründe von Störche – Abenteuer im Anflug einsteigen, sonst fragt man sich sehr schnell, warum und wie und wann das Kinderkriegen von den Störchen an die Menschen übergeben wurde und… äh. Und auch die moralischen Botschaften sind gelegentlich etwas rabiat in der Story verankert – aber insgesamt ist der Film nicht nur unterhaltsam und witzig, sondern auch gar nicht so dumm, wie man auf den ersten Blick glauben möchte.

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Sing (ab 9)

Buster Moon will vor allem sein Theater vor dem finanziellen Ruin retten; seine letzte Hoffnung: eine Casting-Show. Leider nimmt er es bei der Ausschreibung nicht so genau mit der Wahrheit, und so hat er bald viele hoffnungsfrohe Talente versammelt, aber eigentlich keinen Preis…

So sehr wie Casting-Shows eigentlich als Thema durch sind, so wenig würde man sich von dieser Story erwarten. Aber dann sind da nicht nur großartig geschmetterte Songs, sondern auch witzige Momente, berührende Figuren und ein Finale, das wirklich Gänsehaut macht. Hach!

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Der Geheimbund von Suppenstadt (ab 9)

Der Geheimbund von Suppenstadt ist eine Abenteurer-Gemeinschaft, die eigentlich nur als Spiel von vier Kindern existiert. Doch dann mischt ein Unbekannter während des jährlichen Sommerfests etwas in die Getränke mischt; plötzlich benehmen sich die Erwachsenen plötzlich wie verzogene Kinder. Es gibt zwar ein Gegenmittel – doch der einzige Hinweis darauf ist ein altes Notizbuch.

Ein Abenteuerfilm, der ganz und gar modern daherkommt, seine Schatzsuche (denn das ist es natürlich) aber eher traditionell inszeniert – spannend, aber kindertauglich und auf Blickhöhe seiner Protagonist_innen. Man ahnt sowas ja gar nicht, weil niemand das estnische Kinderkino kennt.

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Das Mädchen Wadjda (ab 10)

Die 11-jährige Wadjda lebt in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Sie träumt davon, das schöne grüne Fahrrad zu besitzen, das sie jeden Tag vor einem Laden auf ihrem Schulweg sieht. Ein Radrennen gegen ihren Freund Abdullah, einen Nachbarsjungen, zu fahren und zu gewinnen, ist ihr größter Traum. Jedoch gilt es für Mädchen als unschicklich, Rad zu fahren, und Wadjdas Mutter verbietet es auch ihrer Tochter.

Es gibt viele gute Gründe, Das Mädchen Wadjda anzusehen – es ist eine spannende Geschichte, ein Blick in eine andere Kultur, ein Abenteuer. Vor allem ist es jedoch eine Geschichte, die Kinder selbst dann nachvollziehen und erleben können, wenn sie nichts über Saudi-Arabien wissen. (Und reichlich Hintergrund dazu habe ich von Miriam Seyffarth in unserem ausführlichen Podcast-Gespräch zum Film erfahren. Unbedingt anhören!)

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The Lego Batman Movie (ab 12, geht für viele Kinder aber auch schon ab 9)

Wieder einmal sieht sich Batman mit seinem Erzfeind Joker konfrontiert, der versucht, Gotham in seine Gewalt zu bringen – nicht ohne Batman darauf hinzuweisen, dass er ohne seinen Feind gar nicht leben könnte. Batman setzt alles daran, den Joker in die für große Bösewichte vorgesehene Phantomzone zu verbannen. Doch das ist komplizierter als gedacht…

Mit The Lego Batman Movie sollte das Erfolgsmodell von The Lego Movie wiederholt werden, was aus verschiedenen Gründen nicht ganz funktioniert; aber dieser Spin-Off ist dennoch (nicht nur, aber vor allem für Fans von Superheld_innen) ein Genuss. Eine so feine ironische Distanz zu den Topoi des Genres, eine so hohe Dichte an sprachlichen und visuellen Gags, eine so temporeiche Actiongeschichte – das findet man selten in einem Film versammelt. Fetzt einfach.

(Jetzt bei amazon.de bestellen; Trailer, Fünf Minuten Sneak-Peek)

(Fotos: Disney, Warner Bros., X-Verleih, Barnsteiner, Universal Pictures International Germany)