Shorts for Kids (2013)

Bildschirmfoto 2013-05-10 um 00.43.26

Ich versuche hier, jeden Freitag mit der kleinen Rubrik “Kurzfilm zum Wochenende” ein wenig Aufmerksamkeit herzustellen für die Form des Kurzfilms, die meiner Meinung nach gerade für ganz kleine Kinder besonders geeignet ist – zugleich ist das Auffinden und die Auswahl der Kurzfilme jedoch immer ein sehr mühsames Geschäft.

Das liegt keineswegs daran, dass es zu wenige Filme gäbe, ganz im Gegenteil; schon eher dann daran, dass nur an wenigen Stellen, wenn überhaupt, dezidiert Kurzfilme für Kinder gesammelt und geordnet werden. (Am ehesten taugen noch Festivalkataloge dazu, hier einen Überblick zu bekommen, denen natürlich enorme Arbeit im Verborgenen vorausgegangen ist.) Von diesen dann bleiben nur wenige für meine Auswahl hier übrig, aus einem einfachen Grund: die Kurzfilme, die ich hier zeigen möchte, sollten entweder auf Deutsch sein (sei es im Original oder synchronisiert) oder sonst eben ohne (für das Verständnis notwendigen) sprachlichen Anteil – denn das angesprochene Zielpublikum soll ja verstehen, was vor sich geht.

Synchronisierte Kurzfilme sind allerdings, aus naheliegenden finanziellen Gründen, sehr selten. Umso schöner ist es, wenn es dann einmal kleine Kurzfilmzusammenstellungen gibt, die man problemlos auch daheim mal in den DVD-Spieler stecken kann. Eine solche ist Shorts for Kids, die Kurzfilme vereinigt, die an der Filmakademie Baden-Württemberg entstanden sind. Herausgekommen ist eine Kompilation (hier bei amazon erwerbbar), die zwar ab 0 Jahren von der FSK freigegeben ist, deren Filme aber natürlich nicht für alle Kinder gleichermaßen geeignet sind: Die Vorauswahl, aber das sollte ja eh selbstverständlich sein, obliegt also immer noch den Eltern bzw. Erwachsenen. „Shorts for Kids (2013)“ weiterlesen

Die Konferenz der Tiere (1969)

Welche Herausforderung es sein kann, Kinderbücher zu verfilmen, Klassiker zumal, habe ich vor einigen Wochen in einer Kolumne schon beschrieben – Filmemacher_innen haben da sicher keine leichte Aufgabe, zumal wenn sie auf schier nicht erfüllbare Erwartungen seitens der Zuschauer_innen – Erwachsene wie Kinder – treffen. Unmittelbar beobachten kann man das bei Die Konferenz der Tiere: Die recht neue Verfilmung, computeranimiert und in 3D, nimmt sich große, sehr große Freiheiten heraus (was nicht per se schlecht ist), schafft aber nicht mehr als eine aktualisierte und reduzierte Version von Erich Kästners Kinderbuch auf die Leinwand zu schicken, die sich zu sehr in Effekten und Action verliert.

Curt Lindas Verfilmung von 1969 hingegen ist nicht nur ein Klassiker, sondern schafft es außerdem sehr präzise, dicht am Text zu bleiben, ohne deshalb Sklave des Textes zu sein; stattdessen fügt sie in Ton und Bild viel hinzu und entwickelt daraus ein Ganzes, das für sich wieder ganz harmonisch schwingt.

Auf der Bildebene nutzt er eine ganz eigene Ästhetik und groteske Komik, die sich direkt aus der Technik des Zeichentricks ergibt; da fliegt ein Affe schier minutenlang herum, bis ihn jemand darauf hinweist, dass er ja nicht fliegen könne; und kindliche Phantasiemaschinen und -fabriken stehen in großer Zahl herum, die zugleich in ihren mechanistischen Abläufen die Strukturen einer unmenschlich organisierten Gesellschaft widerspiegeln. „Die Konferenz der Tiere (1969)“ weiterlesen

Kauwboy – Kleiner Vogel, großes Glück (2012)

Der zehnjährige Jojo (Rick Lens) lebt allein mit seinem Vater Ronald (Loek Peters) in einem kleinen niederländischen Ort auf dem Land; die Mutter ist fort. Jojo ist viel allein zu Hause, während der Vater sein Geld als Wachmann verdient. Dann hört der Junge die Musik seiner Mutter, abends und nachts sieht man ihn auch mit ihr telefonieren, davon erzählen, wie glücklich und entspannt sein Vater sei, auch wenn wir zugleich sehen, dass dem nicht so ist; als bereite er die Rückkehr der Mutter vor. Im gleichen Geiste bereitet er eine Geburtstagsfeier für sie vor, der sich der Vater aus unerfindlichen Gründen entgegenstellt.

Jojos Leben beginnt sich dann zu ändern, als er eine junge Dohle aufsammelt, die aus dem Nest gefallen war, und sich mit Yenthe (Susan Radder) anfreundet, die neu in seinen Wasserball-Verein gekommen ist. Aber das Verhalten aller Figuren scheint in diesem Film seltsam dunkel und unverständlich zu sein; bis nach ziemlich genau einer Stunde jemand eine Wahrheit ausspricht, die sonst niemand zu sagen wagt. Dann wird Kauwboy schlagartig auch rückblickend klar und blendend und tieftraurig. „Kauwboy – Kleiner Vogel, großes Glück (2012)“ weiterlesen

Im Schreckenstal der Prinzessinnenakademie

So ein Schulspind ist toll, da ist alles drin, was man braucht. Gerade eben noch wurde Blair von einer Mitschülerin wegen ihrer von zuhause mitgebrachten Kleidung gehänselt, schon eröffnen sich ihr die Möglichkeiten, die dieser kleine Schrank bietet: Alles was eine Schülerin der Prinzessinnenakademie braucht. Bücher, Stifte, Schminkutensilien, die neueste Glitzertaschenkollektion, und dann schließlich auch Bürsten, Schuhe, Parfum und so weiter und so fort. Willkommen in der Welt von Barbie.

Es war ein Selbstversuch: Ist es wirklich so schlimm, sich vier Filme lang in rosa und pink zu wälzen? Würde da überhaupt alles rosa und pink sein, oder sind das alles Vorurteile? (Es sind Vorurteile. Barbie kennt auch noch andere Farben, so lange es Pastelltöne sind.)

Meine neue Kinderfilm-Kolumne Sitzplatzerhöhung ist auf kino-zeit.de erschienen. Hier bitte weiterlesen!

Foto: Mattel

Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig (2005-2009)

Eines Tages dachte Tom an ein leckeres Erdbeermarmeladebrot mit Honig.

Bei uns läuft der Fernseher de facto … gar nicht. Genau genommen haben wir nicht einmal so ein richtiges Fernsehgerät, und was als solches fungieren kann, ist zugleich mein Zweitmonitor und jedenfalls nichts, was im Alltag als Fernseher sichtbar wäre. (Das Gerät steht außerdem und auch deshalb im Arbeitszimmer.) Nachrichten gibt’s, Mediathek und Livestream sei Dank, meist vom Laptop. Aber ich schweife ab.

Jedenfalls mag das erklären, warum mir ein solches Kleinod wie Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig bisher entgehen konnte, das doch auf dem Sender Kika einen durchaus regelmäßigen Sendeplatz zu haben scheint – für eine Sendung mit insgesamt gerade einmal 52 Folgen, jede einzelne gerade fünf Minuten lang, ist das kein schlechtes Schicksal. „Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig (2005-2009)“ weiterlesen

Feuerwehrmann Sam (2008-)

Feuerwehrmann Sam arbeitet in einer kleinen Feuerwache in einem kleinen walisischen Dorf nahe der Küste, in dem wirklich alles sehr generisch ist; damit die Tage nicht gänzlich ereignislos dahingehen, gibt es z.B. den rothaarigen Norman Price, der gerne allerlei Dinge anstellt, die dann unwillkürlich oder wegen Unachtsamkeit in mittelschweren Katastrophen münden, welche wiederum Feuerwehr oder nahe Bergwacht stets zu begrenzen wissen, bevor es wirklich irgendwem weh tut. Ansonsten noch Teil des Theaters: Normans Mutter, die den lokalen Supermarkt betreibt und die Karikatur einer britischen Hausfrau sein soll, sowie Normans Freundin Mandy, deren Mutter auch noch die lokale Ersthelferin und Krankenschwester ist. Und noch einige Nebenfiguren mehr.

Den derzeit erhältlichen (amazon) relativ neuen Folgen gingen schon einige Staffeln voraus, wie sich im sehr ausführlichen englischsprachigen Wikipedia-Artikel nachlesen lässt; und wenn man die Folgen in der Originalfassung ansieht, gewinnen sie in der Tat durch den Akzent und die Sprechweise der Figuren noch ein wenig Charme. Vor allem aber erfährt man dort, dass der (vor allem feuerpräventive) didaktische Ansatz der Serie schon immer dazu gehörte. (Wer je in Großbritannien gelebt hat, erinnert sich vielleicht an Feuerzeuge, auf denen vor Brandgefahr gewarnt wird.) „Feuerwehrmann Sam (2008-)“ weiterlesen