Mit Kinderfilmen zu Gast beim Kontroversum-Podcast

Ich war am Freitag zu Gast bei Patrick, Björn und Michael vom Kontroversum-Podcast (Facebook, Twitter). Das Hauptthema des Abends war zwar Man of Steel, der neue Superman-Film von Zack Snyder, aber in den ersten vierzig Minuten dieser zehnten Ausgabe des Podcasts haben wir uns doch aus verschiedenen Blickwinkeln dem Kinderfilm gewidmet. „Mit Kinderfilmen zu Gast beim Kontroversum-Podcast“ weiterlesen

Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse (2004)

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In aller Kürze: Der Film hat mich überrascht, wahrscheinlich weil ich eine Jim-Carrey-Gagshow erwartet hatte und dann stattdessen eine überraschend leichtfüßige Abenteuergeschichte serviert bekam. Leichte Kost ist das gleichwohl nicht – eher was für Kinder ab zehn Jahren -, weil den Beaudelaire-Kindern in der Handlung doch so mancher Schicksalsschlag widerfährt, auch wenn es am Ende ein paar weniger sind, als man ursprünglich dachte. Müßte ich etwas kritisieren, so würde ich mir wünschen, dass die Steampunk-Anteile etwas größer hätten sein können und die spezifischen Eigenschaften der Kinder (Erfinderin, Bücherwurm, Allesbeißerin) noch etwas mehr zur Geltung hätten kommen können. „Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse (2004)“ weiterlesen

Mary Poppins, Konterrevolutionärin

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Es könnte sein, dass man sich mit der Elternschaft auch eine gehörige Portion Nostalgiefühligkeit einhandelt. So wie die Soziologen und Psychologen ja auch beobachten, dass man nach Geburt eines Kindes gerne in die geschlechtsspezifisch abgeguckten Verhaltensmuster verfällt – Mutti macht allein die Kinder und den Haushalt, während Papi im Büro Überstunden schiebt –, so greift man wohl auch für Filme (und Bücher und Musik und …) auf die Erinnerungen aus der eigenen Kindheit zurück. Das ist ja nicht mal verwerflich: Was aus mir keinen schlechten Menschen gemacht hat, kann so schlimm ja nicht sein.

Wenn man sich dann den Medienkonsum der eigenen Kindheit erstmals mit dem reflektierten Bewusstsein des Erwachsenen ansieht, kann man auch schon mal die eine oder andere Überraschung erleben. Der König der Löwen? Eine brutale Rachegeschichte. Wie ja überhaupt Disney-Streifen nicht unbedingt ein Hort progressiver Gesellschafts- und Geschlechtermodelle sind oder diese Sache mit der geschichtlichen Genauigkeit immer so eng sehen. Pocahontas, I’m looking at you. Wie wäre es stattdessen mit Kult-Abenteuern? Die Goonies? Kämpft mit so einigen rassistischen Stereotypen. Und so weiter.

Meine ganze Kinderfilm-Kolumne Sitzplatzerhöhung hier bei kino-zeit.de

(Foto: Disney)

Jets – Helden der Lüfte (2012)

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Ich hatte bereits auf Facebook darauf hingewiesen, dass Orlindo von animationsfilme.ch mit seiner Warnung vor dem Animations-Mockbuster Jets – Helden der Lüfte völlig Recht hatte. Warum das so ist, habe ich nun für kino-zeit.de ausführlich aufgeschrieben:

Es gibt im Kinogeschäft ein Phänomen, das von Filmfans mit dem Begriff “Mockbuster” belegt worden ist. Das sind schnell und meist sehr preiswert produzierte Filme, die sich in Thema, Ästhetik und vor allem Titel an bekannte Blockbuster oder kommende Großproduktionen anlehnen, um von deren wirtschaftlichen Erfolg zu profitieren – entweder, indem man darauf hofft, dass Zuschauer die Filme verwechseln, oder schlichtweg um auf einer Erfolgswelle mit zu schwimmen. Meist landen diese Filme als Direct-To-Video-Titel in den Videotheken und Verkaufsregalen.

Zu den Mockbustern muss man auch Jets – Helden der Lüfte zählen, der fast auf den Tag genau zwei Monate vor der Disney-Produktion Planes sogar in deutsche Kinos kommt. Planes wiederum ist ein Disney-Spin-Off der extrem erfolgreichen Pixar-Produktion Cars und damit schon selbst ein wahrscheinlich nicht allzu originelles Filmunterfangen. Disney wird sich aber schon sehr anstrengen müssen, um einen noch langweiligeren, unansehnlicheren und liebloseren Film zu machen als Jets – Helden der Lüfte.

Hier weiterlesen in meiner vollständigen Kritik auf kino-zeit.de.

(Foto: Splendid Film)

Filmfest München: Ella und ihre Freunde (2012)

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Das Filmfest München (28. Juni-6. Juli 2013) wartet auch in diesem Jahr mit einer eigenen Sektion zum Kinderfilm auf – einige der Filme, die dort laufen, möchte ich hier in loser Folge gerne vorstellen.

Ella geht ist Zweiklässlerin in einer winzigen Dorfschule irgendwo in Finnland – ein hübsches rotes Gebäude, alle wohnen irgendwo direkt drumherum, Hanna, Samppa, Tuuka, Pate, Pukari und wie die Kinder alle heißen. Dann gibt es ein seltsames Mißverständnis mit einem Essay, neuen Schulmöbeln und der Aufsichtsbehörde, und schon werden die Kinder allesamt an die Zentralschule in der nächstgrößeren Stadt versetzt. Irgendwo im Hintergrund freilich werden noch ganz andere Pläne verfolgt: Denn der windige Betreiber eines Rennstalls will sich Schule und Dorf unter den Nagel reißen, um dort eine Rennstrecke zu bauen. Das wollen sich die Kinder natürlich nicht bieten lassen. „Filmfest München: Ella und ihre Freunde (2012)“ weiterlesen

Filmfest München: Otto ist ein Nashorn (2013)

Das Filmfest München (28. Juni-6. Juli 2013) wartet auch in diesem Jahr mit einer eigenen Sektion zum Kinderfilm auf – einige der Filme, die dort laufen, möchte ich hier in loser Folge gerne vorstellen.

Topper ist ein bißchen einsam; seine Mutter kümmert sich zwar rührend um ihn, und natürlich ist da sein bester Freund Viggo, aber eigentlich möchte er auch gerne dieses nette Mädchen näher kennenlernen, dass ihn sogar zu ihrem Geburtstag eingeladen hat. Ohne Geschenk traut er sich allerdings nicht hin. Und am besten wäre es natürlich, wenn Toppers Vater mal wieder käme – der ist Seemann und eigentlich nie zuhause. Dann findet Topper bei seinen Streifzügen durch die Gegend einen Bleistift, der eine seltsame Eigenschaft hat: Was Topper mit ihm malt, wird alsbald lebendig. Vielleicht hätte er das Nashorn an der Zimmerwand deshalb nicht ganz so groß zeichnen sollen… „Filmfest München: Otto ist ein Nashorn (2013)“ weiterlesen