Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig (2005-2009)

Eines Tages dachte Tom an ein leckeres Erdbeermarmeladebrot mit Honig.

Bei uns läuft der Fernseher de facto … gar nicht. Genau genommen haben wir nicht einmal so ein richtiges Fernsehgerät, und was als solches fungieren kann, ist zugleich mein Zweitmonitor und jedenfalls nichts, was im Alltag als Fernseher sichtbar wäre. (Das Gerät steht außerdem und auch deshalb im Arbeitszimmer.) Nachrichten gibt’s, Mediathek und Livestream sei Dank, meist vom Laptop. Aber ich schweife ab.

Jedenfalls mag das erklären, warum mir ein solches Kleinod wie Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig bisher entgehen konnte, das doch auf dem Sender Kika einen durchaus regelmäßigen Sendeplatz zu haben scheint – für eine Sendung mit insgesamt gerade einmal 52 Folgen, jede einzelne gerade fünf Minuten lang, ist das kein schlechtes Schicksal. „Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig (2005-2009)“ weiterlesen

Feuerwehrmann Sam (2008-)

Feuerwehrmann Sam arbeitet in einer kleinen Feuerwache in einem kleinen walisischen Dorf nahe der Küste, in dem wirklich alles sehr generisch ist; damit die Tage nicht gänzlich ereignislos dahingehen, gibt es z.B. den rothaarigen Norman Price, der gerne allerlei Dinge anstellt, die dann unwillkürlich oder wegen Unachtsamkeit in mittelschweren Katastrophen münden, welche wiederum Feuerwehr oder nahe Bergwacht stets zu begrenzen wissen, bevor es wirklich irgendwem weh tut. Ansonsten noch Teil des Theaters: Normans Mutter, die den lokalen Supermarkt betreibt und die Karikatur einer britischen Hausfrau sein soll, sowie Normans Freundin Mandy, deren Mutter auch noch die lokale Ersthelferin und Krankenschwester ist. Und noch einige Nebenfiguren mehr.

Den derzeit erhältlichen (amazon) relativ neuen Folgen gingen schon einige Staffeln voraus, wie sich im sehr ausführlichen englischsprachigen Wikipedia-Artikel nachlesen lässt; und wenn man die Folgen in der Originalfassung ansieht, gewinnen sie in der Tat durch den Akzent und die Sprechweise der Figuren noch ein wenig Charme. Vor allem aber erfährt man dort, dass der (vor allem feuerpräventive) didaktische Ansatz der Serie schon immer dazu gehörte. (Wer je in Großbritannien gelebt hat, erinnert sich vielleicht an Feuerzeuge, auf denen vor Brandgefahr gewarnt wird.) „Feuerwehrmann Sam (2008-)“ weiterlesen

Die Goonies (1985)

In der Rücksicht erscheint es mir so, als seien Die Goonies schon immer Teil meiner Kindheit gewesen sein. Aber die Geschichte weiß eine einfache Antwort darauf: der Film kam erst 1985 heraus, so dass ich ihn erst gesehen haben kann, als ich das Alter von zwölf Jahren auch erreicht hatte, dass man haben muss, um den Film legal sehen zu dürfen.

Wie die Fügung es will, war das auch das Jahr, in dem ich meinen Heimcomputer bekam, einen Commodore 64, und das Spiel „Die Goonies“ ist eine jener Vergnügungen, die mir von damals immer noch sehr in lebendiger Erinnerung geblieben ist. – Hier kann man jemandem dabei zusehen, der es ganz durchspielt: „Die Goonies (1985)“ weiterlesen

Der kleine Rabe Socke (2012)

Der kleine Rabe Socke ist, wie soll man das sagen: Kein Kind von Traurigkeit? Nicht eben der nachdenkliche Typ? Ach, machen wir kein großes Federlesen drum: er ist frech, vorlaut, von sich selbst eingenommen und gelegentlich schlicht und ergreifend rücksichtslos. Er lügt und schummelt und nutzt auch schon mal seine Freunde schamlos aus, wenn er das brauchen kann. Nur richtig bösartig, das ist er eben eigentlich nicht, er hat auch Angst, vor allem vor dem Alleinsein, nur eingestehen kann er das weder sich selbst noch seinen Freunden so richtig. Und damit ist er: eine ganz und gar großartig ambivalente Figur, sicher in höchstem Maße zur Identifikation geeignet, denn wie sollte ein Rabe mit gestreifter Socke noch näher an unseren eigenen Schwächen sein?

Für den bezaubernden Animationsfilm Der kleine Rabe Socke durchlebt Socke nun ein besonderes Abenteuer: Weil er ein wenig zu forsch dabei vorgeht, sich aus dem Staudamm oberhalb der Siedlung im Wald Holz für seine eigenen Zwecke zu rupfen, bringt Socke alle in Gefahr. Der Staudamm droht zu bersten, und da können nur die Biber noch helfen. Die aber wohnen außerhalb des Waldes, wo noch keiner von Sockes Freunden war; mit Tricks und Mühen überredet er Wolle und Eddi, mit ihm zu kommen – aber auch dann ist es noch nicht ganz einfach, die Biber auch nur zu finden. Zumal Socke sich mit seinen Lügengeschichten irgendwann furchtbar selbst im Wege steht. Derweil sind daheim ihre Freunde sehr damit beschäftigt, die Schäden am Staudamm vor Mutter Dachs geheimzuhalten… „Der kleine Rabe Socke (2012)“ weiterlesen

Der Mondmann (2012)

Der Mondmann ist etwas einsam auf seinem Mond, und langweilig ist ihm womöglich auch. Er greift nach dem Schweif eines vorbeifliegenden Kometen und lässt sich zur Erde tragen, wo er Gerüche, Pflanzen und Tänze kennenlernt und schließlich den Erfinder Bunsen van der Dunkel. Allerdings erfährt auch der Präsident, der über die ganze Erde herrscht, von der Ankunft des Mondmannes, und eröffnet bald die Jagd auf ihn – denn da die Erde nun ganz erobert ist, bleibt als nächstes nur, wie eine Frau mit roten Haaren im einflüstert: “der Mond, der Mond”.

Es ist ein kleines Wunder und womöglich ein Wunder der Handlungsentwicklung, wie man aus einem schmalen, eher bescheidenen Bändchen wie Der Mondmann von Tomi Ungerer (amazon) einen Film von 95 Minuten machen kann; und weil die wenigen Seiten tatsächlich nicht genug Stoff hergeben, finden sich im Drehbuch von Stephan Schesch, der auch Regie führte, so allerhand andere Figuren, die zum Teil direkt (die Verführerin mit den roten Haaren), zum Teil weniger direkt aus anderen Werken des Ungerer-Kosmos entsprungen zu sein scheinen und sich hier mehr oder minder gut einfügen. (Dem Autor scheint’s gepaßt zu haben, Ungerer ist als Erzähler eingesprungen und immer wieder zu hören. Wie überhaupt illustre Namen zu den Sprecher_innen gehören: Katharina Thalbach (als Mondmann), Ulrich Tukur, Ulrich Noethen und Corinna Harfouch.) „Der Mondmann (2012)“ weiterlesen

Madagascar 3: Flucht durch Europa (2012)

Ich muss gestehen, dass ich nicht eben ein großer Fan der Madagascar-Filme bin; vor allem der erste Streifen war mir zu schlicht in seiner Grundanlage und dann zu chaotisch und zu laut, um sich, trotz einzelner wunderbarer Ideen (bezeichnenderweise vor allem in den Nebenfiguren sichtbar), wirklich in mein Herz zu zaubern. Hinzu kommt, dass ich Franchise-Unternehmungen vor allem im Kinderfilm immer sehr skeptisch gegenüberstehe – gerade im Trickfilm folgten oft auf mediokre, aber halbwegs erfolgreiche Erstlinge ein Schwung billiger Direct-to-Video-Produktionen, die man keinem Kind ernsthaft mehr zumuten möchte.

Madagascar 3 nun überraschte mich insofern, dass es auf der einen Seite gar nicht erst ernsthaft versuchte (was viele Franchises machen), mehr des Gleichen zu bieten, sondern sich an der konsequenten Austreibung von Handlungselementen versuchte. Auf der anderen Seite verlangt es (auch deshalb) aber genaues Wissen darüber, mit wem man es hier eigentlich zu tun hat und was diese Figuren antreibt. Mit anderen Worten: der Löwe Alex, das Zebra Marty, die Giraffe Melman und die Nilpferddame Gloria werden überhaupt nicht mehr vorgestellt (ebensowenig wie die Pinguine, die Affen und alle anderen Figuren, die aus den ersten beiden Filmen bekannt sind), und es wird auch nicht erklärt, nur ein wenig gezeigt, warum die Tiere unbedingt nach New York (zurück) wollen. „Madagascar 3: Flucht durch Europa (2012)“ weiterlesen