Streaming-Tipps (3. September 2019)

In meinem Newsletter schicke ich (fast) jede Woche jeweils einen Streaming-Tipp für Kinder und Eltern mit – Neuerscheinungen oder Fundstücke auf Netflix oder Amazon Prime, gelegentlich auch ganz Filme, die ohne Abo kostenfrei erreichbar sind. Auf diese Filme (aber nicht immer die gleichen) möchte ich auch hier im Blog hinweisen, im Wechsel mit Hinweisen auf Neuerscheinungen auf DVD und Blu-ray.

Mein Leben als Zucchini

Claude Barras’ berührender Animationsfilm war einer meiner Lieblinge des Jahres 2017, ein ganz und gar freundlicher, tief trauriger und zugleich lebensfreudiger Film über das Schicksal eines kleinen Waisenjungen. Bezaubernd animiert und mit einem hervorragenden Drehbuch von Céline Sciamma, für die 66 kurzen Minuten von Mein Leben als Zucchini sollten wir alle uns die Zeit nehmen.

(FSK 0, empfohlen ab 10 Jahren – Mein Leben als Zucchini auf amazon Prime)

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Der kleine Rabe Socke

Der kleine freche Rabe ist freilich in Kinderzimmern bestens bekannt, die erste Verfilmung wurde dann aber, das war durchaus ein wenig überraschend, ein wirklich schlauer Film, der vor allem dadurch glänzt, dass er ganz auf einen Bösewicht, eine Antagonistin verzichten kann. Der kleine Rabe Socke steht sich selbst ja schon genug im Weg.

(FSK 0, empfohlen ab 6 Jahren – Der kleine Rabe Socke auf amazon Prime)

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Clara und das Geheimnis der Bären

Magie, die sich in unser Leben schleicht: die 13-jährige Clara ist nicht darauf vorbereitet, dass sie auf einmal Dinge wahrnimmt, die außer ihr niemand wahrnehmen kann. Dahinter aber versteckt sich ein größeres Geheimnis… Clara und das Geheimnis der Bären ist ein Schweizer Kinderfilm, den ich seinerzeit sehr gerne gesehen hatte, denn er “umschifft weitgehend die Neigung zur Naturmystik zugunsten klarer Bilder. Ein Film wie die Schweizer Bergluft.

(FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren – Clara und das Geheimnis der Bären kostenlos (mit Werbung) bei netzkino/YouTube)

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Empfehlung für die Eltern: Brazil

Terry Gilliams Brazil ist eine dystopische Groteske, wie sie ihresgleichen sucht. Ein Alptraum schon in seiner Welt voller Maschinen, Schläuche, Wände und Bildschirme, stattdessen fast ganz ohne Grün. Zugleich fast eine Parodie, mindestens ein sarkastischer Kommentar auf 1984 – das Orwell-Jahr lag beim Erscheinen dieses Films gerade mal ein Jahr zurück, aber wohin sollte es noch weiter gehen? So bizarr hingeschludert der Film im übrigen manchmal wirkt, zwischendrin gibt es großartige Bilder zu sehen; und großartige Schauspieler_innen dazu.

(Brazil auf amazon Prime – leider ausschließlich in deutscher Synchronisation verfügbar)

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Empfehlung für die Eltern: Ein riskanter Plan

Nichts ist, wie es scheint: die besten Voraussetzungen also für einen Thriller. Asger Leths Spiel über Abgründen wandelt etwas auf den Spuren von Spike Lees Inside Man, ohne ihn je ganz zu erreichen – trotzdem spannendste Unterhaltung.

(Ein riskanter Plan auf amazon Prime)

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Empfehlung für die Eltern: The King’s Speech

Der König stottert, und das darf nicht sein. Tom Hoopers an wahren ereignissen orientiertes Biodrama aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges ist im Grunde eine Buddy-Comedy mit Colin Firth als George VI und Geoffrey Rush als sein, sagen wir, Logopäde. The King’s Speech wurde mit vier Oscars ausgezeichnet, und auch wenn einige Kritiker_innen sich gar nicht mit dem Film anfreunden konnten, mir hat er ausnehmend gut gefallen.

(The King’s Speech auf Netflix)

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(Foto: Polyband)

Goldene Zeiten im Animationsfilm

Vielleicht war es der Moment, als die Gruppe Waisenkinder beim Winterausflug plötzlich stehenblieb. Alle blickten der Mutter nach, die mit ihrem Kind spricht, und in ihren großen Augen spiegelt sich Sehnsucht und Traurigkeit und Verzweiflung und Hoffnung. Vielleicht war es das aufregende Erlebnis, als sich Kubos Origami-Papierchen, von seiner Musik getrieben, zu Figuren falten und eine Geschichte ausagieren, vom tapferen Kämpfer und gefährlichen Monstren.

Diese zwei Szenen aus Mein Leben als Zucchini und Kubo – Der tapfere Samurai gehören zu den größten Augenblicken im Animationskino der vergangenen Monate. Und die beiden Filme stehen exemplarisch für die Pole, zwischen denen Animationsfilme pulsieren könne: Der eine ein ruhiges Drama, so melancholisch und ernsthaft wie lebensbejahend, der andere ein actionreiches Abenteuer mit phantastischen Figuren, Magie und Schwertkämpfen. Beide erzählen in wunderschönen, poetischen Bildern komplexe Geschichten mit Stop-Motion-Animation auf dem Stand der Zeit.

Ich durfte am Sonntag das zehnte Türchen des diesjährigen Adventskalenders auf kino-zeit.de befüllen und habe dafür ein Loblied auf den Animationsfilm im frühen 21. Jahrhundert geschrieben.

(Foto: Polyband)

Kinderfilme: erste Highlights für 2017

Ich finde es bei Kinderfilmen immer schwierig, sinnvoll vorherzusagen, welche Filme im Lauf eines Jahres wirklich, wirklich interessant sein werden; denn gerade die kleineren, spannenden Produktionen bekommen oft erst sehr kurzfristig (falls überhaupt) einen Starttermin für die Leinwände, und nicht wenige werden vorher zu kleinen, glitzernden Überraschungen etwa auf der Berlinale im Februar, dem Goldenen Spatz oder dem Filmfest München im Juni.

So ist der Blick auf die bisher bekannten Kinostarts des Jahres auch ein wenig Kaffeesatzleserei und Hörensagen – und die Datenbasis hat eine starke Schlagseite zu amerikanischen Großproduktionen, für die es jetzt schon sichere Kinostarts gibt. Die kleineren Produktionen werden sich erst im Lauf der Monate dazwischen gesellen, und auf sie darf man sich oft besonders freuen.

Ich habe hier einmal kurz und knapp die Kinderfilme zusammengefasst, auf die ich mich in diesem Jahr wirklich freue, und sie nach Kinostart sortiert. Habt Ihr andere Favoriten? Die Liste aller aktuell bekannten Kinostarts 2017 findet Ihr hier – ich freue mich auf Eure Meinungen!

Sieben Minuten nach Mitternacht

Die Verfilmung des wunderbaren Buches A Monster Calls startet am 9. Februar in den deutschen Kinos – und ist sicherlich ebensowenig etwas für kleinere Kinder wie der Roman von Siobhan Dowd und Patrick Ness: Eine düstere Geschichte über einen Jungen, dessen Mutter stirbt und der niemanden hat, dem er sich anvertrauen kann und der ihn versteht – außer dem Monster da draußen, dem riesigen Baum. Das Buch hat mich in ein schniefendes und schluchzendes Häufchen inmitten gebrauchter Taschentücher verwandelt, und wenn die eigenen Kinder das vielleicht auch noch nicht sehen können oder sollen – das Buch ist eigentlich Pflichtlektüre für Eltern, und der Film soll, nach allem, was man hört, seiner Vorlage Ehre erweisen. Ich bin sehr gespannt.

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The Lego Batman Movie

Am gleichen Tag knackiges Kontrastprogramm: The Lego Batman Movie ist ein Spin-Off von The Lego Movie, in der (diese Variante von) Batman ja schon einen Auftritt als nicht unbedingt selbstbewusste Figur hatte. Der Trailer verspricht ein ebenso unterhaltsames, womöglich deutlich actionlastigeres und vielleicht noch klamaukigeres Abenteuer; aber wenn dafür das linkisch angeklebte Ende aus dem ersten Film nicht wiederholt wird, nehme ich das gerne in Kauf.

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Mein Leben als Zucchini

Dieser schweizerisch-französische Animationsfilm hat schon enorm viele Lorbeeren bei den Kritiker_innen anderswo eingeheimst – die Geschichte um den kleinen Jungen Zucchini, der nach dem Tod seiner Mutter in ein Waisenhaus kommt, war bei den Golden Globes als bester Animationsfilm nominiert. Ich werde ihn hoffentlich in den nächsten Tagen sehen – es spricht aber alles dafür, dass dies einer der interessantesten Kinderfilme des Jahres sein wird. (Kinostart: 16. Februar)

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Die Schöne und das Biest

Wenn am 16. März diese Realvariation auf den Disney-Klassiker von 1991 ins Kino kommt, sind dann auch erst einmal die spannenden Kinderkinostarts der ersten Monate abgehakt – und die kleineren sowieso. Ich sehe mich außerstande vorab auch nur zu vermuten, ob Emma Watson (Hermione aus den Harry Potter-Filmen) als Belle hier nur in einem CGI-Spektakel rumhopst, oder ob der Film die Verhältnisse zum Tanzen bringt. Ich war allerdings auch von Cinderella wenig begeistert, während andere Kritiker_innen von der Aschenputtel-Realverfilmung völlig verzaubert waren. Also ist mein Urteil hier sicher nicht unfehlbar.

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Ich – Einfach unverbesserlich 3

Nach dem stellenweise netten, insgesamt eher vergurkten Minions-Spin-Off versucht sich Regisseur Pierre Coffin jetzt doch noch einmal an Gru samt Partnerin Lucy als Hauptpersonen – da der erste Film wirklich großartig war, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass ab 6. Juli zumindest brüllend komische Familienunterhaltung in den Kinos aufschlägt.

https://www.youtube.com/watch?v=ZkBGlFeUprE

Cars 3

Der erste Hinweis auf Cars 3 tauchte unvermittelt auf – und machte einen auch visuell ganz anderen Eindruck als die ersten zwei Cars-Filme. Mit dem dritten Trailer hat sich das nun schon wieder etwas angeglichen – und ich bin skeptisch, aber ich mochte die Reihe noch nie besonders: Zu viele Stereotype, zu wenig Selbstironie, zu viel Krach und definitiv viel zu viel Merchandise. Der zweite Film war außerdem einfach nur bescheuert. Ein bisschen Hoffnung bleibt (hey, es ist Pixar) – aber vielleicht wird aus Cars 3 auch nur ein weiterer Versuch, möglichst viel Geld abzuschöpfen. (Kinostart: 28. September)

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Coco

Über Coco, der am 23. November starten soll, weiß man noch nicht so viel – außer dass der Pixar-Film in Mexiko spielt und thematisch um den Dia de los Muertos, den Tag der Toten, kreisen soll.

Paddington 2

Der Bär aus dem finstersten Peru kehrt am 7. Dezember, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, in die Kinos zurück. Die Handlung des Films setzt wohl unmittelbar nach dem ersten Film ein, da Paddington sich auf den 100. Geburtstag seiner Tante Lucy vorbereitet. Ich kann nur hoffen, dass die Handlung diesmal ohne eine unnötig aufgedrehte antagonistische Figur auskommt, denn dies war das Einzige, was meinen Kinder und mir beim ersten Film den Spass so richtig verhagelt hatte.

(Foto: polyband Medien)