Bibi & Tina – Der Film (2013)

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Eines muss man Detlev Buck schon zugestehen: Er weiß genau, einen Film über eine pubertierende Junghexe (also Bibi Blocksberg) und ihre Freundin Tina, die Jungs und Pferde toll finden, also eigentlich jedes Klischee von „Mädchen“ erfüllen, das man in den 1980ern noch für okay halten konnte, einen solchen Film kann man eigentlich nur als übertriebene Groteske inszenieren, als überdrehte Komödie (sowieso) mit grellbunten Klamotten, alles ein wenig zu sauber für Realität, der Bösewicht natürlich einseitig fies, seine Dopingmittel grün leuchtende Injektionsflüssigkeiten. (Funktioniert das in der Trickserie irgendwie besser? Ich kenne sie nicht, freue mich aber über Meinungen.)

So weit, so richtig. Deshalb ist Bibi & Tina auch ein Film, in dem es vorgeblich emotional kracht und knallt, die Zickereien und Intrigen spielen sich allerdings auf schwächlichstem High-School-Film-Niveau ab, bis hin zum Satz: „Das Schloss ist zu klein für uns beide.“ Auch die Zaubersprüche und in ihrem Gefolge die Scherze sind von atemberaubender Harmlosigkeit. Man trägt viel Primärfarben, die Schergen des Bösewichtes (als Einziger hingebungsvoll: Charly Hübner) natürlich schwarz, trotz eines Alltags in Pferdeställen sind alle immerzu blitzsauber.

So wird aus der Groteske eine sehr schale Angelegenheit, eine Ansammlung flacher Scherze, in der eigentlich alles zum Fremdschämen ist: die Dialoge, die Klamotten, die aufgesetzten Konflikte. Und dann wird die Handlung – eigentlich mag ich das ja – unterbrochen von kleinen Songs, planloserweise teilweise auf Englisch gesungen, als müsse das so sein, weil Jugendfilm. Dabei ist zum Beispiel der Titelsong ja recht eingängig.

Was den Film aber wirklich und letztendlich unerträglich macht: Es geht um nichts. Es geht nicht wirklich ums Reiten, jedenfalls nicht mit irgendeinem Maß von Ernsthaftigkeit oder Leidenschaft; es geht nicht wirklich um die Freund- oder Liebschaften, da passiert nichts ernsthaft; und es geht nicht um den Konflikt zwischen Richtig oder Falsch, zwischen Doping und Aufrichtigkeit. Alles Behauptung, keine Substanz. Alles egal.

(Und man sollte in diesem Zusammenhang noch einmal an Anna Wollners berechtigte Einschätzung erinnern, bei Bibi & Tina handle es sich um „eine pornös angehauchte Männer-Mädchen-Reitfilm-Fantasie, die näher am „Schulmädchen-Report“ liegt als an einem pädagogisch wertvollen Kinderfilm.“)

Bibi & Tina – Der Film, Deutschland 2013. Regie: Detlev Buck, 101 Min. FSK 0. Erschienen auf DVD und Blu-ray.

(Foto: DCM)

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