Neu im Kino: 31. Oktober 2019

Soweit es Kinoneustarts gibt, stelle ich sie hier zuweilen vor – fast immer mit Trailer und in der Regel mit einer kurzen Einschätzung – entweder verweisend auf meine eigene ausführliche Kritik oder auf die Einschätzung einer Kollegin oder eines Kollegen.

Invisible Sue – Plötzlich unsichtbar

Sue Hartmann fühlt sich in der Schule oft unsichtbar – aber als sie sich plötzlich wirklich unsichtbar machen kann, ist ihr das zunächst auch gar nicht recht. Ein deutscher Superheldinnen-Kinderfilm, der sich reichlich und gekonnt bei den großen Vorbildern bedient und über weite Strecken sehr amüsant anzusehen ist – ein paar kleine Schwächen hat er aber doch. Meine ausführlichen Besprechungen habe ich hier versammelt.

(FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren)

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(Foto: farbfilm Verleih)

Invisible Sue – Plötzlich unsichtbar (2019)

“Meine Superkraft: Ich bin unsichtbar.” Susanne Hartmann meint das eher ironisch. In der Schule ist sie die einzige, die nicht zur großen Halloween-Party eingeladen wird, und sie wird sogar gelegentlich im Klassenraum eingeschlossen, weil die Lehrerin übersehen hat, dass sie an ihrem Pult eingeschlafen war. Sie träumt sich hinein in eine Welt mit echten Superkräften, wie “Super Moon”, ihre Comicheldin; in der realen Welt schafft sie es noch nicht einmal, ihre Mutter davon zu überzeugen, dass sie sie Sue und nicht Susanne nennen soll.

Logo des Schlingel-Filmfestivals Invisible Sue – Plötzlich unsichtbar schnappt sich das Konzept der Superheld_in-Origin-Story und kippt sie in ein europäisches Schulsetting: Ein diesmal weiblicher Nerd, der anschließend mit zwei Sidekicks (der sympathische und gut aussehende, aber schüchterne Junge für alles Tobi und Computernerd Kaya, die alle nur “App” nennen) eine Herausforderung bestehen muss – und sich mitten in einem, nunja, Wissenschaftsthriller wiederfindet.

Meine ausführliche Kritik von Invisible Sue – Plötzlich unsichtbar, der zuletzt auch auf dem Schlingel-Filmfestival in Chemnitz zu sehen war, findet Ihr drüben bei kino-zeit.de.

Für das Kinder- und Jugendfilmportal habe ich noch eine zweite Kritik geschrieben, die einen etwas anderen Schwerpunkt wählt.

Invisible Sue – Plötzlich unsichtbar. Deutschland/Luxemburg 2019. Regie: Markus Dietrich, 95 Min. FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren. Kinostart: 31. Oktober 2019.

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(Foto: farbfilm Verleih)

Kinderfilmfest München 2019

In München ist man schon mal einfach so sehr stolz auf die Stadt, aber seit gestern Abend läuft dort das wirklich sehr stolzenswerte Filmfest München, das für die Zwecke dieses Blogs hier sich auch noch dadurch auszeichnet, dass es in sich drin ein Kinderfilmfest (bis 6. Juli) versteckt, dessen Programm sich gewaschen hat, mit Glitter gepudert und anschließend noch Strähnchen dran. Kuratiert wurde es in diesem Jahr von Katrin Miller und leider zum letzten Mal von Katrin Hoffmann, die in den letzten Jahren – ich habe das hier ja immer wieder betont – großartige Filme auf die Leinwände gebracht hat.

Eröffnet wird das Festival heute Nachmittag mit Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo! (FSK 0, empfohlen ab 8 Jahren), die Verfilmung zur sehr erfolgreichen Buchreihe. Normalerweise gehe ich solche Projekte ja eher mit großem Zynismus und wenig Hoffnung an, da aber die famose Neele Leana Vollmar, der wir die zwei besten Rico und Oskar-Filme verdanken, auf dem Regiestuhl saß, und der frisch erschienene Trailer so richtig schön Banane wirkt, wage und fasse ich Hoffnung.

Ein paar Filme aus dem Programm kenne ich schon; Meine wunderbar seltsame Woche mit Tess (FSK 0, empfohlen ab 9 Jahren) lief bereits auf der Berlinale (ausführliche Kritik hier), eine tolle Coming-of-Age-Geschichte von der holländischen Küste, deren einzige Schwäche meiner Meinung nach ist, dass die Titelfigur nicht auch die Hauptperson der Geschichte ist. Aber nun gut. Das ist in Invisible Sue – Plötzlich unsichtbar (FSK 6, empfohlen ab 10 Jahren) definitiv anders. Diese deutsch-luxemburgische Koproduktion versucht (mit heftigen Anleihen an die Invisible Woman a.k.a. Sue Storm von den Fantastic Four) eine kindgerechte Superheldinnengeschichte zu erzählen. Das gelingt nicht ganz so schön, wie ich es mir erhofft hatte, aber sehr unterhaltsam ist der Film (der auf keiner Comic- oder Buchvorlage beruht) dann eben doch.

Etwas weniger dramatisch, aber fast noch phantasievoller geht es in Lotte und die verschwundenen Drachen (FSK 0, empfohlen ab 5 Jahren) zu, dem dritten der Lotte-Filme nach dem jetzt schon acht Jahre alten Lotte und das Geheimnis der Mondsteine. Hier macht sich Lotte mit ihrer frisch geborenen Schwester eher nolens volens auf die Suche nach den im Titel erwähnten Drachen; das Panorama an Seltsamkeiten und schrägen Figuren, das sich durch den Film zieht, ist allein schon den Besuch wert, vor allem aber bekommt man selten einen Kinderfilm zu sehen, der so von Anfang bis Ende von tiefer Liebe durchzogen ist und nie, nie, nie auch nur in die Nähe von Gefühligkeit oder gar Schmalz kommt. Ein beglückender Ausflug auch für unerfahrene Kinobesucher_innen.

Über die anderen Filme, das Kurzfilmprogramm eingeschlossen, kann ich leider nicht viel sagen. Könnte ich allerdings vor Ort sein, ich würde mir jeden einzelnen Film ansehen wollen; also tut das, wenn Ihr könnt, unbedingt an meiner statt. Und lasst mich gerne wissen, was Ihr von den Filmen haltet, die Ihr gesehen habt!

Es gibt das gesamte Programm des Kinderfilmfests auch hier als Flyer (PDF) mit den Vorführungszeiten und -orten (inkl. einem kleinen Fehler: Mein Lotta-Leben – Alles Bingo mit Flamingo! wird am (heutigen) Freitag, den 28. Juni, das erste Mal gezeigt, nicht am Samstag.)

(Fotos: Filmfest München)