Berlinale 2020: Mignonnes (2019)

Berlinale-Logo Diese Filmkritik gehört zu meiner Berichterstattung von der Kinder- und Jugendfilmsektion Generation Kplus der Berlinale 2020. Alle Filmbesprechungen und sonstigen Berichte von diesem Festival gibt es hier im Blog unter dem Tag #berlinale.

Die elfjährige Amy (Fathia Youssouf) ist gerade mit ihrer Mutter Mariam (Maïmouna Gueye) und ihrem kleinen Bruder in eine neue Wohnung in Paris eingezogen; der Vater ist noch im Senegal. Relativ bald wird offenbar, dass das schöne große Schlafzimmer, das zwar vorbereitet wird, jedoch immer verschlossen bleibt, für ihn und seine neue Zweitfrau vorgesehen ist. Mariam nimmt das hin, mit Verzweiflung, Tränen und dann stoischer Fassade.

Freunde hat Amy hier noch nicht; aber sie ist fasziniert von einer Gang von vier Mädchen, die ihr in der Schule immer wieder mit kleinen, rebellischen Aktionen auffallen. Deren Anführerin Angelica (Médina El Aidi-Azouni) wohnt zufällig in ihrem Haus; Amy beobachtet sie dabei, wie sie sich die Haare mit dem Dampfbügeleisen plättet. Die Mädchen, die sich als Tanzgruppe bei einem Talentwettbewerb beworben haben und sich „Mignonnes“ nennen (auf Deutsch „Die Süßen“ oder „Die Niedlichen“), hänseln Amy zuerst, aber nach und nach kann sie sich ihre Sympathien erarbeiten und darf schließlich sogar mittanzen. Ein von ihrem Cousin gestohlenes Smartphone spielt eine nicht geringe Rolle dabei.

Die Grundkonstellation von Mignonnes, dem Langfilmdebüt von Maïmouna Doucouré, ist weder besonders komplex noch besonders originell: Hier die traditionell strukturierte Familie, in der eine ältere Tante dafür sorgt, dass Amy lernt, wie sich ein Mädchen, eine Frau zu benehmen und zu verhalten habe – ganz auf das Ziel der Ehe abzielend. Dort das aufregende Leben der Gegenwart, die tanzenden Mädchen, die (allerdings etwas ziellose) Freiheit von solchen Zwängen.

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Berlinale 2020: Mugge og vejfesten (2019)

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Mugge, eigentlich Morgen, ist ein übermütiges Kind mit einem positiven Blick auf die Welt: „Heute war zu 1000 Prozent perfekt und morgen wird sogar noch besser!“ Nur dass am nächsten Morgen sein Vater apathisch vor dem Haus im Sandkasten liegt, weil Kirsten, Mugges Mutter, ihn verlassen hat, für einen CrossFit-Enthusiasten. Wer sich nicht unterkriegen lässt: Mugge. Das geplante Straßenfest ist doch der perfekte Rahmen für eine hingebungsvolle Liebeserklärung seines Vaters an seine Frau, da muss doch noch was möglich sein!

Mugge og vejfesten (Mugge und das Straßenfest) ist der erste Animationslangfilm, bei dem Mikael Wulff und Anders Morgenthaler gemeinsam Regie führen; ich kannte die beiden vorher primär als Wulff+Morgenthaler aka „Wumo“, als Autoren hinter einem, sagen wir freundlich, respektlos-zynischen Comicstrip, der immer böse und manchmal sehr treffend die moderne Gesellschaft aufs Korn nimmt.

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Berlinale 2020: H is for Happiness (2019)

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Das „H“ steht für Happiness, was man hier vorzugsweise mit Lebensfreude oder Glück übersetzen möchte; Candice Phee, zwölf Jahre alt und möglicherweise etwas seltsam, bekommt diesen Buchstaben vorgestellt und soll bei einer Schulaufführung dazu etwas Mitreißendes auf die Bühne bekommen. Glücklicherweise kann das „H“ allerdings auch für etwas anderes stehen, denn mit dem Glück ist das so eine Sache, es lässt sich schwer zwingen.

Aber Candice, mit offenen Augen und offenem Gesicht grandios gespielt von Daisy Axon, wird es jedenfalls versuchen. Ihre Eltern (Emma Booth und Richard Roxburgh) haben sich seit dem Plötzlichen Kindstod von Candices Schwester Sky weitgehend zurückgezogen – die Mutter in ihr Schlafzimmer, der Vater an seinen Schreibtisch, wo er immerzu schreibt und programmiert. Und weil es irgendeinen Streit zwischen den Brüdern gab, den sie nicht mehr ansprechen wollen, hat auch ihr Onkel „Rich Uncle Brian“ (Joel Jackson) nur noch mit Candice Kontakt.

Dass ich immer noch keine ausführliche Besprechung von Rocca verändert die Welt hier im Blog veröffentlicht habe, von diesem eigentlich sehr schönen und vor allem sehr unterhaltsamen Film von Katja Benrath, hat vor allem damit zu tun, dass es mir noch nicht so richtig gelungen ist, meine ambivalenten, gar widersprüchlichen Gefühle zu diesem Film und zur Rolle seiner Hauptfigur richtig in Worte zu fassen. Interessanterweise erlaubt H is for Happiness es mir, diese meine Gefühle etwas klarer zu fokussieren.

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Berlinale 2020: Alle Filme der Generation

Berlinale-Logo Alle aktuellen Filmkritiken von der Kinder- und Jugendfilmsektion Generation Kplus der Berlinale 2020 gibt es hier im Blog unter dem Tag #berlinale.

Die Berlinale Generation, die Kinder- und Jugendfilmsektion der Berliner Filmfestspiele, haben heute ihr vollständiges Programm veröffentlicht.

Berlinale-Logo Die Berlinale 2020 findet vom 20. Februar bis 1. März 2020 statt. Ich habe hier nur die Filme – aufgeteilt in Kinder- und Jugendfilme – zusammengetragen und alphabetisch sortiert zusammengetragen, die ich nicht bereits im Dezember aufgelistet habe. Die Handlungs-Beschreibungen stammen von der Website der Berlinale, Clips, Trailer und Videos aus den Ergebnissen meiner eigenen Recherche.

Generation Kplus (Kinderfilme)

Broken Bird von Rachel Gordon (USA)
Weltpremiere / Kurzfilm

Birdie wächst als Tochter eines Schwarzen Amerikaners und einer Weißen auf, ist Jüdin, hat unbändiges Haar und muss klarkommen mit den unterschiedlichen Identifikationsangeboten um sie herum. Ein Schlaglicht auf die Herausforderungen gelebter Intersektionalität, bestärkend und originell.

Elders von Tony Briggs (Australien)
Dokumentarfilm / Kurzfilm

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Berlinale 2020: Die ersten Filme der Generation stehen fest

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Vorgestern wurden die ersten Filme bekanntgegeben, die im kommenden Jahr in der Kinder- und Jugendfilmsektion Generation der Berlinale zu sehen sein werden.

Berlinale-Logo Die Berlinale 2020 findet vom 20. Februar bis 1. März 2020 statt. Ich habe die Filme – aufgeteilt in Kinder- und Jugendfilme – hier alphabetisch sortiert zusammengetragen; die Beschreibungen stammen von der Website der Berlinale. Clips, Trailer und Videos habe ich nach eigener Recherche hinzugefügt.

Generation Kplus (Kinderfilme)

Death of Nintendo von Raya Martin (Philippinen/USA)
Weltpremiere

Vom Computerspielen kann vier 13-Jährige nur wirklich Erschütterndes abhalten: Der Ausbruch eines Vulkans, erste Gefühle von Verliebtheit, die berüchtigte Männlichkeits-Initiation. Der philippinische Regisseur Raya Martin (Independencia, 2009 WCF und La Última Película, 2014 Forum Expanded) taucht ein in die schillernde Welt der Popkultur der 1990er.

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Kinder (2019)

Was machen die Kinder eigentlich so den ganzen Tag, wenn niemand zuschaut? Doch, wirklich, Eltern kennen das, diesen tiefsitzenden Wunsch, zuschauen zu können, „Mäuschen zu spielen“, wie man so sagt – also einen Blick darauf zu bekommen, was ihr langsam selbständiger werdender Nachwuchs so treibt, wenn sie nicht zuschauen, wenn sie sich frei bewegen.

Mit Kinder kann Nina Wesemann diesen Wunsch erfüllen – natürlich nur scheinbar, denn wenn in ihrem Dokumentarfilm Kinder allein durch die Straßen Berlins streifen, dann streifen sie natürlich eben nicht allein, sondern wenigstens mit einer Kameraperson. Wobei sich auch darüber hinaus zeigt, wie wenig die Kinder unbedingt das Alleinsein suchen (manche schon, manchmal), sondern immer und immer wieder sich mit Freundinnen und Freunden treffen und herumtreiben, von Geschwistern zu schweigen.

Die Kinder- und Jugendsektion der Berlinale zeigt dieses Jahr auch einige Dokumentarfilme – meine Festivalkritik zu Kinder ist auf kino-zeit.de erschienen. Alle weiteren Infos zum Film gibt es auf der Website des Festivals.

Kinder. Deutschland 2019. Regie: Nina Wesemann, 77 Minuten. Empfohlen ab 8 Jahren. Aktuell auf der Berlinale.

(Foto: Leykauf Film)