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Ice Age – Die Abenteuer von Buck Wild (2021)

Ich wusste vor diesem Film und der Recherche für meine Kritik nicht, dass es Zorillas gibt – keine Stinktiere, nicht einmal mit ihnen verwandt, aber sie verwenden eine ähnliche Art der Selbstverteidigung mit stark riechendem Sekret aus ihren Analdrüsen. Das ist toll und ich will jetzt noch mehr über sie erfahren. Man kann also selbst aus den schlimmsten Filmen noch etwas lernen.

Wobei Ice Age – Die Abenteuer von Buck Wild, diese Nur-fürs-Streaming-gemachte Fortsetzung der Ice Age-Franchise, nicht einmal im furchtbaren Sinne schlimm ist – er ist einfach nur belanglos, grundlegend uninteressant, uninspiriert und fad. Die Opossa (Opossums?) Crash und Eddie wollen nicht mehr unter der Fuchtel ihrer Mammut-Adoptivschwester stehen und machen sich auf in die Welt, landen aber versehentlich “nur” wieder in der Arthur-Conan-Doyle-artigen “Verlorenen Welt”, die schon aus Ice Age 3 – Die Dinosaurier sind los bekannt sein könnte.

Dort haust immer noch das titelgebende Wiesel Buck Wild, das für Frieden und Harmonie unter den Säugetieren und Dinosauriern der unterirdisch lichtdurchfluteten Welt gesorgt hat; nun wird der Frieden aber von Orson bedroht, einem Protoceratops mit Megamind-förmigem Gehirnüberschuss und Großmachtsphantasien. Crash und Eddie wollen Buck beistehen, ebenso wie Zee – kein Stinktier, sondern eine Zorilladame.

Es folgen reichlich Auseinandersetzungen, Rückschläge und unblutige Auseinandersetzungen mit Velociraptoren, es ist alles eher generisch, Aufregung wird nur künstlich durch Geschrei erzeugt. Die Animation sieht so aus, als habe man in den zwanzig Jahren (ja, so lange ist das her) seit dem ersten Ice Age-Film nicht allzu viel dazugelernt, und die beliebten Haupt- und Nebenfiguren kommen in diesem Film nur in einer Nebenhandlung (z.B. der von Otto Waalkes synchronisierte Sid) oder gar nicht (z.B. Scrat) vor.

Dazu wird mit schlechten Wortspielen und Scherzchen herumgespielt, deren bester noch “The lost world would be … lost.” ist – und mit “I love the smell of skunky gas in the morning” gibt es eine derartig deplatzierte Referenz auf Apocalypse Now, das es einen stinkenden Knoten im Gehirn verursacht. Muss man wirklich nicht gesehen haben.

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Ice Age – Die Abenteuer von Buck Wild (Ice Age: Adventures of Buck Wild), USA 2021. Regie: John C. Donkin, 82 Minuten. Ohne FSK, empfohlen ab 7 Jahren. Streamingstart: 25.03.2022, exklusiv auf Disney+.

(Fotos: Disney)

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