Neu im Kino: 30. Januar 2020

Soweit es Kinoneustarts gibt, stelle ich sie hier zuweilen vor – fast immer mit Trailer und in der Regel mit einer kurzen Einschätzung – entweder verweisend auf meine eigene ausführliche Kritik oder auf die Einschätzung einer Kollegin oder eines Kollegen.

Empfehlung der Woche: Romys Salon

Romy muss nach der Schule zu ihrer Großmutter in deren Salon, wo die Friseurin fleißig ihre Kund_innen versorgt; davon sind beide nicht besonders begeistert. Bis sie feststellen, dass sie miteinander doch ganz gut können, vor allem als Stine beginnt, Dinge zu vergessen. Mischa Kamps behutsames Drama ist ein berührender Film zum Thema Alzheimer, vor allem aber ein ehrlicher, offener Kinderfilm mit einem klaren Blick für gesellschaftliche Realität der Gegenwart.

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Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (2019)

In diesem Jahr möchte ich als eine mehr oder minder regelmäßige Einrichtung in jedem Monat (mindestens) einen Kinderfilm besprechen, bei dem eine Frau Regie geführt hat; den Hashtag dazu nenne ich #12FilmsByWomen, eine provisorische Filmliste gibt es hier, weitere Vorschläge sind stets willkommen.

Wir haben Als Hitler das rosa Kaninchen stahl im Kino gesehen, in einer ganz normalen Sonntagsvorstellung, es war für Fuldaer Verhältnisse bemerkenswert gut besucht, außer uns waren noch einige weitere Familien da, auch mit kleineren Kindern. In etwa gleicher Zahl wie die Familien waren aber auch und vielleicht sogar vor allem grauhaarige Menschen anwesend, vor allem Frauen.

Das muss nicht wundern, der Stoff ist ja nun etwas, mit dem vor allem unsere Generation und die vor uns aufgewachsen ist – Judith Kerrs Buch ist 1971 erstmals erschienen, 1973 auf Deutsch. Und der Name Caroline Link verspricht jedenfalls eine Verfilmung, die auch die ungeübten Kinogänger_innen nicht vor den Kopf stößt. Christel Strobel zitiert sie mit dieser Perspektive auf die Buchvorlage:

Man kann finden, dass dieser subjek­tive Blick auf Vertrei­bung harmlos erscheint, aber ich denke, gerade das zeichnet Judith Kerrs Buch aus. Kinder und Jugend­liche müssen sich vor dieser Geschichte nicht fürchten. Es ist keine Holocaust-Geschichte, die man jungen Menschen nicht zumuten mag.

Relativ dicht hinter saßen alte Damen, die sich gegenseitig befragten, ob die anwesenden Familien wohl womöglich im falschen Film gelandet seien oder ahnungslos seien ob des Inhalts. “Die haben vielleicht nur ‘Rosa Kaninchen’ gelesen, gleich merken sie womöglich, dass das kein Kinderfilm ist!”

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Berlinale 2020: Alle Filme der Generation

Berlinale-Logo Alle aktuellen Filmkritiken von der Kinder- und Jugendfilmsektion Generation Kplus der Berlinale 2020 gibt es hier im Blog unter dem Tag #berlinale.

Die Berlinale Generation, die Kinder- und Jugendfilmsektion der Berliner Filmfestspiele, haben heute ihr vollständiges Programm veröffentlicht.

Berlinale-Logo Die Berlinale 2020 findet vom 20. Februar bis 1. März 2020 statt. Ich habe hier nur die Filme – aufgeteilt in Kinder- und Jugendfilme – zusammengetragen und alphabetisch sortiert zusammengetragen, die ich nicht bereits im Dezember aufgelistet habe. Die Handlungs-Beschreibungen stammen von der Website der Berlinale, Clips, Trailer und Videos aus den Ergebnissen meiner eigenen Recherche.

Generation Kplus (Kinderfilme)

Broken Bird von Rachel Gordon (USA)
Weltpremiere / Kurzfilm

Birdie wächst als Tochter eines Schwarzen Amerikaners und einer Weißen auf, ist Jüdin, hat unbändiges Haar und muss klarkommen mit den unterschiedlichen Identifikationsangeboten um sie herum. Ein Schlaglicht auf die Herausforderungen gelebter Intersektionalität, bestärkend und originell.

Elders von Tony Briggs (Australien)
Dokumentarfilm / Kurzfilm

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Vier zauberhafte Schwestern (2019)

Vier zauberhafte Schwestern könnte im Grunde ein mit Hingabe sich auswalzender Ausstattungsfilm sein, alles ist bunt, alles ist kleinteilig zugestellt und dekoriert und hübsch gemacht. Die Haarpracht von Katja Riemanns Glenda knallt so richtig rein, die Hauptfiguren wechseln dauernd Klamöttchen und Sing/Tanz-Outfits, dass es nur eine Freude ist. Und gleichzeitig ist alles pittoresk, das Herrenhaus herrschaftlich, fast schloßartig, die Familie mit Geldproblemen wohnt dort nicht nur, sondern fährt auch Bayerische Wagen von nicht geringem Preis usw. usf.

Kurzum, es ist in vielem ein typisches Deutsches Kinderfilm-Idyll, kleinstädtisch und niedlich, “lieb, aber wenig hilfreich”, wie auch von den vier Mädchen ihre Eltern bezeichnet werden. Sie übrigens Cellistin, er “Kleinstadtdirigent”, und irgendwie ist mir das dafür alles zu unmusikalisch, auch wenn das Haus natürlich charmant-kreativ bemalt ist, von innen und so, die Kinder selbstorganisiert, die Eltern eben eher tüddelig und ahnungslos.

Es ist aber eben ein Film, der vier mit Magie hantierende Mädchen zeigt, dabei am femininen Weiblichkeitsbild aber auch gar keine Abstriche machen mag, auch wenn Flame und Sky (die Namen!) nicht immer im Kleid herumlaufen und Sky gerne Karate macht: Es wird getanzt und gesungen, Jungs werden angehimmelt, und deren irgendwie anschmachtenswert inszenierte Exemplare haben allesamt Fön- oder Gelfrisuren, dass man vor Langeweile dekompostieren könnte. „Vier zauberhafte Schwestern (2019)“ weiterlesen

Die vielleicht besten Kinderfilme, die 2020 ins Kino kommen

Wie auch im vergangenen Jahr habe ich einen Blick in meine Kristallkugel, meinen Kaffeesatz und die Kinostartliste geworfen und habe daraus zusammengetragen, welche Filme ich in diesem Jahr mit besonders heißem Herzen erwarte. Wie im vergangenen Jahr erwarte ich auch heuer, ein wenig enttäuscht zu werden und oft überrascht – vor allem deshalb, weil wie so oft die besten Filme des Jahres noch gar nicht offiziell angekündigt sind. (Oder natürlich nur auf Festivals oder auf Streaming-Portalen laufen.)

Die zehn meist erwarteten Kinderfilme 2020

Hier nun also zehn heiße Kandidaten aus den zum jetzigen Zeitpunkt ca. 43 angekündigten Kinderfilm-Kinostarts des Jahres 2020. Es werden vermutlich noch einige mehr (für 2019 habe ich 67 Kinostarts gezählt, und ich sehe keinen Grund, warum der Trend zu vielen, vielen bunten Filmen heuer nachlassen sollte) – auch deshalb starten die meisten der hier aufgelisteten Filme im ersten Halbjahr.

Was in dieser Liste noch fehlt: Wirklich viele Filme mit weiblichen Hauptfiguren – neben Dilili (9.), Poppy (8.) und Romy (5.) wäre da noch reichlich Platz. Auf jeden Fall habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen, in jedem Monat einen Kinderfilm von einer Regisseurin zu besprechen. (Hier die provisorische, noch unvollständige Liste dazu, Vorschläge werden in den Kommentaren gerne entgegengenommen.)

10. Spongebob Schwammkopf – Eine schwammtastische Rettung

Ich war von Spongebob Schwammkopf: Schwamm aus dem Wasser extrem positiv überrascht, obwohl der Schritt in die “reale” Welt für Spongebob zunächst völlig fremd erschien. Es war dann ein Fest des metamedialen Humors, albern und sehr vergnüglich, insofern mag ich auch diesem Film sehr gerne eine Chance geben. Und Keanu Reeves! (Kinostart: 28. Mai 2020) „Die vielleicht besten Kinderfilme, die 2020 ins Kino kommen“ weiterlesen

Serien für kleine Kinder

Längere Filme (also jene mit sogenannter “Spielfilmlänge”) sind für kleinere Kinder ab drei Jahren noch nicht geeignet – oft, weil sie zu aufregend und zu komplex sind, aber auch, weil ihre Dauer die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder noch überfordert. Besser geeignet sind daher Serienformate mit kurzen Einzelepisoden, die bekannte Strukturen wiederholen und für die Kinder in nachvollziehbarer Form kurze Geschichten erzählen.

Herr Rpunkt hat vergangene Woche ein paar Serienempfehlungen für kleine Kinder zusammengetragen, die es auf Netflix und amazon Prime zu sehen gibt und die ich leider allesamt noch nicht kenne, obgleich mir Puffin Rock auch schon sehr ans Herz gelegt wurde.

Ich möchte die sehr schöne Liste durch meine eigenen, so angestaubten wie nach-wie-vor-frischen Empfehlungen ergänzen, deren Loblied ich hier zum Teil auch schon lange singe. (Für Filmempfehlungen wie immer hier entlang.) „Serien für kleine Kinder“ weiterlesen