Filmkritiken

Espen und die Legende vom goldenen Schloss (2019)

Espen und die Legende vom goldenen Schloss

Espen Askeladd oder einfach Askeladden ist in Norwegen eine aus Volksmärchen wohlbekannte Figur, wie man in der Wikipedia nachlesen kann. Ein etwas einfacher, vielleicht gar naiver junger Kerl, aber dennoch schlau, unnachgiebig und geduldig. Mikkel Brænne Sandemose hat die Figur nun in zwei Filmen in eine märchenhafte Fantasywelt gebracht, basierend auf Drehbüchern von Aleksander Kirkwood Brown (für beide Filme) und Espen Enger (nur für den ersten).

In Espen und die Legende vom Bergkönig (amazon.de) musste Espen (Vebjørn Enger) gemeinsam mit seinen zwei Brüdern die keineswegs hilflose Prinzessin Kristin (Eili Harboe) vor dem Bergkönig retten, der sie entführt hat – es lohnen Reichtümer, die die arme Familie gut gebrauchen kann.

In der Fortsetzung geht es nun ums ganze Königreich: Auf der Geburtstagsfeier der Prinzessin, auf der Espen und seine Brüder aufgrund ihres Standes und ihrer Armut deutlich hervorstechen, werden der König und die Königin vergiftet – sie schweben zwischen Leben und Tod, und der Verdacht fällt aus Espens Brüder, bei denen das giftige Pulver gefunden wird. Espen will die Unschuld seiner Brüder beweisen, vor allem aber Kristins Eltern retten. Gemeinsam mit der Prinzessin bricht er auf, um das goldene Schloss Soria Moria zu finden, in dem das „Wasser des Lebens“ zu finden sei, das alle Krankheiten heilen und alle Gifte unschädlich machen soll.

Espen und die Legende vom goldenen Schloss

Die Reise geht durch atemberaubende norwegische Landschaften, durch Höhlen und in seltsame Hütten, es gibt einige aus dem ersten Film bekannte Figuren und viele neue, eine magische Geige und Siebenmeilenstiefel. Das alles ist schön in der Schwebe zwischen klassischem Märchen und moderner Fantasy-Geschichte, so eklektisch wie elegant ganz unterschiedliche Themen zusammenbringend. Vor allem, das unterscheidet den Film von den meisten jüngeren deutschen Märchenproduktionen, sieht das alles stets nach Kino aus: große Bilder, weite Landschaften, auch mal große Gesten. Die Spezialeffekte lassen sich sehen, die fremdartigen Gestalten – vom dreiköpfigen Troll über einen winzigen Methusalem bis zur großnäsigen Hexe – sind zumindest einigermaßen glaubwürdig.

Ein bisschen albern geht es allerdings auch zu, da geben die Schauspieler_innen ihren Figuren doch ein wenig zu viel Quatsch mit; das konterkariert dann die wirklich gruseligen und spannenden Momente, die es zwischendrin auch noch gibt. Sidse Babett Knudsen ist dann noch zu sehen als dänische Kapitänin, eine Art Undercover-Vorhut für die geplante dänische Invasion – hinter der Vergiftung steckt nämlich eine handfeste kleine Verschwörung mit politischer Motivation.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Espen und die Legende vom goldenen Schloss (Askeladden – I Soria Moria slott). Norwegen 2019. Regie: Mikkel Brænne Sandemose, 102 Min. FSK 12, empfohlen ab 12 Jahren. DVD-Verkaufsstart: 5. August 2021. (Bestellen bei amazon.de)

(Fotos: Eurovideo)

Kinderfilme für jeden Tag

In meinem neuen Buch stelle ich 100 empfehlenswerte Kinderfilme für alle Altersgruppen vor, die per Streaming jederzeit zur Verfügung stehen. Perfekt für Euch, perfekt als Geschenk für andere Eltern. Jetzt bestellen als eBook oder als Taschenbuch. Alle Bezugsquellen hier.

War dieser Beitrag hilfreich für Dich?

E-Mail-IconIch freue mich über ein wenig Unterstützung! Spendier mir einen Kaffee oder fördere das Kinderfilmblog mit einem kleinen monatlichen Beitrag.

E-Mail-IconMöchtest Du solche Beiträge öfter lesen? Melde Dich doch für den kostenlosen Newsletter an!

Reposts

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.