Das tapfere Schneiderlein (1956)

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„Genug geflennt!“ Da weist nicht etwa die böse Stiefmutter ein trauriges Kind zurecht, in diesem Märchen macht die aufbrausende Prinzessin ihrem Vater klar, dass ihr sein Gejammer zu viel wird. Und so ganz genau weiß man auch gar nicht, was es denn zu beklagen gibt – keine der Gefahren für‘s Königreich, denen er das tapfere Schneiderlein aussetzt, scheint wirklich soo akut gefährlich zu sein.

Aber der Reihe nach. Die wenig harmonische Königsfamilie ist ja nicht die einzige Besonderheit von Helmut Spieß‘ Märchenverfilmung aus dem Jahr 1956. Zunächst und vor allem ist Das tapfere Schneiderlein der erste große Märchenfilm der DEFA, der sich primär an Kinder richtete: Die Geschichte vom kleinen Muck (1953) und vor allem Paul Verhoevens Das kalte Herz (1950), die womöglich noch etwas erfolgreicher waren und bekannter sind, hatten noch keine so klare Zielgruppe, waren eher Märchen für Erwachsene, die sich auch für Kinder eigneten. „Das tapfere Schneiderlein (1956)“ weiterlesen

Michel-Kinderfilmfest: Die Krone von Arkus (2015)

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Der deutsche Märchenfilm der Gegenwart hat ja üblicherweise vor allem das Problem einer allzu großen Betulichkeit. Da werden brav klassische Texte abgefilmt und ästhetisch in ein übermäßig sauberes, weitgehend keimfreies Mittelalter versetzt, das in dieser Form selbst auf Re-Enactment-Veranstaltungen kaum als realistisch durchginge. Aber man bedient natürlich damit auch ein spezielles Publikum, nämlich meist sehr junge Fernsehzuschauer am Sonntagmorgen, irgendwann rund um die Sendung mit der Maus – und ein Gutteil der Bravheit ist sicher auch dem Umstand zu verdanken, dass die Fernsehanstalten die Projekte mit Geld und Meinungen begleiten.

michel-logo Eine solche Finanzierungskonstruktion hat der Erstlingsfilm von Franziska Pohlmann wahrlich nicht. Die Krone von Arkus entstand als Liebhaberprojekt aus ihrem eigenen gleichnamigen Theaterstück, das Geld wurde vor allem mithilfe von Gönnern und Fans zusammengekratzt und schließlich wurde der Film mit einem Minimalbudget irgendwie zu Ende gebracht, aus dem – so berichtete sie ausführlich auf dem Filmfest Hamburg – offenbar viel zu viele Beteiligte nicht wirklich viel Geld haben konnten und wollten. Billiger als im Anspruch vergleichbare Produktionen sieht der Film deshalb allerdings nicht aus.

Weiterlesen: Meine vollständige Kritik zu Die Krone von Arkus ist auf kino-zeit.de erschienen.

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(Foto: Filmfest Hamburg/pohlmann creatives)