Der kleine Nick macht Ferien (2014)

Eine Filmkritik, und ich verspüre das Bedürfnis, mich schon für sie zu entschuldigen, noch bevor der erste Satz überhaupt mit einem Punkt beendet wurde. Aber ich habe meine Gründe dafür, warum ich Der kleine Nick und die Ferien zwar ganz unterhaltsam fand, aber nicht wirklich lustig und vor allem nicht wirklich gut. Mein größtes Problem mit dem Film, vielleicht etwas plump zusammengefasst, lautet: Es geht nicht um den kleinen Nick.

Natürlich taucht er auf: Mit seiner Familie fährt er in den Sommerurlaub an den Strand; mit der Ernsthaftigkeit eines Grundschülers ist er in ein Mädchen verliebt, und es schmerzt ihn sehr, sie in Paris zurücklassen zu müssen. Im Städtchen am Strand findet sich dann schnell eine kleine Jungenclique zusammen, die den Urlaub irgendwie erträglich macht mit Streichen und Spielen; und dann ist da das Mädchen, das erst abschreckend ist und dann aber doch so verliebenswert, so dass Nick mit ihr gar durchbrennen will.

So weit, so nah auch an René Goscinnys Erzählungen; aber da hören die Ähnlichkeiten auch auf. Es fehlt die kindliche Erzählerstimme, die Der kleine Nick eigentlich ausmacht; der unschuldig-trockene Blick auf die seltsame Welt und die Freunde. Und damit fehlt dem Film aber – wie seinem Vorgänger schon – der Fokus auf die Kinder. Stattdessen nimmt der Film, im verzweifelten Versuch, ein Familienfilm zu sein, die Erwachsenen ins Visier. Mit einem italienischen Filmmogul, der Nicks Mutter als Schauspielerin engagieren will, der Eifersucht des Vaters undsoweiter. Aber das alles ist eben dezidiert nicht kindlich, zudem ein ironischer, gelegentlich herablassender Blick auf die französische Nachkriegsgesellschaft. „Der kleine Nick macht Ferien (2014)“ weiterlesen

Trommelbauch (2010)

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Besonders subtil ist das nicht. Dik Trommel (Michael Nierse) zieht von Dicksleben nach Dünnhausen, weil seine Eltern dort ein Restaurant eröffnen wollen. Aber in Dünnhausen will man die Köstlichkeiten von Diks Vater, der Koch mit Leib und vor allem Seele ist, nicht recht goutieren, denn bei Schokoladentorte, Lammkeule, Bananencreme oder auch nur Hot Dogs wenden sich die Bewohner von Dünnhausen entgeistert ab. Hier werden allenfalls kalorienarme Gemüseshakes getrunken, im Supermarkt gibt es eigentlich nur Gemüse zu kaufen, nebst einigen Regalkilometern unterschiedlicher Mineralwassersorten.

Trommelbauch ist völlig überspitzt und aufgedreht, bis es quietscht: Es gibt nur schlank und dick, dazwischen eigentlich nicht viel, aber die starken Gegensätze dienen natürlich dem Ziel, die kritische Auseinandersetzung mit Schlankheits- und Fitnesswahn durch dessen Übertreibung zu erreichen – und ganz nebenbei aus der Differenz so viel komisches Potential herauszupressen, wie es nur geht. „Trommelbauch (2010)“ weiterlesen

Michel-Festival: Mister Twister (2012)

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Morgen, am 27. September 2013, beginnt das Michel Kinder- und Jugendfilmfestival in Hamburg. Hier im Blog bespreche ich eine Handvoll der Filme, die ich vorab sehen konnte. Bisher schon besprochen: Sputnik und Kopfüber.

Darf Lernen, darf Schule eigentlich Spaß machen? Das ist eine Diskussion, die sich immer noch beharrlich hält – und auch wenn die Verteidiger_innen harter, autoritärer Lehrstile stiller und weniger zahlreich geworden sind, es gibt sie ja noch. Und man kann das ebenso trocken und humorlos diskutieren, wie Schule dann fad wäre, oder man macht daraus eine spritzige Komödie wie Mister Twister.

Herr Kees ist eigentlich schüchtern. Sehr, sehr schüchtern; er traut sich nicht einmal, die junge Frau anzusprechen, die ihm fast täglich im Park begegnet und die selbst nicht abgeneigt erscheint, aber ihr großer Hund zieht sie immer wieder fort. Dieser Mann also, selbst noch Lehrer in der Ausbildung, tritt als Schwangerschaftsvertretung in der 2b an, der wildesten Klasse der Schule. Von diesen Kindern hat keines Spass an Schule, am wenigsten vielleicht Tobias (Felix Osinga), dessen Mutter nach dem Tod von Tobias’ Vater ihr Bett eigentlich nicht mehr verlässt. „Michel-Festival: Mister Twister (2012)“ weiterlesen