Neu im Kino: 9./10. Oktober 2019

Soweit es Kinoneustarts gibt, stelle ich sie hier zuweilen vor – fast immer mit Trailer und in der Regel mit einer kurzen Einschätzung – entweder verweisend auf meine eigene ausführliche Kritik oder auf die Einschätzung einer Kollegin oder eines Kollegen.

Fritzi – Eine Wendewundergeschichte

Dreißig Jahre nach dem Mauerfall wurde es endlich einmal Zeit für einen solchen Film. Fritzi – Eine Wendewundergeschichte bricht die Geschichte vor dem 9. November 1989 herunter auf die ganz konkrete Gefühls- und Erlebniswelt eines Mädchens aus Leipzig, dessen beste Freundin in den Sommerferien mit ihrer Mutter über Ungarn in den Westen geflohen ist. So bekommen all die Ereignisse – die Versammlungen in der Nikolaikirche, die Demonstrationen, Genscher auf dem Balkon – eine ganz spezifische Färbung, und die Öffnung der Grenze, mit der der Film endet, emotionale und sehr persönliche Wucht. Ein unpädagogischer, sehr genauer Blick auf einen kleinen Ausschnitt von großer historischer Bedeutung, für mich vielleicht der beste deutsche Kinderfilm des Jahres. Unbedingt anschauen!

(FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren)

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Dora und die goldene Stadt

Der kindliche Star der Zeichentrickserie Dora ist ein Teenager und mit dem Dschungel bestens vertraut: Das ist die Prämisse dieser Realverfilmung mit hohem Abenteueranteil auf der Suche nach einer verschollenen, ja doch: goldenen Stadt. Oliver Kube sah zwar viele Schwächen, ihm gefiel aber nicht zuletzt, dass der Film durchaus gelungen aussah:

visuell wie atmosphärisch als Mix aus „Jumanji: Willkommen im Dschungel“ und „Alice im Wunderland“ […]. Dank witziger Einschübe und cleverer Überraschungen macht das temporeiche Dschungel-Abenteuer […] überraschend viel Laune.

(FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren)

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(Foto: Weltkino)

Fritzi – Eine Wendewundergeschichte (2019)

Endlich Sommerferien! Fritzi wäre über die freie Zeit noch deutlich glücklicher, wenn ihre beste Freundin Sophie mit ihr zusammen in Leipzig bliebe. Aber Sophie und ihre Mutter fahren in den Urlaub nach Ungarn, dafür wird Fritzi auf Sputnik aufpassen, Sophies kleinen Hund.

Es ist, erfahren wir am Anfang des Films durch eine Einblendung, der Sommer des Jahres 1989, und mit dem Blick aus der Gegenwart ahnen wir natürlich schon, was die Reise nach Ungarn bedeutet: Sophie kommt aus dem Urlaub nicht mehr zurück, am Abend des ersten Schultags kann sie Fritzi noch ein letztes Mal aus einer Telefonzelle anrufen, irgendwo in der Nähe der bundesdeutschen Botschaft in Budapest.

Fritzi – Eine Wendewundergeschichte ist in erster Linie ein Kinderfilm; seine Figuren sind, im Bild wie in den Charakteren, mit klaren Linien gezeichnet, im Bild auch etwas flächig, vor gemalten, fast getuschten Hintergründen, die von der Wandzeitung im Klassenraum über die Altbauten der Stadt bis zu den Postern im Kinderzimmer konzentriert das Leben in den letzten Monaten vor der Maueröffnung präsentieren. Es ist eine konsequente Perspektive aus der Innensicht dieser Welt, auf Augenhöhe mit Fritzi.

Und ein wunderbar unpädagogischer, genauer Blick auf das Leben in der DDR, kurz bevor die Mauer fiel. Ein Film, der in seiner Hauptfigur die emotionale Bedeutung dieses Mauerfalls in ganz einfacher Form kondensiert, ohne das Politische auszuschließen. Meine beglückte, begeisterte Kritk ist auf kino-zeit.de erschienen.

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Fritzi – Eine Wendewundergeschichte. Deutschland/Luxemburg/Belgien/Tschechien 2019. Regie: Ralf Kukula/Matthias Bruhn, 80 Min. FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren. Kinostart: 9. Oktober 2019.

(Foto: Weltkino)