Filmkritiken

Weihnachtsfilme – Wie das Eselchen das Christkind suchte (1959)

Auch in diesem Jahr stelle ich bis in die Adventszeit hinein jeden Sonntag einen Weihnachtsfilm für Kinder vor.

Gerade für Kindergarten- und Vorschulkinder ist die Augsburger Puppenkisten mit ihren Inszenierungen eigentlich immer noch eine gute Adresse für kindgerechte Filmmomente, auch wenn man bei den älteren Aufnahmen – schon in den 1950er Jahren sind die ersten Sendungen fürs Fernsehen entstanden – gelegentlich eine etwas altertümliche Sprechweise und altbackene Behäbigkeit findet.

Für kleine Kinder muss das aber gar nicht schlecht sein, denn das bedeutet zugleich, dass die Handlung geruhsam voranschreitet, die Dialoge deutlich intoniert werden und vor allem – das ist der große Vorteil der abgefilmten (Puppen-)Theaterbühne – die Künstlichkeit des ganzen Unterfangens für die jungen Zuschauer_innen stets sichtbar bleibt.

Wie das Eselchen das Christkind suchte gehört zu den frühesten Stücken des Theaters, die auch fürs Fernsehen aufgenommen wurden, die aktuell als Stream bei amazon Prime verfügbare Schwarz-Weiß-Fassung stammt aus dem Jahr 1959 und ist damit noch älter als Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. (Es gibt auch noch eine Farbversion aus dem Jahr 1967.)

Erzählt wird die Geschichte eines jungen Eselkindes, dessen Mutter ihm zum Einschlafen von der Geburt Jesus‘ erzählt – und als es aufwacht, ob wirklich oder im Traum, zieht das Eselchen los, das Christkind zu suchen. Auf seinem Weg begegnet es Räubern und einer Bärenfamilie; man sieht die Hirten auf dem Feld, wie der Engel zu ihnen spricht; und am Ende sitzt das Eselchen natürlich mit an der Krippe.

Es gibt ein paar Sprünge in der Handlung, die niemals erklärt werden (vom gemeinsamen Bett mit den Bärenkindern geht es schnurstracks in Krippennähe), und das Eselchen wird frustrierenderweise am Ende nicht wieder mit seiner Mutter vereint, aber das meiste davon geht im Wunder der Geschehnisse einfach unter.

Mehr noch als bei den aufwändigeren Produktionen in späteren Jahren ist das Dekor, sind die Hintergründe hier überdeutlich gemalt und flach, aber deswegen nicht weniger kunstvoll, mit Bildern, die in ihrem Stil an Bilderbücher der Zeit erinnern; gesprochen wird größtenteils in Reimen. Das wirkt ein wenig betulich, ist dafür aber Welten entfernt von der planlosen Rumschreierei und schmalzigen Krampfigkeit in so gräßlichen Unternehmungen wie z.B. Bo und der Weihnachtsstern.

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Wie das Eselchen das Christkind suchte. Deutschland 1959. Regie: Vittorio Brignole, 28 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 4 Jahren. (direkt bei Pidax-Film bestellen)

(Foto: Augsburger Puppenkiste/Pidax-Film)

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