Filmkritiken

Hexen gibt es nicht (2014)

Katie wird 13, zu ihrem Geburtstag schenkt ihr bester Freund ihr eine kleine Schatulle, in der dann wundersamerweise das Amulett ist, das er ihr eigentlich hatte schenken wollen, das aber kurz vor ihm eine andere Frau gekauft hatte. Mit dem Amulett verstärken sich Katies seltsame Kräfte, mit denen sie auch schon mal Glühbirnen repariert oder Stifte hat fliegen lassen – ihre Eltern haben sich schon Brillen verschreiben lassen, weil ihnen das niemand glaubt. Aber nun muss Katie (Aliyah Kolf) unbedingt den Kreis der Sternenhexen komplettieren, denn die böse Consuela will einen schwarzen Kometen in die Sonne stürzen lassen…

Wir haben ja vor einigen Monaten, darüber hatte ich im Newsletter mal geschrieben, die Regel eingeführt, dass wir abwechselnd auswählen, was an Filmabenden angeschaut wird, und K2 hatte sich nun für den auf der Hülle ganz flott aussehenden Hexen gibt es nicht entschieden, der hier in einem Stapel noch ungesehen herumlag. Ich hatte mir das vorher nicht genauer angesehen, habe mich aber während des ganzen Films gefragt, warum die amerikanische Großstadt auf dem Bildschirm so seltsam europäisch aussieht, sind das nicht sogar Grachten da? Bis mir im Abspann auffiel, dass der Film von Adel Adelson und Aramis Tatu in den Niederlanden entstanden ist; ich konnte mir womöglich schlichtweg nicht vorstellen, dass dort so schlechte Kinderfilme entstehen.

Hexen gibt es nicht wirkt (vermutlich zurecht) wie eine sehr billig fürs Fernsehen abgedrehte, schludrig hingeschmissene Filmidee, bei der niemand nochmal übers Drehbuch gegangen ist. Es gibt ein paar hübsche Spezialeffekte mit Spiegelflächen und am Schluss eine kurze Tanzszene, die dynamischer inszeniert ist als alles andere im Film, dazwischen ein paar ganz okaye Flachwitze, aber ansonsten ist da ganz und gar tristes Rumgepfusche auf dem Bildschirm.

Die Zeitabläufe passen nicht zusammen, Consuela ist völlig unfurchtbar, die Figuren benehmen sich nur auf die oberflächlichste Art und Weise irgendwie konsistent, und der unterliegende Teenie-Dramaplot zwischen Katie und ihrer Konkurrentin um die Hauptrolle in besagter Tanzaufführung ist so generisch wie unmotiviert hingerotzt, if you pardon my Dutch. Am schlimmsten allerdings ist die Darstellung des schwulen Choreographen und Tanztrainers als überaffektierte Tunte – der nur für flache Lacher als irgendwie weltfremd und lebensinkompetent präsentiert wird. Was. Zum. Teufel?

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Hexen gibt es nicht (Heksen bestaan niet). Niederlande 2014. Regie: Adel Adelson, Aramis Tatu, 84 Min. FSK 6, gar nicht empfohlen.

(Foto: justbridge Entertainment)

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