Filmkritiken

Paw Patrol: Mighty Pups (2018)

Wer die Fernsehserie Paw Patrol nicht kennt, wird sich wahrscheinlich auch nicht für diese auf kleine Kinogröße aufgeblasene Fernsehsendung interessieren, die mit dem Untertitel Mighty Pups das besondere Feature dieser 44-Minuten-Auskopplung schon deutlich hervorhebt: Superkräfte! (Nicht mächtige Fürze, obwohl das auch passen würde und wahrscheinlich wesentlich unterhaltsamer wäre.)

In Paw Patrol dreht es sich um eine Gruppe von Welpen, die unter der Leitung des 10jährigen Menschenjungen Ryder alle möglichen Rettungseinsätze tätigen. Im Grunde ein bisschen wie Feuerwehrmann Sam mit Hunden, aber nicht so pädagogisch intendiert und mit mehr Aliens und Übersinnlichkeiten. (Und ähnlich schlimm wie Super Buddies.)

Da passt es ganz gut, dass in dieser Folge nun ein Meteorit am Strand der Abenteuerbucht abstürzt, der allen, die direkt mit ihm in Kontakt kommen, Superkräfte verleiht. Bei den Hunden der Paw Patrol passen diese (Überraschung!) natürlich bestens mit ihren Aufgaben (und Namen) zusammen: Helikopter-Pilotin Skye kann auf einmal Wirbelwinde erzeugen und selbst fliegen, Polizeihund Chase kann superschnell laufen usw. usf.

Dummerweise wird auch der Neffe vom bösen Bürgermeister Besserwisser (ich denke mir diese Namen nicht aus) aus dem Nachbarort mit einer Superkraft ausgestattet, und er macht sich sogleich daran, diese für sich und seinen Onkel auszunutzen – und die Paw Patrol-Hunde aus dem Verkehr zu ziehen. Es folgt allerhand Zerstörung und gegenseitiges Fallenstellen, bevor das Happy-End dann kurz vor dem Austritt aus der Erdatmosphäre sich seinen Weg bahnt.

“Kein Einsatz zu groß, keine Pfote zu klein” ist einer der zahllosen Sprüche, die fürs sehr junge Publikum immer wieder wiederholt werden, und Paw Patrol bohrt sich auf diese Weise gezielt einen Weg durch die Schädelknochen. Junge Fans der Serie werden vermutlich begeistert sein, das mal im Kino sehen zu können, wo die Dreiviertelstunde in einzelne Handlungsabschnitte aufgeteilt werden, denen auch Vorschüler_innen gut folgen können.

Was aber nicht bedeutet, dass das irgendwie sinnvoll verbrachte Zeit wäre. Es gibt ein paar seltsam gute Einfälle zwischendurch (z.B. das Headset, das genau an Kopf- und Hutform des bösen Bürgermeiters angepasst ist – der Mann erinnert im Übrigen sehr an den Zylinderträger auf der Monopoly-Packung), ansonsten aber wirklich nur tumbes Wiederholen vollauf bekannter Themen und Dinge. Das Superhelden-Thema wird auf flachstmögliche Weise aufgenommen und kein bisschen reflektiert, der mögliche Körperhorror ob plötzlicher Veränderungen nach Asteroidenkontakt ist auch keiner.

Und dann habe ich noch nicht von den ästhetische Qualitäten der Animation geredet. Von den fragwürdigen Geschlechterrollen (zum Beispiel die ewig hysterische Bürgermeisterin von Abenteuerbucht). Der generellen Obrigkeitsgläubigkeit, die die Serie zwangsläufig durchzieht.

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Paw Patrol: Mighty Pups. USA 2018. Regie: Charles E. Bastien, 44 Min. FSK 0, empfohlen ab 4 Jahren. Kinostart: 12. Juli 2020.

(Foto: Paramount Pictures Germany)

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