Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig (2005-2009)

Bildschirmfoto 2013-04-11 um 15.08.09

Tom

Eines Tages dachte Tom an ein leckeres Erdbeermarmeladebrot mit Honig.

Bei uns läuft der Fernseher de facto … gar nicht. Genau genommen haben wir nicht einmal so ein richtiges Fernsehgerät, und was als solches fungieren kann, ist zugleich mein Zweitmonitor und jedenfalls nichts, was im Alltag als Fernseher sichtbar wäre. (Das Gerät steht außerdem und auch deshalb im Arbeitszimmer.) Nachrichten gibt’s, Mediathek und Livestream sei Dank, meist vom Laptop. Aber ich schweife ab.

Jedenfalls mag das erklären, warum mir ein solches Kleinod wie Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig bisher entgehen konnte, das doch auf dem Sender Kika einen durchaus regelmäßigen Sendeplatz zu haben scheint – für eine Sendung mit insgesamt gerade einmal 52 Folgen, jede einzelne gerade fünf Minuten lang, ist das kein schlechtes Schicksal.

Tom denkt, so beginnt jede Folge, an ein leckeres Erdbeermarmeladebrot mit Honig, aber wie er es bekommt (und ob, oder vielleicht doch nur ein halbes), das unterscheidet sich von Mal zu Mal. Tom ist nicht allein, da sind noch der Müller, die Bienen, das Krokodil, das Schwein und viele mehr. Die Handlung beginnt so dann auch noch einigermaßen gemütlich, aber irgendwann kommen surreale, phantastische Elemente hinzu, gelegentlich ist das ganz großer Dadaismus – aber alles immer schlicht, in einfachen Strichfiguren-Flash-Animationen gezeigt, unaufgeregt und witzig. Manchmal gar hemmungslos albern.

Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig ist toll gemachtes, schlicht anspruchsvolles Fernsehen für die ganz Kleinen, gedacht für Vorschüler_innen und Kindergartenkinder, aber es nimmt sich niemals die Ernsthaftigkeit, mit der hier Quatsch gemacht wird. Dada ist hier nicht Babysprache, sondern Kunstfertigkeit und aufs Einfachste reduzierte Tiefe. Regisseur Andreas Hykade hat die Figuren konzipiert, umgesetzt wurde das im Studio Filmbilder, dem er angehört. Der große kleine Dirk Bach lieh dem Erzähler seine Stimme.

Inzwischen gibt es das TOMPortal, auf dem man jeweils im Wochenrhythmus zwei Filme der Serie gezeigt werden, sowie ein weiterer „Lieblingsfilm“, der von den Nutzern mitgewählt wurde. Wer sich den Rhythmus und die Filme selbst wählen will, dem seien die DVDs ans Herz gelegt; die 52 Folgen sind auf vier Staffeln à 13 Episoden verteilt, die es jeweils einzeln zu kaufen gibt (amazon: eins, zwei, drei und vier).

Und hier ein kleiner Trailer zur weiteren Einstimmung:

(Bild: Studio Filmbilder)

7 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bekenne: Tom ist bei meinen Kinder und mir Kult. Das können wir uns jeden Tag ansehen. Und wenn es nach meiner Tochter ginge, würde sie jeden Tag auf der Tom-Seite alle Spiele spielen. Meine Lieblingsfolge ist übrigens „Tom im Wald“, wegen der singenden Glühwürmchen. Und Dirk Bachs (finde ich auch toll als Schauspieler) variantenreiche Stimme ist unvergleichlich.
    Überhaupt gucken wir gerne gut gemachte Trickfilme, dank deiner Wochenendfilmchen stöbern wir auch selber bei Vimeo.

    • @Neli: Vielen Dank für die Blumen! Falls Ihr beim Stöbern einen schönen Film findet, den ich noch nicht präsentiert habe, bin ich für einen kurzen Hinweis immer dankbar – ich habe zwar nicht für alle tollen Filme Platz, aber übersehe sicher auch den einen oder anderen Diamanten.

  2. Pingback: Vom Glück, mit euch Filme anzusehen | Kinderfilmblog

  3. Pingback: Wie passt ein Film eigentlich in den Familienalltag? | Kinderfilmblog

  4. In dieser kurzen Doku, an der ich im mitgearbeitet habe, gibt es kurze Einblicke in die Produktion und Interviews mit den Machern von „Tom“:

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