Streaming-Tipps (25. Juni 2019)

In meinem Newsletter schicke ich (fast) jede Woche jeweils einen Streaming-Tipp für Kinder und Eltern mit – Neuerscheinungen oder Fundstücke auf Netflix oder Amazon Prime, gelegentlich auch ganz Filme, die ohne Abo kostenfrei erreichbar sind. Auf diese Filme (aber nicht immer die gleichen) möchte ich auch hier im Blog hinweisen, im Wechsel mit Hinweisen auf Neuerscheinungen auf DVD und Blu-ray.

Horton hört ein Hu

Unter den Verfilmungen der in den USA sehr, hier eher weniger bekannten Bücher von Dr. Seuss (zu denen zum Beispiel auch der Grinch gehört) gefällt mir Horton hört ein Hu wohl am besten: Die Geschichte eines nonkonformistischen Elefanten, der eine kleine Stimme aus einem Staubkorn hört und loszieht, eine Welt zu retten. Das ist wunderbar bekloppt, stellenweise sehr angenehm aufregend, und wenn man an der Oberfläche dessen kratzt, was der Film so über die nur vermeintlich schlichte Handlung an Bedeutungen trägt und um sich schleudert, dann wird schnell klar, wie politisch der Film von Jimmy Hayward und Steve Martino letztlich ist.

(FSK 0, empfohlen ab 5 Jahren – Horton hört ein Hu auf Netflix)

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Wildhexe

Die Verfilmung von Wildhexe hat mich vergangenes Jahr nicht so richtig überzeugt – unter anderem deshalb, weil er zu sehr Harry Potter-Epigone ist, nur halt mit primär weiblicher Hexenkunst, die sich direkt auf die Natur bezieht. Ganz schlimm ist der dänische Film aber beileibe nicht, und Fans der Buchreihe werden allemal ihre Freude haben, wenn sie ein wenig Grusel auszuhalten bereit sind.

(FSK 6, empfohlen ab 10 Jahren – Wildhexe auf amazon Prime)

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Empfehlung für die Eltern: Rubber

Ich liebe, liebe, liebe die Filme von Quentin Dupieux, den man aus der Musikwelt auch unter seinem Alias Mr. Oizo kennt. Dupieux’ Filme sind bizarre, surreale Ereignisse, Traumwelten und metafilmische Essays, zugleich tief getränkt in der Kenntnis vieler Genres. Rubber (den ich seinerzeit hier etwas ungelenk besprochen habe) ist der Langfilm, mit dem er einem größeren Publikum als Regisseur bekannt wurde, die völlig durchgeknallte Geschichte eines Autoreifens, der telepathische Morde verübt. Das war’s im Grunde auch schon, aber das ist so witzig, so abgründig, so seltsam, das muss man gesehen haben. (arte zeigt aktuell in der Mediathek außerdem Dupieux’ Wrong, noch so ein toller Film.)

(Rubber in der arte-Mediathek)

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Empfehlung für die Eltern: Sie leben!

“I have come here to chew bubblegum and kick ass… and I’m all out of bubblegum.” John Carpenters dystopischer Science-Fiction-Thriller (oder so) ist wahrscheinlich am ehesten durch dieses Zitat bekannt, dabei ist Sie leben! natürlich noch viel mehr: milde bekloppter Action-Trash, anspruchsvolle Kapitalismus-Satire – THIS IS YOUR GOD -, Verschwörungstheorie-Kino, Körperfresser-Abkömmling, Start- und Bezugspunkt für – OBEY – unzählige Filme nach ihm. Genau das richtige, was die gierigen 1980er als Abgesang brauchten.

(Sie leben! auf Netflix)

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(Foto: MFA+)

Wildhexe (2018)

Clara möchte gern so sein wie alle anderen und auf jeden Fall nicht auffallen – das ist für eine 12-Jährige nicht ungewöhnlich, aber das Leben hat anderes mit ihr vor. Denn nachdem sie von einer Katze angegriffen wurde, von einer geheimnisvollen Gestalt in Nebel angesprochen wurde und schließlich der Chinchilla ihrer Klassenkameradin sie sehr eindeutig bittet, ihn aus der Gefangenschaft zu befreien, muss ihre Mutter ihr gestehen, dass sie aus einer Familie von Wildhexen stammt. Wildhexen können mit Tieren sprechen und haben die Aufgabe, die Wilde Welt zu bewahren – und das gilt besonders für sie.

Kaspar Munks Kinderfilm nimmt sich neben den wesentlichen Elementen aus Lene Kaaberbøls Bestseller Wildhexe – Feuerprobe (dem 2010 erschienenen, ersten Band der aktuell sechs Romane) auch einige Freiheiten mit dem Quellmaterial. So erzählt Wildhexe zwar von den ersten Berührungen Claras mit der Hexenwelt, wird aber doch zu einer abgeschlossenen Geschichte – Fortsetzung optional. Aber natürlich legt der Film diese Möglichkeit schon an, es gibt ja noch viel zu lernen. Damit reiht sich Wildhexe, und das ist das größte Problem des Films, nahtlos in die Reihe der Harry Potter-Epigonen ein, die seit mittlerweile 20 Jahren in Literatur und Film immer wieder auftauchen (Eltern werden zum Beispiel auch die Buchreihe Die Schule der magischen Tiere kennen).

Ob Wildhexe aber auch für sich stehen kann, steht in meiner vollständigen Kritik drüben bei kino-zeit.de.

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(Foto: MFA+)