Neu im Kino: 24. Oktober 2019

Soweit es Kinoneustarts gibt, stelle ich sie hier zuweilen vor – fast immer mit Trailer und in der Regel mit einer kurzen Einschätzung – entweder verweisend auf meine eigene ausführliche Kritik oder auf die Einschätzung einer Kollegin oder eines Kollegen.

bayala – Das magische Elfenabenteuer

Schleich-Plastikfiguren jetzt auch auf der Leinwand! Das Ergebnis ist eine reine Produktpräsentation, die sich als Fantasy-Geschichte tarnt, ein Machwerk von bestürzender Leb- und Ideenlosigkeit.

(FSK 0, empfohlen ab 6 Jahren)

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Die Addams Family

Über den Realfilm von 1991 hatte ich gerade geschrieben, als Animation ist die gruselige Familie nicht unbedingt niedlicher; Andreas Köhnemann sah weniger einen kompakten Film als “eher eine Ansammlung amüsanter Momente, die an eine komprimierte Serienstaffel erinnert.”

(FSK 6, empfohlen ab 10 Jahren)

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Salmas Geheimnis

Waisenkind Salma möchte wie alle anderen auch am Día de los Muertos Kontakt zu ihren Vorfahren aufnehmen – und erfahren, wer ihre Eltern waren. Aber damit beschwört sie größeres Chaos hinauf… Der mexikanische Animationsfilm ist bunt, übervoll und wild, aber leider auch ziellos und ziemlich überfrachtet.

(FSK 6, empfohlen ab 10 Jahren)

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(Foto: Universal Pictures International)

Streaming-Tipps (22. Oktober 2019) – #horrorctober

In meinem wöchentlichen Newsletter schicke ich jeweils einen Streaming-Tipp für Kinder und Eltern mit – Neuerscheinungen oder Fundstücke auf Netflix oder Amazon Prime, gelegentlich auch Filme, die ganz ohne Abo kostenfrei erreichbar sind. Diese Streaming-Tipps (aber nicht immer die gleichen) gibt es auch hier im Blog, im Wechsel mit Hinweisen auf Neuerscheinungen auf DVD und Blu-ray.

Im Gruselmonat Oktober gibt es hier nicht nur wöchentlich passende Filmbesprechungen – auch die Streaming-Tipps sind ganz und gar schreckensorientiert. Nunja, auf kindergerecht niedrigem Niveau.

Coco – Lebendiger als das Leben

Mit Pixar-Filmen liegt man ja selten daneben, und so auch nicht mit Coco – Lebendiger als das Leben, der eine Geschichte aus dem mexikanischen Día de los Muertos erzählt; und auch wenn Alex Matzkeit den Film ob seines konservativen Familienbildes sehr ärgerlich fand, schön, praktich nicht gruselig und musikalisch eingängig ist er natürlich doch.

(FSK 0, empfohlen ab 9 Jahren – Coco – Lebendiger als das Leben auf Netflix)

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Casper

Casper verkörpert in seiner Titelfigur womöglich die niedlichstmögliche Form von Gruseligkeit, wird aber dann zum Ende hin doch ein wenig gruseliger und auch ernster – bleibt aber immer sehr amerikanisch… eine ausführliche Kritik gibt es morgen findet sich hier.

(FSK 6, empfohlen ab 9 Jahren – Casper auf Netflix)

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Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen

Im englischen Originaltitel kommt das “Were-Rabbit” vor, das etwas gruseliger klingt; dieser Wallace & Gromit-Film spielt ein wenig mit den Genre-Konventionen und macht auch sonst natürlich sehr viel Spaß.

(FSK 6, empfohlen ab 8 Jahren – Wallace & Gromit: Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen auf Netflix)

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Die Addams Family

Das Glück, dass diese hochgradig nonkonformistische Familie im Film von 1991 mitbringt, habe ich vor zwei Wochen hier ausführlich aufgeschrieben.

(FSK 12, empfohlen ab 12 Jahren – Die Addams Family auf amazon Prime)

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„Streaming-Tipps (22. Oktober 2019) – #horrorctober“ weiterlesen

Die Addams Family (1991)

Wie vergangene Woche versprochen, bespreche es hier jetzt jeden Mittwoch bis Halloween einen Gruselfilm für Kinder aus meiner Liste – weitere Vorschläge werden gerne angenommen! #horrorctober

Ich muss freimütig gestehen, dass mir die Cartoons The Addams Family, die Charles Addams seit den 1930er Jahren veröffentlicht hatte, weitgehend unbekannt sind; auch die Fernsehserie, die daraus hervorging, kenne ich nicht (dafür die, wohl nicht von ungefähr sehr ähnlichen, The Munsters). Das Vorleben der Figuren dürfte allerdings nicht unwesentlich dazu beitragen, dass Barry Sonnenfelds Verfilmung sich zumeist anfühlt wie eine zusammengefügte Nummernrevue, der die (eher nebensächliche) Handlung nur übergestülpt wurde – als müsse man die Figuren und ihre Eigenheiten erst einmal vorstellen.

Namentlich: die Eltern Gomez und Morticia, die Kinder Pugsley und Wednesday, Großmutter, die abgetrennte Hand namens “eiskaltes Händchen” (im Orignial “Thing T. Thing”) sowie den Butler Lurch. Gomez’ Bruder Fester ist – nach einem Streit mit Gomez – seit vielen Jahren verschwunden. Eine Betrügerin macht sich dies zunutze, sie schleust ihren Sohn Gordon, der Fester bemerkenswert ähnlich sieht, in die Familie ein, um so herauszufinden, wo Gomez seine Reichtümer versteckt hält.

Anders als bei den Munsters sind die einzelnen Addams-Familienmitglieder nicht direkte Verkörperungen bestimmter Monster-Archetypen; Morticia wirkt vage vampirisch, Lurch erinnert nicht ganz entfernt an Frankensteins Monster. Ihre Gruseligkeit kommt eher daher, dass sie es lieben, wenn alles schwarz, grau oder verrottet ist, das Makabre erleuchtet ihr Leben, Gomez und Morticia sind glücklich, wenn sie auf dem Friedhof beieinander sitzen können. Pugsley und Wednesday machen aus einer Schulaufführung ein Badefest in Theaterblut, und als Wednesday mit einem großen Messer in der Hand zu ihrem Bruder gehen will, schüttelt Morticia den Kopf und reicht ihr – ein größeres Messer.

Die Gruseligkeit ist bei den Addams eher Nebeneffekt: Sie sind Außenseiter, weil sie sich nicht an Konventionen und Standards halten, sondern so authentisch wie eigenständig sind. Weil sie letztlich mit der Außenwelt nicht wirklich viel anfangen können, in der alle brav wie Schäfchen ihren Pflichten und Aufgaben nachgehen, aber Hass und Verachtung heimlich brodeln lassen. Im Hause Addams ist man einander so liebevoll zugewandt wie man sich am Morbiden erfreut, und wenn sich die Geschwister gegenseitig, ob für wissenschaftliche Experimente oder aus anderen Gründen, an den Kragen gehen wollen, dann machen sie das immer noch sehr liebe- und respektvoll.

Die Addams Family ist aber auch einfach wunderbar anzuschauen. Der Film war Barry Sonnenfelds Debüt als Regisseur, er hatte vorher als Kameramann für die Coen-Brüder gearbeitet. Hier tobt er sich mit Freude am Skurrilen aus, an den Wegen der eiskalten Hand durchs Haus (sie krabbelt auf ihren fünf Fingern rasend schnell die Gänge entlang), an der Einrichtung, die stellenweise zu Leben erwacht, vor allem aber an seinen Figuren. Christina Ricci als Wednesday sollte mit diesem Film als Gesicht erstmals richtig in Erscheinung treten – ein paar Jahre später trägt sie schon Casper weitgehend allein (dazu in ein paar Wochen mehr). Und während Raúl Juliás Gomez einfach nur Freude macht und Christopher Lloyd sich in seinen Fester/Gordon mit Begeisterung hineinwirft, ist es Anjelica Huston, die als Morticia die Show stiehlt.

In einer tiefen Verneigung vor dem Schwarz-Weiß-Kino (natürlich ist der ganze Film in seinen gedeckten Farben diese Verbeugung, in seinen Bildern alte Gruselfilme ebenso referenzierend wie den Film Noir) ist Huston fast in jeder Szene, die sie beglückt, mit einem Lichtstreifen von schräg unten beleuchtet, der ihre Augenpartie heller macht als den Rest – und in ihre fast regungslosen Züge, immer ganz erhabene Aristokratin, legt sie doch so mehr Gefühl, Liebe und Sehnsucht, als man dieser eigentlich eher albernen, leichtfüßigen Komödie zutrauen würde.

Für welches Alter? Für kleine Kinder taugt Die Addams Family freilich nicht; dafür sind die Bilder zu düster, die Schreckmomente zu gruselig, die Anspielungen gelegentlich auch zu derbe, ist die Todessehnsucht zu subtil ironisch unterfüttert. Gefestigte, idealerweise der Ironie und dem Grusel zugeneigte Kinder finden aber sicher ab 12 Jahren hier ein wohliges Zuhause.

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Die Addams Family (The Addams Family). USA 1991. Regie: Barry Sonnenfeld, 80 Min. FSK 12, empfohlen ab 12 Jahren. (Erhältlich bei amazon Prime)

(Foto: Paramount; ja, es ist mangels passenden Presse-Bildmaterials aus dem Nachfolgefilm Die Addams Family in verrückter Tradition)