Kurzfilm zum Wochenende: Oase (2019)

Ein kleiner, sehr aufregender Film über Bewahrung und Neubeginn, über Magie und Natur, über Verzweiflung und Dickköpfigkeit. Wow. Der Hochschul-Kurzfilm Oasis von Florencia Atria, Léonard Hicks, Man Luo, Claire Matz, Luana Nguyen Tri Luan und Marine Pétri erzählt die einfache/nicht so einfache Geschichte einer Frau und ihres Sohnes, die sich um den Erhalt einer – ihrer – Oase mitten in einer großen Wüste kümmern. Nichts für ganz kleine Kinder, dazu ist es womöglich etwas aufregend. (via)

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Schönes Wochenende!

Serien für kleine Kinder

Längere Filme (also jene mit sogenannter “Spielfilmlänge”) sind für kleinere Kinder ab drei Jahren noch nicht geeignet – oft, weil sie zu aufregend und zu komplex sind, aber auch, weil ihre Dauer die Aufmerksamkeitsspanne der Kinder noch überfordert. Besser geeignet sind daher Serienformate mit kurzen Einzelepisoden, die bekannte Strukturen wiederholen und für die Kinder in nachvollziehbarer Form kurze Geschichten erzählen.

Herr Rpunkt hat vergangene Woche ein paar Serienempfehlungen für kleine Kinder zusammengetragen, die es auf Netflix und amazon Prime zu sehen gibt und die ich leider allesamt noch nicht kenne, obgleich mir Puffin Rock auch schon sehr ans Herz gelegt wurde.

Ich möchte die sehr schöne Liste durch meine eigenen, so angestaubten wie nach-wie-vor-frischen Empfehlungen ergänzen, deren Loblied ich hier zum Teil auch schon lange singe. (Für Filmempfehlungen wie immer hier entlang.) „Serien für kleine Kinder“ weiterlesen

Das gar nicht verflixte siebte Jahr Kinderfilmblog

tl;dr: Das Kinderfilmblog wird heute sieben, ich freue mich wie Bolle. Und bitte Euch um Verbesserungsvorschläge, Wünsche, Filmkritik-Wünsche und sonstige Anmerkungen in den Kommentaren!

Heute vor sieben Jahren habe ich mit einem Blick auf aktuelle DVDs dieses Blog hier in die Welt geschubst und gleich am Tag darauf mal gefragt: Wozu ein Kinderfilmblog? Das war im Grunde ein kleines Mission Statement, wie man im Marketing-Deutsch so sagt, eine Zielrichtung, die aber bis heute für mich immer noch stimmt, trotz einiger Schlenker, die es zwischendurch gab. Es geht mir immer noch um das Kinowunderland, in dem gelacht, gelernt, geweint und vor allem viel gefreut wird. (Nein, das darf man grammatisch eigentlich nicht, aber genau deshalb gehört es genau so dahin.)

Ich hatte eigentlich eher aus einer Stimmung heraus mit diesem Blog begonnen, aus einer vagen Unzufriedenheit heraus, die wahrscheinlich eher mit meiner Ahnungslosigkeit zu tun hatte als irgendeinem äußeren Phänomen. Inzwischen ist es nicht nur meine ganz persönliche Ecke im Filmuniversum geworden, sondern auch eine Leidenschaft, wegen der ich mich hingebungsvoll aufregen kann.

Sieben Jahre, Mannomann. Ich habe, auch aus den Jahren davor – ich schreibe seit 2004 regelmäßig über Film, meine erste Kritik wird aber heuer wahrscheinlich 23 Jahre alt und regte sich über Der Campus auf – inzwischen online Kritiken über mehr als 280 Kinderfilme geschrieben und vor allem in den letzten sieben Jahren enorm viele gesehen, über die ich nicht geschrieben habe. Es waren großartige Filme dabei, die dann auch ein großartiges Publikum fanden, und furchtbare Machwerke, die trotzdem viel gesehen wurden. Ich habe Meisterwerke gesehen, die kaum jemand anders zu Gesicht bekam, und Schrotthaufen, die gnadenvoll versanken.

Ich habe hier inzwischen mehr als 220 Kurzfilme vorgestellt, über neue DVD- und Kinostarts geschrieben, mich in Kolumnen und Rants hier und anderswo über Kinderfilme aufgeregt, gefreut und beschwert.

Vor allem habe ich inzwischen viele Leute kennengelernt, auf Festivals, Tagungen und bei kleineren Gesprächen, die ähnlich leidenschaftlich nach guten Kinderfilmen suchen, darüber schreiben und/oder sie noch in ganz anderen Formen als ich an die Menschen, Eltern wie Kinder, bringen. Mit manchen von ihnen saß ich in Jurys; fürs just vergangene Jahr war ich zum dritten Mal in der Jury des Verbands der deutschen Filmkritik für den besten deutschen Kinderfilm – das war großartig. Es sind sieben lange Jahre gewesen und fühlt sich in dieser Hinsicht immer noch an wie der Anfang einer Reise.

Ein großes Dankeschön an Euch alle

Das siebte Jahr des Kinderfilmblogs war wirklich alles andere als verflixt. Aus nicht ganz so hervorragenden beruflichen Gründen (die dann eine gute Lösung fanden) hatte ich mehr Zeit als in den Jahren davor, und dann war da auch noch das Buch, das ja auch ein Kind dieses Blogs ist – und das alles gab Schub, machte mehr und mehr Freude. Und mehr und mehr Gesichter hinter meinen Leser_innen wurden sichtbarer, mit persönlichen Treffen auf der Blogfamilia, in Fulda, Berlin oder anderswo.

Nicht zuletzt wurden auch die Leser_innen dieses kleinen Blogs hier immer zahlreicher. Die Statistikkurve für einzelne Seitenzugriffe im Jahr 2019 (blau) im Vergleich zum Jahr 2018 (orange) sieht so aus:

Wer öfter mal Webstatistiken anschaut, wird verstehen, warum mich diese Kurve hüpfen lässt. In etwas greifbareren Zahlen bedeutet sie, dass in diesem Jahr über 80% mehr einzelne Texte in meinem Blog aufgerufen wurden als im Vorjahr, die Zahl der Leser_innen ist um über 65% gewachsen. Das freut mich sehr, weil es für mich bedeutet, dass das, was ich hier schreibe, auch wirklich für viele von Euch interessant ist.

Und deshalb möchte ich mich bei Euch bedanken – bei denen, die gelegentlich lesen, die regelmäßig lesen, die anderen vom Kinderfilmblog erzählen – persönlich, privat, öffentlich auf Twitter und Facebook und anderswo, wie und wann auch immer – Dankeschön! Es ist wirklich nicht egal, denn nichts wäre schlimmer als in die Leere hineinzurufen, und nichts hallt zurück.

Jeder Cent hilft

Inzwischen ist das Blog auch ein gehöriges Stück Arbeit, ich werfe auch zuweilen etwas Geld hinterher, für den Serverplatz sowieso, für gelegentliche Fahrten zu Festivals und vieles mehr. Gerne würde ich mehr Zeit und Aufwand investieren – für Berichte von tollen Festivals, für Kritiken von seltsamen, aber großartigen Filmen, von lange nicht mehr gesehenen Klassikern usw., aber damit sich das in diesem Gesamtkonstrukt rechnet, muss natürlich auch etwas Geld in die Kasse kommen.

Deshalb bin ich dankbar für alle, die über den Kaffeetassen-Link ein wenig Geld schicken – ich sehe Euch alle, auch wenn ich nicht immer sofort antworte, wenn das Leben gerade etwas hektisch ist! – oder für jene, die sich entschieden haben, meine Arbeit am Kinderfilm durch eine Fördermitgliedschaft über Steady regelmäßig zu unterstützen. Jeder Euro, ach was, jeder Cent hilft mir, das hier ein wenig mehr, ein bisschen besser zu machen.

A propos besser:

Vielleicht fehlt Euch schon seit langem etwas? Oder Ihr möchtet, dass ich endlich mal über diesen einen Kinderfilm schreibe, den Ihr schon seit langem großartig findet? Oder ich habe Euch versprochen, dass ich endlich mal diesen Film besprechen würde, habe es aber noch nicht getan?

Oder Ihr hättet eine super Idee, was ich noch machen könnte, und warum war ich eigentlich noch nicht auf diesem kleinen Festival?

Sagt mir doch bitte in den Kommentaren, was ich besser, schöner, ehrlicher machen könnte. Was Euch fehlt. Oder was Ihr super findet. Womit ich auf keinen Fall aufhören soll. Was Ihr andererseits für überflüssig haltet. Oder was Euch schon immer total wurscht war. Ich verspreche, ich werde nicht alles brav umsetzen, aber lesen, hoffentlich auch antworten – und wer weiß, was daraus wird.

Von Euch zu hören, das wäre mein größtes Geschenk zu diesem siebten Bloggeburtstag.

Seid gut zueinander

Und sonst? Ich glaube nach wie vor, ganz romantisch-ahnungslos, dass gute, wahre, schöne Filme (und diese können auch abseitig sein, seltsam, blutig oder brutal) die Welt besser machen können – weil sie uns helfen, die Welt besser zu verstehen und einander, und weil sie uns immer etwas Freu schenken, und davon gibt es eh immer zu wenig.

Schließen möchte ich deshalb – im Bewusstsein der Tatsache, dass man auch ab und an deutlich und womöglich gar unfreundlich sein muss – mit den Worten einer meiner liebsten Kinderfilmfiguren der vergangenen sieben Jahre, dem herzensguten, geduldigen und fried- wie überhaupt liebenden Bären aus dem dunkelsten Peru:

(Fotos: Studiocanal, Polyband)

Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen (2019)

„Wie war zu Köln es doch vordem / Mit Heinzelmännchen so bequem.“ Die Geschichte der Heinzelmännchen ist zwar eine überkulturelle, in ihrer spezifisch kölschen Ausprägung aber dann doch sehr lokal: Weil die Frau des Schneiders (na, freilich die Frau – das Gedicht stammt aus dem 19. Jahrhundert) sehr neugierig war, stellte sie den nachtaktiven Gesellen mit rohen Erbsen eine Stolperfalle, das Volk purzelte die Treppen herunter – und ward nie wieder gesehen: „O weh! nun sind sie alle fort / Und keines ist mehr hier am Ort!“.

Logo des Schlingel-Filmfestivals Mit dieser Legende, aus der Perspektive der anderen Seite erzählt, beginnt auch Ute von Münchow-Pohls Animationsfilm Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen: Immer zum Heinzelfest wird die Sage neu erzählt, stürzen am Ende die Heinzels (so nennen sie sich selbst) dramatisch auf der Bühne irgendwo im Untergrund unter der Stadt, und bestärken sich darin: Nach da oben zu den selbstsüchtigen Menschen gehen wir nie mehr hoch!

Das rebellische Heinzelmädchen (sic!) Helvi (gesprochen von Jella Haase) will sich dem nicht beugen. Weil sie kein Handwerk findet, das sie richtig gut kann, nimmt sie eh niemand richtig ernst, und nach einem weiteren missglückten Versuch – ihre Rübenerntemaschine erntet vor allem die Mützen der umstehenden Heinzels – macht sie sich allein auf den Weg. Eher versehentlich sind die beiden Heinzel Kipp und Butz mit von der Partie, zu dritt landen sie in der Backstube des Konditors Theo, dessen Laden schon seit langem keine Kunden mehr hat. Ob hilfreiche kleine Wesen da nicht vielleicht etwas dran ändern könnten?

Wie mir der Animationsfilm gefallen hat, habe ich ausführlich für kino-zeit.de beschrieben.

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Die Heinzels – Rückkehr der Heinzelmännchen. Deutschland 2019. Regie: Ute von Münchow-Pohl, 76 Min. FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren. Kinostart: 30. Januar 2020.

Foto: Tobis

Meine besten 10 Kinderfilme der 2010er Jahre

Auch wenn, streng genommen, unsere laufende Dekade noch ein Jahr dauert, ist es doch an den Listen und Rückblicken allüberall offensichtlich: Die 2010er-Jahre gehen dem Ende zu. Und weil das ein lustiges Spiel ist, kommen hier auch meine ganz persönlichen TOP 10+1 besten Kinderfilme aus den vergangenen zehn Jahren. Die Auswahl ist weitgehend willkürlich, sicherlich bestreitbar, garantiert unvollständig, aber trotzdem nicht doof, und jedenfalls meine. Kritik und andere Meinungen, Hinweise auf fehlende Superstars und böswillige Auslassungen bitte unbedingt in die Kommentare!

Die Filme jetzt und hier in alphabetischer Reihenfolge, denn – ganz ehrlich – die sind alle so sehr und auf so unterschiedliche Weise wunderbar, dass eine Sortierung von eins bis zehn nicht wirklich aussagekräftig wäre. Ich will die Zuspitzung jedenfalls nicht machen (müssen). Links zu amazon sind wie immer Affiliate-Links, eine Bestellung darüber unterstützt mich ein wenig – und damit die Arbeit am Kinderfilmblog.

Die Top 10(+1) der besten Kinderfilme der 2010er

Ernest & Célestine (2012)

Mit einfachsten Mitteln des Animationsfilms einen hochgradig politischen Film über eine schlichte, herzliche, ehrliche Freundschaft zu drehen: Das muss man auch erst einmal schaffen. Ernest & Célestine nimmt ganz nebenbei auch noch die Zucker- und Zahnarztindustrie auf die Schippe. (amazon, amazon Prime) „Meine besten 10 Kinderfilme der 2010er Jahre“ weiterlesen

Thomas und seine Freunde – Grosse Welt! Grosse Abenteuer! (2018)

Wann sterben eigentlich Lokomotiven? Also nicht die unbelebten Zugmaschinen unseres Alltags draußen in der Welt, sondern jene beseelten Wesen mit eigenem Willen und kräftigen Kesseln, die in Fantasiewelten über Gleise preschen und sich mit ihren Nachbarzügen austauschen, über stinkende Fischwaggons oder rostige Weichen? Sterben sie, wenn das Feuer ausgeht, wenn der Kessel unwiederbringlich leckt, wenn die Achsen brechen, wenn der Rost sich ganz durchgefressen hat durch Lack, Kessel und Räder?

Das sind nur ein paar der Fragen, die sich mir während des Animationsfilms Thomas und seine Freunde – Große Welt! Große Abenteuer! so gestellt haben, und ich bin sicher, keine einzige davon war von den Macher_innen so beabsichtigt. Aber es war nunmal nicht meine Idee, den Titelhelden Thomas kurz vor Ende des Films noch in einer unbarmherzigen nordamerikanischen Wüste entgleisen zu lassen; einsam liegt er da, halb eingerammt in den Sand, die Kamera zeigt die rostigen Überreste einer anderen, schon lange schweigenden Lokomotive…

Thomas und seine Freunde – Große Welt! Große Abenteuer! hat mich nicht mit seiner Handlung gefesselt, sondern vor allem Fragen offen gelassen. Wie er mir sonst zugesagt hat, erfahrt Ihr in meiner ausführlichen Kritik auf kino-zeit.de.

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Thomas und seine Freunde – Große Welt! Große Abenteuer! (Thomas & Friends: Big World! Big Adventures! The Movie). Großbritannien 2018. Regie: David Stoten, 85 Min. FSK 0, empfohlen ab 6 Jahren. Kinostart: 2. Januar 2020.

(Foto: justbridge entertainment)