33 beste Kinderfilme: im Gespräch mit SchönerDenken

Noch auf der Leipziger Buchmesse hat mich Thomas vom SchönerDenken-Podcast zu meinem Buch interviewt, das ja kurz vorher erschienen war.

Thomas hat sich nach Leipzig aufgemacht, um Rochus Wolff auf der Buchmesse zu treffen und hat ihn in ein interessantes Gespräch verwickelt über Antagonisten, Heldinnen, Luke Skywalker und natürlich über sein Buch :-)

Das lässt sich drüben nachhören oder auch direkt hier im Blog:

Der schwarze Hengst (1979)

Am 12. April erscheint eine Neuausgabe von Carroll Ballards Der schwarze Hengst (The Black Stallion, 1979) zusammen mit seiner Fortsetzung, Der schwarze Hengst kehrt zurück, bei Capelight als DVD- bzw. Blu-ray-Softbox im Schuber. Anlässlich dieser Neuveröffentlichung habe ich mir ausführlichere Gedanken zu Ballards Film gemacht.

Eigentlich, hat der Kritiker Carson Lund vor einigen Jahren über Der schwarze Hengst (The Black Stallion, 1979) geschrieben, könnte der Film von Carroll Ballard genauso gut ein Stummfilm sein. Das bedeutet keineswegs, dass der Ton in diesem Film keine Rolle spiele – aber es betont eben doch die spürbarsten, deutlichsten Stärken: Die großartigen Aufnahmen von Mensch und Tier, die Naturbilder von Sardinien, die Unterwassersequenzen – und schließlich, in den letzten 15 Minuten des Films, die meisterhaft rhythmischen Filmsequenzen, ständig alternierend, die Perspektive wechselnd und so die Spannung nur antreibend, im großen Rennen zwischen dem Protagonisten und seinem Pferd und den zwei schnellsten Pferden Amerikas.

Doch der Reihe nach: Wir schreiben das Jahr 1946, das Dampfschiff „Drake“ schippert an der Küste Nordafrikas entlang. Der junge Alec Ramsey (Kelly Reno) ist mit seinem Vater (Hoyt Axton) unterwegs, der sich die Tage auf dem Schiff anscheinend mit Kartenspielen vertreibt. Alec schaut sich derweil auf der „Drake“ um und sieht, wie ein wildes, schwarzes Pferd mehr schlecht als recht in einer Kabine untergebracht wird; später legt er dem immer noch unruhigen Tier einige Zuckerwürfel ins offene Fenster, bis dessen Besitzer ihn verjagt und vor dem Pferd warnt: „Shaitan“, „Teufel“, flüstert er ihm zu.

Alecs Vater hatte Glück im Spiel und überlässt seinem Sohn von dem Gewinn – ein buntes Durcheinander von Münzen und anderen Wertgegenständen – ein Taschenmesser sowie eine kleine Pferdefigur aus Metall. Dabei handele es sich, erzählt er ihm, um Bucephalus, den schwarzen Hengst Alexanders des Großen – ein wildes Pferd, das niemand bändigen konnte, bis Alexander, damals noch ein Junge wie Alec, kam und es zähmte.

Der schwarze Hengst nimmt dann eine jähe Wendung; in der Nacht gerät die „Drake“ in Seenot; inmitten großer Panik kann sein Vater ihn noch nach draußen bringen, aber dann kommt eins zum anderen, und plötzlich findet Alec sich allein neben dem sinkenden Schiff wieder, von seinem Vater keine Spur. Der schwarze Hengst, der sich gerade rechtzeitig noch losreißen konnte, ist das einzig sichtbare Lebewesen in seiner Nähe; Alec greift sich eines der Seile, mit denen das Tier festgebunden war, und wird hinter ihm hergezogen. „Der schwarze Hengst (1979)“ weiterlesen

Die sagenhaften Vier (2018)

Das Örtchen Drabville in East Bumblesnore ist, die Namen machen es schon deutlich, jetzt nicht gerade der Hort großstädtischer Betriebsamkeit – und so ist die Aufregung groß, als die verstreut und entlegen rund um das Dorf liegenden Häuschen eins nach dem anderen von Dieben heimgesucht werden. Eigentlich ein Fall für Marnie, die Geheimagentin! Wäre sie nicht völlig ausgelastet mit „Schlafen, Essen, Fernsehen“.

Marnie ist eine Katze, in Farbe und Tagesablauf wäre sie Garfield nicht einmal unähnlich, aber sie hat nun einmal ein großes Faible für diese TV-Serie um eine Geheimagentin; ihren Traumberuf lebt sie mit allerlei Spielzeug-Agentenkram (lila Plastikperiskop, Sofortbildkamera und derlei mehr) auch im Häuschen ihrer Besitzerin Rosalinde aus. Rosalinde wiederum lässt sie gewähren, so lange die Katze das Haus nicht verlässt – und versorgt sie dafür regelmäßig mit Kuchen, den Marnie mit besten Tischmanieren verspeist.

Die Brüder Christoph und Wolfgang Lauenstein haben für Die sagenhaften Vier eine eigentümliche Welt erschaffen, in der Tiere (nicht nur Marnie) zwar selbstverständlich auf zwei Beinen herumlaufen und mit Gegenständen (Kameras, Autos, Pistolen gar) hantieren, es aber so scheint, als erscheine das den Menschen nicht wirklich als außergewöhnlich; verbale Kommunikation zwischen Mensch und Tier findet jedenfalls nicht statt, zwischen den Tierarten hingegen wohl.

Ein visuell wie inhaltlich gelungener, aber leider nicht wirklich in irgendeiner Art und Weise herausragender Film ist daraus geworden – meine detaillierte Kritik findet Ihr bei kino-zeit.de.

Die sagenhaften Vier – Trailer (deutsch/ german; FSK 0)

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Die sagenhaften Vier (Marnie’s World). Deutschland/Belgien 2018. Regie: Christoph und Wolfgang Lauenstein, 92 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren. Kinostart: 18. April 2019.

(Foto: Universum Film)

Kurzfilm zum Wochenende: Kitbull (2019)

Kitbull ist ein Kurzfilm von Rosana Sullivan, der in der Reihe “Pixar SparkShorts” erschienen ist – die Pixar Studios geben damit jungen Filmemacher_innen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu erproben (wie auch schon bei Purl). Sullivan hat das dazu genutzt, eine kleine Geschichte über zwei Hunde eine kleine Katze und einen großen Hund (Danke, Geräuschtasche, für den korrigierenden Hinweis, s. die Kommentare) zu erzählen, die einander spinnefeind sein müssten. (Für ganz kleine Kinder womöglich in manchen Szenen etwas zu angsteinflößend.)

Kitbull | Pixar SparkShorts

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Schönes Wochenende!

Tito, der Professor und die Aliens (2017)

Las Vegas, glitzernde Häuser, hier wohnen alle berühmten Leute und vor allem Lady Gaga – so hat sich Anita ihre Ankunft in Amerika vorgestellt. Ihr kleiner Bruder Tito und sie haben die Reise aus Italien angetreten, nachdem nun auch ihr Vater gestorben war – auf zu dessen Bruder, dem “Professore”, dem erfolgreichen Wissenschaftler.

Auf die Reise und eine Fahrt durch die Nacht folgt ein etwas unsanftes Erwachen: Denn der Professor hat für die Kinder zwar extra ein cooles Zelt aufgebaut, aber sein eigenes Domizil ist ein ziemlich angerosteter Wohncontainer mitten in der Wüste neben Area 51 und sein Forschungslabor ist hinter einer Tür verborgen, die direkt in den Berg zu führen scheint. Erfolgreich scheint der unrasierte Witwer auch nicht zu sein – anscheinend verfolgt er im All seit Jahren vergeblich eine Spur, die eine Nachricht seiner verstorbenen Frau zu sein scheint. Einziger Lichtblick für die Kinder ist Stella, die den Forscher durch die Gegend fährt und ansonsten in der kleinen Wohnwagensiedlung neben Area 51 Hochzeiten in wilden Alien-Kostümen organisiert.

Tito, der Professor und die Aliens stellt viele Fragen und verweigert sich einfachen Antworten – meine ausführliche Kritik ist bei kino-zeit.de erschienen.

Tito, der Professor und die Aliens – offizieller Trailer – Kinostart am 28. März 2019

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Tito, der Professor und die Aliens (Tito e gli alieni). Italien 2017. Regie: Paola Randi, 92 Minuten. FSK 0, empfohlen ab Jahren. Kinostart: 28. März 2019.

(Foto: eksystent)

Kurzfilm zum Wochenende: Durcheinandergebracht (2017)

Esra hat den Zug verpasst, sie ist ziemlich genervt und spielt auf ihrem Telefon. Aber der Zauberwürfel, der wie achtlos in einer Ecke des Bahnsteigs liegt, würde doch auch gerne mal wieder gelöst werden… Scrambled von Bastiaan Schravendeel (Polder Animation) gibt nicht nur einem Spielzeug Leben zurück, er wirft auch am Rande die Frage auf, ob wir außerhalb unserer Bildschirme noch die Welt wahrnehmen – und sei es nur für einen kleinen Zeitvertreib.

Schönes Wochenende!