Endlich für voll genommen werden, von den Erwachsenen als ebenbürtig gesehen werden – nichts wünscht sich der 15-jährige Freddy Lupin mehr. Bei ihm ist das doppelt kompliziert, denn seine Familie ist ein Werwolf-Rudel. Als Mensch ist der Teenager schon schmächtig und unsicher genug, aber nachts verwandelt er sich nicht in einen prächtigen, kräftigen Wolf, nein: Bei Mondlicht wird er zu einem Pudel mit pinkem Haarschopf.
Wann ist ein Wolf ein Wolf? 200% Wolf macht daraus keine Grönemeyer’sche Selbstvergewisserungsgeschichte, denn im Grunde hatte sich Freddy im Vorgängerfilm 100% Wolf schon mit seiner Pudeligkeit und seiner Rolle in der eigenen Familie arrangiert. Aber ein wenig gibt es dann doch noch zu korrigieren, denn er möchte gerne nachts mit dem Rest des Rudels kleine Heldentaten vollbringen und Menschenleben retten. (Wir haben es hier mit außerordentlich zahmen, freundlichen und hilfsbereiten Werwölfen zu tun.)
Die klassischen Monstren des Horrorkinos sind über die Jahre immer mehr auch in die Kinder-Unterhaltung eingesickert und werden dabei nicht nur weniger gefährlich, sondern zunehmend freundlicher. Spätestens mit Hotel Transsilvanien und seinen mittlerweile drei Fortsetzungen wurden Vampire, Mumien, Frankensteins Monster und natürlich auch Werwölfe zu charmant-chaotischen Sympathieträgern. Wobei der Werwolf in den Filmen sich vor allem durch eine Mischung aus hundeartiger Unterwerfung und ausuferndem Reproduktionswillen auszeichnete.
Was 200% Wolf aus diesem Topos heraus entwickelt, ob das irgendwie gelingen will oder kann, steht in meiner ausführlichen Kritik drüben beim Filmdienst.
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200% Wolf. Australien 2024. Regie: Alexs Stadermann, 85 Min. FSK 0, empfohlen ab 9 Jahren. Kinostart: 8. August 2024.
(Foto: Constantin Film)
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