Filmkritiken

Sing 2 – Die Show deines Lebens (2021)

Ich mochte Garth Jennings animiertes Musical-Musical Sing sehr gerne – es erfindet das Genre nicht total neu, erzählt aber eine sympathische und sehr emotionale Geschichte mit nur einem Hauch zu viel Pathos. Und singende Tiere gehen natürlich immer.

Die Fortsetzung, Sing – Die Show deines Lebens hat nun das Problemchen, dass alle wichtigen Figuren nicht nur eingeführt sind, sondern auch nicht mehr so sehr mit ihrem künstlerischen Selbstbewusstsein hadern. Im Gegenteil: In ihrer kleinen Stadt füllen sie mit ihrer Alice-im-Wunderland-Show jeden Abend das Theater bis auf den letzten Platz.

Aber Buster Moon, kleiner Koala mit großen Träumen, reicht das nicht. Er möchte in Redshore – einem klar an Las Vegas angelehnten Zentrum des Showbiz – einen richtig großen Erfolg landen, und dafür schleust er seine Truppe bei einem Vorsingen des Showproduzenten Jimmy Crystal ein, einem ziemlich rücksichtslosen Wolf mit einer recht verzogenen und verwöhnten Tochter.

Irgendwie – das sehr von sich überzeugte Popschwein Gunter schlägt ein Sci-Fi-Musical vor – kriegen sie, ohne fertiges Skript oder sonst einen Plan, den Zuschlag, und nun müssen Moon, Schweinemutter Rosita, Rocker-Stachelschwein Ash, die schüchterne Elefantin Meena und Gorilla Johnny nicht nur etwas auf die große Bühne bringen, sondern auch noch den Rockgiganten Cab Calloway (im Original von Bono gesprochen und gesungen) aus seinem seit 15 Jahren andauernden Eremitentum herausholen.

Es gibt also genug Grundlage für Chaos und emotionale Momente, und das ist auch alles sehr unterhaltsam – aber so richtig will es sich nicht alles zu einem guten Ganzen fügen. Die einzelnen Elemente schleifen eher nebeneinander her, die ganze Handlung läuft von Anfang an auf ein bestimmtes Happy-End zu, da gibt es kein Vertun.

Vielleicht liegt es auch daran, dass die Songs in dieser Fortsetzung (mit einzelnen Ausnahmen) nicht ganz so bekannt, nicht so catchy sind; vor allem aber gibt es statt emotional ergreifender Momente hauptsächlich viel Slapstick und Durcheinander. Und nicht immer ist das so brüllend komisch wie der für alle Eltern herzergreifende Ausruf: “Release the piglets!”

Sing – Die Show deines Lebens (Sing 2). USA 2021. Regie: Garth Jennings, 110 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 8 Jahren. Kinostart: 20. Januar 2022. (Streaming bei amazon.de)

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(Fotos: Universal Pictures International Germany)

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