Streaming-Tipps (11. Juni 2019)

In meinem Newsletter schicke ich (fast) jede Woche jeweils einen Streaming-Tipp für Kinder und Eltern mit – Neuerscheinungen oder Fundstücke auf Netflix oder Amazon Prime, gelegentlich auch ganz Filme, die ohne Abo kostenfrei erreichbar sind. Auf diese Filme (aber nicht immer die gleichen) möchte ich auch hier im Blog hinweisen, im Wechsel mit Hinweisen auf Neuerscheinungen auf DVD und Blu-ray.

Die kleine Hexe

Die Neuverfilmung von Otfried Preußlers Klassiker (mit einer sichtbar begeisterten Karoline Herfurth in der Titelrolle und Axel Prahl als Abraxas’ Stimme) war vor allem deshalb so überraschend, weil sie so viel unaufgeregter daherkam, als man dass vom deutschen Kinderfilm gewohnt ist. Die Zauber-Spezialeffekte sind gut gemacht, aber behutsam eingesetzt, die Geschichte nur behutsam gestrafft und eng am Originaltext entlanggeführt. Dadurch scheint zugleich an einigen Stellen durch, dass Preußlers Buch eben doch von 1957 stammt und nicht mehr in allem ganz zeitgemäß ist. Das schadet dem Film allerdings überhaupt nicht.

(FSK 0, empfohlen ab 6 Jahren – Die kleine Hexe auf amazon Prime)

Der fantastische Mr Fox

Die meisten Filme von Wes Anderson sind ästhetische Abenteuer für (bei weitem nicht alle) Erwachsene, aber Der fantastische Mr Fox ist sowieso in jederlei Hinsicht ein seltenes Kleinod: Ein in Stop-Motion-Technik gefilmtes Meisterwerk der Puppenanimation, ein Genrefilm mit Tieren, ein wildes, freches und manchmal etwas nerviges Abenteuer.

(FSK 6, empfohlen ab 10 Jahren – Der fantastische Mr Fox auf amazon Prime)

Empfehlung für die Eltern: Good Omens

Vor vielen Jahren haben sich Neil Gaiman, damals noch ein weitgehend unbekannter Autor, und Terry Pratchett, damals ein vor allem noch sehr lebendiger Autor, zusammengetan und an einer wilden Geschichte über die (modernisierte) Apokalypse geschraubt, vier Reiter inklusive. Das Ergebnis ist eines der witzigsten Bücher der letzten Jahrzehnte. Für die BBC und amazon Prime hat Gaiman das Buch nun zu einem Drehbuch für eine Mini-Serie gemacht: sechs Folgen von jeweils knapp unter einer Stunde. Was daraus geworden ist? Eine Feier des Lebens, seiner Vielfalt und Ambivalenz. Wunderbar, herzzerreißend und voll Liebe, queer unterfüttert außerdem, unfassbar komisch und zugleich hochgradig effizient erzählt, will heißen: Ohne ein einziges überflüssiges Gramm Erzählzeit. Unbedingt ansehen!

(Good Omens auf amazon Prime)

(Foto: Studiocanal)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später.

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