Willkommen in Gravity Falls (2012-2016)

Fernsehserien für Kinder haben nicht unbedingt den besten Ruf. Ich selbst sollte das gewissermaßen aus professioneller Perspektive differenzierter sehen und tue mich schon schwer damit, so stark drängt sich auf den Bildschirmen der Eindruck auf, da gehe es viel zu laut, viel zu bunt und viel zu schreiend zu. Und nun gibt es ausgerechnet vom Unterhaltungsgiganten Disney, dessen Fernsehsender man geradezu als Verkörperung meiner negativen Vorurteile ansehen kann (laut, grell, viel zu schnell für meine alten Augen, ach, diese Jugend von heute!), eine Serie, die alles Großartige vereint, was man sich vom TV der Gegenwart nur wünschen mag – sie ist sogar schon ein paar Jährchen alt, aber jetzt mit allen zwei gloriosen Staffeln auf Netflix verfügbar. (Alternative: Amazon Video.)

Die Trickfilmserie Willkommen in Gravity Falls verbindet einen mainstream-tauglichen Mystery-Plot mit sehr nerdigen, aber liebenswerten Figuren, cleveres serielles Erzählen, das von der ersten Folge in Staffel 1 bis zum großen Finale am Ende von Staffel 2 immer dichter und komplexer wird, und brillant versteckte popkulturelle Anspielungen zu einer einzigartigen Melange. Was leicht so düster hätte werden können wie Stranger Things ist stattdessen eher (der Titel lässt es erahnen) schräg und mysteriös wie Twin Peaks, aber zugleich eine hell leuchtende, sehr, sehr witzige Serie für etwas ältere Kinder und begeisterungsfähige Erwachsene. Mit Zombies.

Meine lobpreisende Ode auf Willkommen in Gravity Falls gibt es schon seit ein paar Wochen drüben bei kino-zeit.de; sie wäre nicht möglich gewesen, wenn mich nicht Spinatmädchen auf die Serie aufmerksam gemacht hätte. Danke!

(Foto: Disney XD)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

12 Gedanken zu „Willkommen in Gravity Falls (2012-2016)“

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