Heimkino-Empfehlungen für März und April 2017

Monat für Monat erscheinen mal bessere, mal schlechtere Kinderfilme auf DVD und Blu-ray sowie auf VoD-Plattformen. Ich werde versuchen, hier in Zukunft jeweils monatlich ein paar besondere Highlights hervorzuheben. Bei der ersten Ausgabe hat das mit dem “monatlich” erst einmal nicht funktioniert – es ist gerade viel los, da zog der März vorbei. Naja, es sind aber tolle Filme, dafür ist die Liste etwas länger. (Außerdem ist es eine gute Gelegenheit, um ein paar Filme wenigstens kurz vorzustellen, für deren ausführliche Besprechung mir bislang noch die Zeit gefehlt hat. Wie gesagt, es ist viel los.)

Die Auswahl ist subjektiv und an tollen Filmen orientiert, die Reihenfolge relativ wurscht. Bestellungen über die amazon-Links machen mir das Leben finanziell ein wenig angenehmer oder leichter.

Der erste Blockbuster unter den Neuerscheinungen ist zweifellos Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind, das Harry Potter-Spinoff/Prequel, hier schon ausführlich besprochen. Weil davon eh alle schon gehört haben, braucht das hier nicht so viel Platz (seit 6. April; Empfehlung: ab 11 Jahren; auf amazon.de bestellen).

Blockbuster Nummer 2: Vaiana, Sie wissen schon: Disney-Prinzessin in der Südsee, viel Gesang, großmäuliger Halbgott, irres Huhn. Sehr lustig, irgendwie auch sehr gut und trotzdem sehr ambivalent, wie ich schon erläutert hatte (ab 20. April; Empfehlung: ab 8 Jahren; auf amazon.de bestellen).

Eine nicht genug zu preisende Freude ist Molly Monster – Der Kinofilm, und zwar nicht nur deshalb, weil man den Film weitgehend bedenkenlos mit kleinen Kindern ansehen kann und sich dennoch als Erwachsener nicht zu Tode langweilt oder nur genervt ist. Ein witziger Film, der ohne bösen Antagonisten und verknarzte Geschlechterstereotype auskommt, phantasiereich, bunt und sehr gloriös. Mehr Details in meiner Kritik (seit 28. März; Empfehlung: ab 5 Jahren; auf amazon.de bestellen)

Am anderen Ende des kindlichen Altersspektrums meine 1478400241_star_gold Empfehlung des Monats: Kubo, der tapfere Samurai. Ein wunderbarer Abenteuerfilm, gruselig und aufregend und spannend und berührend und zart. Mit Bildern von beglückender Fülle und Schönheit, in den zurecht vielgepriesenen Laika-Studios in Handarbeit gebaut und komponiert. Der junge Geschichtenerzähler Kubo muss sich auf den Weg machen, damit sein Großvater, der Mondkönig, nicht auch noch sein zweites Auge zu fassen bekommt. Unterwegs begegnet er einem Affen und einem riesenhaften Käfer, die ihm auf seinem Weg beistehen. Es geht um Leben und Tod, Liebe und Glück, Vergangenheit und Zukunft. Und wer am Schluß ohne Tränen dasitzt, dem ist nicht zu helfen (seit 2. März; Empfehlung: ab 12 Jahren; auf amazon.de bestellen)

Die Empfehlungen schließt, so sollte es eigentlich immer sein, mit Musik. Von Trolls hatte ich mir eigentlich nicht allzu viel erwartet als eine 08/15-Variation auf die Filmchen, in denen nostalgisch angehauchte 80er-Jahre-Themen aufgewärmt und irgendwie aufwändig verwurstet werden (man nehme nur den leider recht missratenen Pixels als Beispiel) – also in diesem Fall wenig mehr als eine Gelegenheit, mit “Zaubertrolle“-Merchandise nochmal schnell viel Geld zu verdienen. Das Merchandising gab und gibt es wahrscheinlich, aber der Film macht das schnell durch seine insgesamt sehr sympathische Gestalt vergessen. Trolls kann nicht unbedingt mit einer besonders originellen Geschichte aufwarten, aber es erzählt sie mit Gusto, mit doch klar fokussierten Figuren und vor allem einem Schaumbad voll guter Laune und ziemlich eingängiger Lieder. Zugleich hat der Film einige gar nicht so dumme Gedanken zum Thema Traurigkeit (wenn auch lange nicht so komplex und klug wie Alles steht Kopf) und bewohnt eine Welt, in der man trotz aller Fröhlichkeit theoretisch in jedem Moment von einer freundlichen Pflanze oder einem harmlosen Hügel aufgefressen werden kann. Gelegentlich nah an einem kinderfreundlichen LSD-Trip (seit 2. März; Empfehlung: ab 7 Jahren; auf amazon.de bestellen).

(Fotos: Warner Bros., Disney, Wild Bunch/Central, UIP, 20th Century Fox)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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