Cinepänz 2014

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Am morgigen Sonntag beginnt zum 25. Mal das Kölner Kinderfilmfest Cinepänz mit seinen vier Sektionen – einem Wettbewerb, der Themenreihe “Gemeinsam sind wir stark!”, einer “Sonderprogramm” getauften Reihe mit älteren Kinderfilmen und diversen “Specials”, darunter auch Kurz- und Dokumentarfilme. Außerdem gibt es ein reichhaltiges “Mitmachprogramm”. Das Festival läuft vom 22. bis 30. November 2014, das Programmheft des Festivals gibt es als PDF zum Download.

Ich will hier nicht alle Filme im Einzelnen vorstellen – die Specials sind spannend, Themenreihe und Sonderprogramm (endlich einmal wieder Kletter-Ida auf großer Leinwand!) bieten viele tolle Filme. Hier sei kurz vorgestellt, was im Wettbewerb läuft, mit Trailer (soweit auffindbar) und kurzer Beschreibung (von der Festival-Homepage).

Boule und Bill (Frankreich 2013)

Als Boule den Cockerspaniel Bill in einem Tierheim entdeckt, ist es bei beiden Liebe auf den ersten Blick. Bill bringt jedoch den beschaulichen Alltag der Familie von Anfang an durcheinander, was besonders Boules Vater Kopfzerbrechen bereitet. Das Chaos ist perfekt, als die Familie wegen des neuen Jobs des Vaters in eine Wohnung in Paris umzieht. Beim Spielen wirft Bill die Schildkröte Caroline versehentlich in den Müllschlucker und löst damit ein atemberaubendes Abenteuer aus, bei dem die ganze Familie bis zum spannenden Schluss auf Trab gehalten wird.

Ella und der Superstar (Finnland 2013; Fortsetzung von Ella und das große Rennen) – im Kino ab 12. Februar 2015

In Ellas Schule wäre das Leben eigentlich ganz angenehm, wenn ihr Lehrer Opettaja nicht auf die anstrengende Idee gekommen wäre, die Kinder müssten das Einmaleins beherrschen. Ständig fragt er sie ab. Vor allem Pate kommt da nicht mit. Eigentlich sieht er auch gar nicht ein, wofür das leidige Herumgerechne gut sein soll. Die Kids fassen einen genialen Plan: Pate wird Rockstar! Denn ein Rockstar muss nicht rechnen können, dafür hat er seinen Manager. Außerdem sind Rockstars steinreich, zur Not stellen sie einfach jemanden für das Einmaleins ein. Wichtigste Voraussetzung: coole Sonnenbrillen… Zweiter Film nach „Ella und das große Rennen“ der finnischen Erfolgsreihe um Ella und ihre Schulklasse.

Finn (Niederlande/Belgien 2013) – ab 4. Dezember 2014 im Kino

Der 9-jährige Finn lebt mit seinem Vater auf dem Land. Fußball gehört nicht unbedingt zu seinen Leidenschaften, auch wenn sein Vater das gerne hätte. Nach dem Training lockt eine seltsame Krähe den Jungen vom Bolzplatz zu einem geheimnisvollen Bauernhaus in der Nähe. Dort begegnet Finn einem seltsamen alten Mann mit schwarzem Mantel und wallendem weißen Haar. Als der alte Luuk auf seiner Geige spielt, ist Finn wie verzaubert. Er sieht auf einmal seine Mutter, die vor Jahren gestorben ist. Sie lacht ihn an, wie auf seinem Lieblingsfoto von ihr. Finn möchte jetzt unbedingt auch Geige spielen lernen, um diesen magischen Moment zu wiederholen. Während sein Vater denkt, er wäre beim Fußball, geht Finn heimlich zu dem alten Bauernhaus, um Geige zu üben.

Grüße von Mike (Niederlande 2012)

Der zehnjährige Mike liegt schon seit Monaten mit Leukämie im Krankenhaus. Nun steht Weihnachten vor der Tür und Mike kann endlich als geheilt entlassen werden! Er wartet sehnsüchtig darauf, von seiner Mutter abgeholt zu werden. Doch nicht sie kommt, um ihn abzuholen, sondern eine Frau vom Jugendamt. Mike soll zu Pflegeeltern, weil die Mutter alkoholkrank ist und sich nicht richtig um ihren Sohn kümmert. Obwohl Mike beweist, dass er sauber machen, regelmäßig seine Medizin schlucken und sogar für sich kochen kann, bleibt das Jugendamt hart. Nun muss sich der pfiffige Junge etwas einfallen lassen, damit er das Weihnachtsfest mit seiner Mama verbringen kann.

Horizon Beautiful (Schweiz/Äthiopien 2013)

Der Waisenjunge Admassu Amare, genannt Admassu Messi, träumt von einer Karriere als Profifußballer. Genau wie sein Idol Messi möchte er nach Barcelona, um dort die Fußballschule zu besuchen. Aber wie soll er es von Addis Abeba nach Spanien schaffen? Doch dann erfährt er, dass ein bekannter Fußballmanager nach Äthiopien kommt, um neue Talente zu entdecken. Das ist seine Chance. Er versucht mit allen Mitteln an diesen „Mister Franz“ heranzukommen. Doch der wird auf Schritt und Tritt von Bodyguards abgeschirmt. Mithilfe einer Gang will Amare ihn entführen lassen, was gründlich schiefgeht. Doch zufällig landen beide auf demselben LKW, der auf dem Weg in die Berge ist. So beginnt eine Reise, die für beide anders ausgeht als geplant.

Der kleine Zappelphilipp (Niederlande 2012) – erhältlich auf DVD und Blu-ray

Der siebenjährige Bram kann vieles, nur still sitzen kann er nicht. In seinem Erfindungsnotizbuch ist die Toilette auf Platz 85 und der Gameboy auf Platz 25. Als er in die erste Klasse kommt, fangen aber auch schnell die ersten Probleme an. Seine lebhafte Fantasie und die Hyperaktivität gefallen dem strengen Lehrer Fisch gar nicht. Nach einer Beschwerde aus der Schule fangen die Eltern an, Brams Tagesablauf durchzustrukturieren. Doch anstatt Ruhe und Stabilität breiten sich erste Anzeichen von Frustration aus. Es geht sogar so weit, dass Bram überlegt, abzuhauen. Da passiert etwas Unerwartetes: Herr Fisch hat sich ein Bein gebrochen und ist von der Schule freigestellt. Wird der neue Lehrer mit Brams Konzentrationsschwäche umgehen können?

Die Nachtigall (Frankreich/China 2014)

Renxing ist ein aufgewecktes, aber etwas verzogenes zehnjähriges Mädchen, das sich den ganzen Tag mit ihrem I-Pad beschäftigen kann. Als ihre Eltern auf eine längere Geschäftsreise müssen, soll sie während der Zeit ausgerechnet zu ihrem langweiligen Opa Zhigen, der noch nicht einmal weiß, wie man ein Smartphone bedient. Und dann unternimmt er mit ihr auch noch eine Reise aufs Land. Er möchte zurück in sein Dorf reisen, um ein Versprechen zu erfüllen, das er damals seiner Frau gegeben hat. Als Zhigen in die Stadt gegangen ist, um dort zu arbeiten, hatte sie ihm eine Nachtigall mitgegeben, die er jetzt an ihrem Grab freilassen will. Renxing kann es kaum glauben – ausgerechnet aufs Land, wo es noch nicht mal Internet gibt.

Stark wie ein Baobab (Senegal/USA 2013)

Coumba ist überglücklich. Sie hat die Prüfungen für die Zulassung zur Universität bestanden. Mit dieser frohen Botschaft kehrt sie heim in ihr Dorf, zu ihren Eltern und Geschwistern. Doch die haben im Moment ganz andere Probleme. Coumbas Bruder ist beim Hüten der Kühe so unglücklich vom Baum gefallen, dass er operiert werden musste. Das kostete viel Geld. Um die Kosten für die Behandlung aufzubringen entschließt sich der Vater, Coumbas 11-jährige Schwester Debo zu verheiraten. Coumba ist entsetzt. Hin- und hergerissen zwischen Tradition und der Fürsorge für ihre Schwester entschließt sie sich, die Heirat mit allen Mitteln zu verhindern. Doch dafür benötigt sie erst einmal Geld. Sie arbeitet heimlich in einem Hotel als Putzfrau, während sie offiziell die Kühe hütet.

Station 7 (Philippinen 2013)

In einem kleinen philippinischen Provinzdorf leben Diana und ihr jüngerer Bruder Julian ohne ihre Eltern. Ihre Mutter ist nach China gereist, um dort Geld für ihre Kinder zu verdienen, denn in ihrer Heimat ist das nicht möglich. Ihr Vater wohnt inzwischen mit einer anderen Frau aus dem Ort zusammen. So müssen sich Diana und Julian allein durchschlagen. Unerwartet erfahren sie, dass ihre Mutter in China wegen Drogenschmuggels verhaftet wurde.

Vom Fischer und seiner Frau (Deutschland 2013)

Der Fischer Hein und seine Frau Ilsebill leben arm, aber glücklich in einem alten Pott am Meer. Eines Tages zieht Hein einen Butt an Land. Der Butt kann sprechen und er behauptet, ein verwunschener Prinz zu sein und bittet Hein inständig, ihn wieder zurück ins Meer zu werfen, was der gutmütige Fischer auch tut. Als er seiner Frau Ilsebill davon erzählt, hält sie ihn für verrückt, dass er sich nichts von dem Butt gewünscht hat. Sie hat genug Wünsche und schickt ihren Mann zurück ans Meer, um dem Butt ihren Wunsch zu überbringen. Tatsächlich geht der Wunsch sofort in Erfüllung. Doch Ilsebill wird gierig nach Macht und Reichtum. Hein muss wieder und wieder zum Butt. „Das geht nicht gut“, denkt er bei sich.

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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