Berlinale 2014: Loulou, das unglaubliche Geheimnis (2013)

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Wer irgendwie schon einmal Berührungen mit der französischen Kinderbuchwelt hatte, wird nicht an Loulou vorbeigekommen sein, dem anfangs noch sehr jungen Wolf, der eines Tages – er hat noch nie ein Kaninchen gesehen – auf Tom trifft, der seinerseits noch nie einem Wolf begegnet ist. Sie fragen sich ernsthaft, ob sie nun Angst voreinander haben müßten, aber ihre Freundschaft wird dadurch behindert, dass Loulou irgendwann das Bedürfnis verspürt, seinen langohrigen Freund zu verspeisen… es beginnt der Weg zum Vegetarismus aus Liebe. Toll, oder?

Der Gegensatz zwischen Carnivoren und ihren lebendigen Speisen ist also von Anfang an in den Figuren von Loulou und Tom angelegt, die sich hier auf eine Reise machen, nicht unähnlich den origin stories amerikanischer Superhelden: Wer war meine Mutter?, will Loulou wissen, und eine recht sinister wirkende Wahrsagerin verspricht ihm Aufklärung in Wolfenberg, wo sie Prinzessin gewesen sei. Dort feiert man gerade das Carnivorenfest mit viel Jagd und feinen Blutstropfen in edlen Gläsern – der kleine Wolf und sein Kaninchenfreund sind also aus ganz unterschiedlichen Gründen herzlich willkommen – oder vielleicht auch nicht. „Berlinale 2014: Loulou, das unglaubliche Geheimnis (2013)“ weiterlesen

Berlinale 2014: Supernova (2013)

Supernova

Ein Haus im Nirgendwo, es steht an einer Kurve, die Straße selbst führt von irgendwo – da ist wohl ein Dorf – zu einer nur halbfertigen Brücke, unter der sich nachts die lauten Nichtmehrjugendlichen in ihren Autos treffen, zum Trinken und zum Sex. Das ist wie am Ende der Welt, zumindest gibt es eine Ahnung davon; und im Haus warten die 15jährige Meis, ihre Eltern und ihre möglicherweise demente Großmutter auf etwas – ostentativ darauf, dass es einen Autofahrer aus der Kurve trägt und ins Haus hinein.

Man hat dieses seltsame Gefühl eines endlosen, immergleich sonnigen Sommers; der Mais steht zwar auf den Feldern in vollem Saft, aber alles wirkt trocken. Es ist nichts zu tun, keine Ahnung von Schule oder Bildung, obwohl Meis physikalische Gesetze zitiert wie andere Leute Kalenderweisheiten – die einzige Lektüre im Haus scheinen die schlüpfrigen Romanzen zu sein, die Meis’ Mutter liest und in die sich die Tochter hineinträumt.

Weiterlesen: Meine Kritik zu Supernova ist auf kino-zeit.de erschienen.

Supernova, Niederlande/Deutschland/Belgien 2013. Regie: Tamar van den Dop. 108 Min. Auf der Berlinale.

(Foto: Berlinale)

Berlinale 2014: Die (womöglich) besten Kinderfilme

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Die Berlinale bietet viele tolle Kinderfilme: Welche davon sollte man sich näher ansehen? – Bevor Anfang kommender Woche der Vorverkauf für die Berlinale beginnt und am Freitag dann die Kinder- und Jugendfilmsektion, die Berlinale Generation, mit Loulou, das unglaubliche Geheimnis (Kplus) bzw. God Help The Girl (14plus) eröffnet wird, möchte ich an dieser Stelle auf einige der interessanteren Filme schon vorab hinweisen.

Da ich leider mit Ausnahme von Michel & Ida aus Lönneberga keinen der Filme vorab selbst sichten konnte, habe ich mich bei dieser Auswahl von den Hinweisen und Empfehlungen zahlreicher Kolleginnen und Kollegen leiten lassen, die so freundlich waren, mir ihre Einschätzungen der Filme aus der Generation vorab schon mitzuteilen: mein Dank gilt Lida Bach, José Garcia, Katharina Sobottka, Thomas Vorwerk, Patrick Wellinski, Anna Wollner und besonders Elisabeth Nagy. Sie haben in ihrer Gesamtheit nicht alle Filme gesehen, konnten aber doch zu den meisten schon etwas sagen.

Für die Filme in der Kindersektion Kplus gilt, dass Filme grundsätzlich in der Originalsprache gezeigt werden, gegebenenfalls wird der deutsche Text live im Kino eingesprochen – das funktioniert immer sehr gut und wird erfahrungsgemäß auch von den Kindern nicht als problematisch empfunden. (Ausnahme: Jack und das Kuckucksherz wird im Original mit deutschen Untertiteln zu sehen sein.) Die Sektion 14plus zeigt die Filme ebenfalls in Originalfassung sowie ggf. mit englischen Untertiteln. Die Programme gibt es auf der Website der Berlinale zum Download, alle Filme der Generation hatte ich kurz inhaltlich und z.T. mit Trailern hier im Blog bereits vorgestellt: Kplus, 14plus.

Für die ganz Kleinen

Für ganz kleine Kinder bietet auch das Kplus-Programm naturgemäß nur ein kleines Angebot; insbesondere sollten für sie die „Kurzfilme 1“ (ab 4 Jahren) in Betracht gezogen werden, die in knappen 54 Minuten ein abwechslungsreiches Potpourri bieten. Außerdem kommt noch Michel & Ida aus Lönneberga (Emil & Ida i Lönneberga) für sie in Frage (ab 5), der allerdings eher mittelmäßige Unterhaltung bietet.

Ab 7 Jahren

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Für die etwas älteren Kinder habe ich eine Reihe von Empfehlungen, auch wenn ich über einige kein Wort verlieren darf, da sie als Weltpremieren gezeigt werden, und da bittet das Festival darum, Kritiken zum Film erst nach der offiziellen Premiere zu veröffentlichen.

Aber trotzdem darf ich sagen, dass meine Kolleg_innen übereinstimmend der Meinung waren, dass etwa Johan und der Feuerkönig (Beyond Beyond; ab 7), Naturkunde (Ciencias Naturales; ab 10) und Meiner Seelen Wonne (Hitono Nozomino Yorokobiyo; ab 11) wirklich sehenswert sind.

Nachdrückliche Empfehlungen bekam ich außerdem für Die geheime Mission (MGP Missionen; ab 8) übermittelt, sowie für Finn (ab 8), der nicht nur aufgrund seiner Darsteller_innen Erwähnung fand, sondern auch durch seine solide Geschichte zwischen Märchen und Drama, mit einem „Schuss Mystery“. Und schließlich noch für Jack und das Kuckucksherz (Jack et la mécanique du cœur; ab 12), etwas düster, aber wunderschön anzusehen (sagt Lida) und insgesamt etwas anders als die anderen Filme.

Für Jugendliche ab 14 Jahren

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Aus der Sektion 14plus gab es zwei ziemlich klare Favoriten unter den Kolleg_innen, die sie gesehen haben – zum ersten: das Vampirmockumentary What we do in the Shadows, in dem es wohl reichlich zu lachen gibt und das sich beileibe nicht nur für Jugendliche eignet, sondern für Blutsaugerfreund_innen aller Altersgruppen (über 14). Zum zweiten den Eröffnungsfilm God Help The Girl, „eine Mischung aus 500 Days of Summer und Once mit Emo-Indiemusik“, wie Anna Wollner mir schrieb. Knappe Empfehlungen gab es auch für Einstein and Einstein sowie für Supernova (auch eine Weltpremiere).

Gerade in der Sektion 14plus stößt man aber auch schnell auf Filme, die – ähnlich wie in den „erwachsenen“ Sektionen der Berlinale – auf sehr gemischte Gefühle und unterschiedliche Urteile stoßen. Prononciert ist das diesmal für Mavi Dalga, der für Patrick Wellinski „das beste“ ist, „was Generation dieses Jahr zu bieten hat“ – Elisabeth Nagy hingegen konstatierte: „der Film ist rein auf die Zielgruppe zugeschnitten. Während für die jungen Mädchen Liebe, Ausbildung und Zukunft die Welt bedeuten, erfordern ihre Dialoge und Handlungen viel Einfühlvermögen, da es sonst eher als banal rüberkommt.“

Durchaus gemischte Gefühle weckte auch 52 Tuesdays, den ein Kollege stark empfahl; auf Elisabeth wirkte der Film, der „nicht nur das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, sondern das Bekennen zur eigenen Sexualität“ behandelt, etwas zu pädagogisch und zugleich in der Haltung der Regie zu seinen Themen nicht klar genug.

Am besten ist im Übrigen ja immer: selbst ansehen. Welche Filme auf der Berlinale werdet Ihr Euch ansehen?

(Fotos: Beyond Beyond, Sundance)

Berlinale 2014: Michel & Ida aus Lönneberga (2013)

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(Update: Der Film erscheint am 5. Mai 2014 auf DVD.) Man muss Michel aus Lönneberga in Deutschland natürlich nicht mehr vorstellen. Der kleine Junge aus Astrid Lindgrens Welt (der im Original übrigens Emil heißt und hierzulande wohl wegen der Namensähnlichkeit zu einem anderen Jungen umbenannt wurde) ist wohlbekannt, sein Missgeschick mit der Suppenschüssel schon Folklore – und all das schon oft vorgelesen und auch auf diverse Arten und Weisen verfilmt.

In Schweden, Lindgrens Heimat, hat man sich dennoch diese neue Fassung nicht nehmen lassen: als Zeichentrickversion, ganz nett und niedlich animiert und scheinbar ohne großen elektronischen Aufwand. Dafür kann die Fassung im Original mit Astrid Lindgrens Stimme punkten, die (vermutlich von einer Hörbuchaufnahme übernommen) die Ereignisse erzählerisch verbindet: Michel geht betteln, lässt versehentlich den recht wilden Schafbock raus, dann werden die Eier zerschlagen, die er mit Ida suchen sollte… und Ida will auch endlich mal was Böses machen und dafür in den Schuppen geworfen werden. „Berlinale 2014: Michel & Ida aus Lönneberga (2013)“ weiterlesen

Berlinale 2014: Generation 14plus – das Programm

berlinale_logoIn zwei Pressemitteilungen hat nun die Kinderfilmsektion der Berlinale, die Berlinale Generation, die Filme des Jahrgangs 2014 vorgestellt. Hier sind die Langfilme der “Generation 14plus” (die Generation Kplus hatten wir vorgestern bereits), die sich vor allem an Jugendliche ab 14 Jahren richtet, in alphabetischer Reihenfolge (nach dem Originaltitel) aufgelistet. Die Inhaltsangaben stammen vom Festival, ich habe jeweils, soweit auffindbar, noch kurze Links, einen Trailer (meist in der Originalsprache) oder ein Bild hinzugefügt. Die Berlinale findet vom 6. bis 16. Februar 2014 statt. Weitere Infos und Besprechungen wird es demnächst hier im Blog geben. Update 24.1.2014: Das Programm der Generation 14plus ist jetzt – inkl. Filmbeschreibungen und Projektionsterminen – komplett zum Download verfügbar (PDF; 2,3 MB). „Berlinale 2014: Generation 14plus – das Programm“ weiterlesen

Berlinale 2014: Generation Kplus – das Programm

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In zwei Pressemitteilungen hat nun die Kinderfilmsektion der Berlinale, die Berlinale Generation, die Filme des Jahrgangs 2014 vorgestellt. Hier sind zunächst die Filme der “Generation K plus”, die sich vor allem an Kinder bis ca. 14 Jahren richtet, in alphabetischer Reihenfolge (nach dem Originaltitel) aufgelistet. Die Inhaltsangaben stammen vom Festival, ich habe jeweils, soweit auffindbar, noch kurze Links, einen Trailer (meist in der Originalsprache) oder ein Bild hinzugefügt. Die Berlinale findet vom 6. bis 16. Februar 2014 statt. Weitere Infos und Besprechungen wird es demnächst hier im Blog geben. Update 24.1.2014: Das Programm der Generation Kplus ist jetzt – inkl. Filmbeschreibungen und Projektionsterminen – komplett zum Download verfügbar (PDF; 2,3 MB). „Berlinale 2014: Generation Kplus – das Programm“ weiterlesen