Kolumnen

Das Pinocchio-Problem: Wenn Disney-Klassiker noch einmal anders inszeniert werden

Die Zeichentrickfilme des Walt Disney Studios haben einen festen Platz in der Filmgeschichte. Nicht wenige von ihnen gelten als Klassiker. So wundert es nicht, dass man irgendwann versucht hat, das bereits einmal Erfolgreiche noch ein weiteres Mal zu verwerten. Auf eine Reihe eher erfolgloser Sequels, die dann auch nicht mehr den Weg auf die große Kinoleinwand geschafft haben, folgten Neuverfilmungen, erst nur wenige und sehr sporadisch – und dann immer mehr.

Spätestens seit Cinderella ist daraus eine neue Blockbuster-Reihe fürs Kino geworden, die im Frühjahr 2025 nicht nur zu einer neuen Begegnung mit dem filmhistorischen Klassiker Schneewittchen und die sieben Zwerge von 1937, sondern auch mit dem noch vergleichsweise jungen Fan-Liebling Lilo & Stitch (2002) geführt hat. Aber wie verhalten sich die neuen Filme denn nun zu den Vorlagen? Warum gibt es sie eigentlich? Was soll, was kann man von ihnen halten – und ist das eigentlich gut? Kleiner Spoiler vorweg: Sie fühlen sich irgendwie seltsam an.

Die Schwierigkeiten im Umgang mit den jüngsten Disney-Remakes beginnen ja schon damit, wie man diese Filme bezeichnen soll. „Remake“ ist zwar zutreffend, erscheint aber etwas zu generisch, um den Schritt zu beschreiben, dass nun statt eines (Zeichen-)Trickfilms in der Regel reale Menschen auf dem Bildschirm zu sehen sind. „Live Action“- oder „Realfilm“-Remake ließe sich allerdings nur mit sehr großen Anführungszeichen verwenden, weil alle diese Filme massiv mit computergenerierten Bildern arbeiten – oder aber, wie Der König der Löwen (2019) sogar ausschließlich als CGI entstanden, also im Grunde auch wieder Animationsfilme sind. „Fotorealistisch“ trifft es da vielleicht schon eher, aber was bedeutet das schon für die fantastischen Unterwasserwelten in Arielle, die Meerjungfrau (2023)?

Für das Kinder- und Jugendfilmportal habe ich einen Versuch unternommen, die Neuverfilmungen alter Disney-Trickfilme mit ihren Vorbildern zu vergleichen, mit einem Blick auf Begrifflichkeiten, Geld, Publikum, Politik und Ästhetik.

(Foto: Disney)

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