Lino – Ein voll verkatertes Abenteuer (2017)

Szenenbild aus Lino

Indoorspielplätze sind so etwas wie hochspezialisierte Großfolterkammern, in denen besuchende Eltern in großen Stückzahlen durch die Geräusche, Gerüche und Bedürfnisse des von ihnen selbst verschuldeten Nachwuchses (und dem der anderen anwesenden Eltern) in den Wahnsinn getrieben werden. Es sind geschlossene Räume voll mit Geräten in grellen Plastiktönen, die durch viel Schaumstoff abgesichert wurden; dreidimensionale Labyrinthe, an deren tontechnisch zentral gelegenen Orten Essen und Getränke gereicht werden, die mit viel Fett und Zucker nicht nur Geld, sondern auch Lebenszeit kosten, als wäre das Gebrüll rundherum, für das man auch noch Eintritt gezahlt hat, noch nicht genug.

In einer solchen Vorhölle beginnt Lino – Ein voll verkatertes Abenteuer, und es ist auch für Nicht-Eltern unmittelbar evident, warum der Titelheld kreuzunglücklich ist. Er steckt in einem großen Plüschkatzenkostüm, wird von den Kindern angeschrien und angesprungen; als wäre das nicht genug, nehmen auch alle Erwachsenen rundherum ihn als Witzfigur wahr. Er lebt allein in einer trostlosen Wohnung, verdient nicht genug Geld für die Miete, und nebenan wohnt der gleiche Typ, der ihn schon in der Schule immer herumgeschubst hat.

Ein Film wie ein Indoorspezialist: Meine detaillierte Besprechung auf kino-zeit.de.

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Lino – Ein voll verkatertes Abenteuer (Lino: Uma Aventura de Sete Vidas). Brasilien 2017. Regie: Rafael Ribas, 93 Min. FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren. Kinostart: 17. Oktober 2019.

(Foto: Little Dream Entertainment)

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Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später.

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