Fridas Sommer (2017)

Kein Lächeln ist da auf Fridas Gesicht, während um sie herum das Feuerwerk abbrennt – ein Freudenfest in der Großstadt, der Sommer wird eingeläutet, aber Frida beobachtet und schaut und schweigt.

Die sechsjährige Frida zieht zu ihrer Tante und ihrem Onkel aufs Land, wird mit ihrer kleinen Cousine Anna spielen. Aus den Gesprächen um sie herum wird nach und nach klar: Fridas Mutter ist gestorben, der Vater schon länger tot. Die Geschwister der Mutter kümmern sich, Fridas Großmutter macht allen Vorwürfe, es seien falsche Entscheidungen getroffen worden, falsche Lebenswege beschritten.

Die Krankheit, an der die Mutter litt, wird nicht mit Namen genannt und ist doch präsent: Es ist, wie der Originaltitel von Fridas Sommer verrät, der Sommer des Jahres 1993. Als Frida sich ein Knie aufschlägt, gerät die Mutter eines anderen Mädchens in Aufregung: Sie habe Frida doch nicht angefasst? Weltweit war Anfang der 1990er Jahre die Angst vor AIDS, vor möglicher Ansteckung riesig. Aber man täusche sich nicht. Auch wenn Autorin und Regisseurin Carla Simón Pipó in ihrem Debütfilm einen Teil ihrer eigenen Lebensgeschichte verarbeitet hat – den Tod ihrer HIV-kranken Mutter, der der Film auch gewidmet ist –, so ist der Film doch in diesen Ängsten hochaktuell und in seinem eigentlichen Sujet zeitlos.

Die vollständige Kritik steht drüben auf kino-zeit.de.

Fridas Sommer (Estiu 1993). Spanien 2017. Regie: Carla Simón, 97 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren. Kinostart: 26. Juli 2018.

(Foto: Grandfilm)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später.

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