Das Märchen von der Prinzessin, die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte (2013)

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Prinzessin Clara (Hanna Merki) ist “nur” die jüngere Tochter ihrer Eltern und somit nicht nur nicht für den Thron vorgesehen, es will sie auch niemand so richtig ernst nehmen, und in der Ahnengalerie hängt ihr Bild auch nicht. Sie geht gerne barfuß in der Natur spazieren, ist aber leider auch tollpatschig und vom Pech verfolgt. Dann heckt sie einen Plan aus, um endlich eine “richtige” Prinzessin zu werden: Sie muss Hauptfigur in einem Märchen werden, dann müsse man sie ernst nehmen. Mit ihrem treuen Freund, dem Hofnarren (Michael Kranz), macht sich Clara daran, das Unternehmen umzusetzen: als erstes werden erstmal ganz viele Frösche geküsst…

Steffen Zackes Langfilmdebüt beginnt also mit einer erfreulich hanebüchenen Prämisse und folgt dieser dann auch ziemlich konsequent. Das ist immerzu hübsch ausgedacht, gerät aber leider nach einiger Zeit, trotz durchaus wunderbar irrer Einfälle zur Märchennachspielnummernrevue, in der der Hofnarr vorhersehbar leiden muss und Clara unbeschadet, aber auch nicht als strahlende Märchengestalt herauskommt. Rechte Spannung will da dann schon bald nicht mehr aufkommen, und da man auch die schließlich eintreffende Auflösung der Geschichte schon von weitem hergeritten sehen kann, wird der Film bis zum Ende nicht wirklich besser. Denn während er am Anfang das Handwerkszeug in Händen hielt, um Märchenhaftes ganz dadaistisch auszuhebeln, bestätigt es doch nur die Klischees, vor allem die Geschlechterrollen aufs Unironischste. Schade.

Das Märchen von der Prinzessin, die unbedingt in einem Märchen vorkommen wollte, Deutschland 2012. Regie: Steffen Zacke. 89 Minuten, FSK 0, Kinostart: 23. Mai 2013.

Fotos: Summiteer

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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