Ratgeber: Wie gehe ich mit Kindern preisgünstig ins Kino?

Ich gehe wahnsinnig gerne ins Kino. Mit Kindern ist es aber manchmal eine Qual – und dabei meine ich nicht einmal die Auswahl (die ist schwer genug, aber da hoffe ich, dass ich Euch einen Teil der Mühe abnehme) und die Einigung darüber, welcher Film wohl wirklich allen gefallen könnte. Nein, hat man erst einmal einen altersgerechten Film aus den aktuellen Kinostarts gefunden, dann droht der Gang zur Kasse. Mit Kindern ist man aber im Kino schnell fünfzig oder mehr Euro los. Das ist für viele Menschen schlicht zu teuer.

Ich habe ein paar Tipps zusammengetragen, wie man auch für weniger Geld Filme auf der großen Leinwand genießen kann. Richtig billig wird es dadurch auch noch nicht, aber günstiger kann es schon werden – und jedenfalls nicht mehr abschreckend teuer.

Die Vorschläge ergänzen oder überlappen sich zum Teil, ich habe sie trotzdem so grob strukturiert:

  • Möglichst nicht ins Multiplex-Kino. Als Faustregel kann gelten: Je mehr Leinwände das Kino hat, je größer die Kino-Kette, zu dem es gehört, desto höher sind meist auch die Preise. Auf dem Land oder in kleinen Städten hat man meist eh nicht die Wahl – wenn man sie hat, sollte man aber Eintrittspreise vergleichen.

  • Am günstigsten sind unter Umständen Filmvorführungen in Kinder- und Jugendzentren, es gibt auch andere Anbieter, die eigene (oft nicht-kommerzielle) Vorführungen anbieten – zuweilen auch als “Wanderzirkus” dort, wo es wenige oder keine Kinos gibt.

  • Club- oder Rabattkarten nutzen (dafür liefert man dem Kino bzw. dessen Betreiber_innen natürlich Daten – darauf muss man sich einlassen wollen). Bei manchen Kinos bzw. Kinoketten bekommt man jedes x-te Ticket gratis, zuweilen gibt es auch Extras oder Freikarten für Geburtstagskinder. – Vorschlag von @Hello_Silky.

  • Generell gilt: Auf eigene Kindertarife achten. Manchmal gelten diese nur für bestimmte Vorstellungen – oder es gibt eine “Kinderschiene” am Wochenende, in den Schulferien vormittags oder zu anderen Terminen, in der die Vorstellungen günstiger sind.

  • Wenn statt zweier Eltern nur ein_e Erwachsene_r mitgeht, wird es natürlich auch günstiger – dafür fehlt ein Teil des gemeinsamen Kinoerlebnisses. – Vorschlag von @geraeuschtasche.

  • Weniger Extraausgaben: Möglichst im Kino keine Getränke und Süßwaren kaufen (oder nur geringe Mengen) – auch wenn das für die Kinos selbst nicht schön ist, weil die einen Großteil ihres Umsatzes und Gewinns damit bestreiten. Aber keine Sorge, es finden sich genug andere, hungrige und durstige Menschen, die das ausgleichen.

  • Kein 3D: Es kostet meist nicht nur Extra-Aufschlag, wenn man die eigene Brille vergessen hat (oder nicht besitzt), muss man diese meist auch noch bezahlen. Und die Kinder haben gar nicht so viel davon – vor allem kleinere sind a) davon überfordert und b) sehen es gar nicht richtig (wenn ich mich recht erinnere, ist ihr Augenabstand noch nicht so, dass sie mit den meisten 3D-Filmen etwas anfangen könnten). – Vorschlag von @Hello_Silky.

  • Last but auf keinen Fall least: Wenn in Eurer Nähe ein Kinderfilmfestival stattfindet, geht da hin! Nicht nur gibt es dort meist großartige Filme zu sehen, die die meisten Kinos gar nicht erst in ihr Programm aufnehmen (bei großen Festivals gibt es auch Filme, die sonst nirgends ins Kino kommen). Die Preise der Festivals sind meist auch atemberaubend niedrig. Selbst bei der Berlinale, bei der Tickets gerne 15 Euro kosten, zahlt man für die Kinder- und Jugendsektion nur 4 Euro pro Ticket. – Vorschlag von @kinokolumna.

Fallen Euch noch weitere Tricks und Ideen ein, wie der Kinobesuch günstiger werden kann? Schreibt es mir hier in die Kommentare oder antwortet auf Twitter, ich freue mich!

Foto: Eric Prouzet on Unsplash

Ratgeber: Ist dieser Film schon was für mein Kind?

Das Filmplakat gefällt (wenn man Pech hat, hat das Kind es schon erspäht und für begehrenswert erkoren), auch der Trailer sieht einigermaßen brauchbar aus – aber wie soll ich jetzt bitte entscheiden, ob der Film auch wirklich was für mein Kind ist? Womöglich sogar, als Familie muss man ja praktisch denken, für mehrere Kinder gleichzeitig, die auch nicht gleichaltrig sind? Welche Altersempfehlungen gibt es? Kann ich meine Achtjährige und den Fünfjährigen mit dem gleichen Kinobesuch zufriedenstellen? Schauen wir doch mal durch die Möglichkeiten hindurch, von der offensichtlichen FSK-Einstufung bis hin zu präziseren, pädagogischen Empfehlungen, die man im Netz zum Filmkonsum für Kinder leicht finden kann.

Jedes Kind ist anders

Das ist natürlich eine triviale Wahrheit, hat mich aber selbst im Lauf der Zeit immer wieder überrascht. So wollte das eine Kind mit vier Jahren unbedingt Die Piraten zu Ende schauen, von dem das andere mit sechs Jahren nicht einmal zehn Minuten aushielt. Kinder sind da unterschiedlich interessiert, emotional nicht alle gleich belastbar und auch von Filmen mehr oder weniger beeindruckt: Wer viel Fernsehen sieht, den wird ein Film im heimischen Wohnzimmer nicht aus der Bahn werfen, aber ein Kinobesuch kann, zumal in Multiplex-Kinos, auch für medienerfahrene Kinder eine ziemlich überwältigende Erfahrung sein.

Jede Empfehlung ist also immer mit einer Prise Salz zu nehmen, denn sie passt nicht unbedingt auf jedes Kind.

Der Goldstandard: Selber gucken

Und so ist es natürlich auch die sicherste Einschätzung, wenn man den Film vorher selbst anschauen kann und dann die eigene Wahrnehmung damit abgleicht, wie das Kind auf welche Erfahrungen reagiert. „Ratgeber: Ist dieser Film schon was für mein Kind?“ weiterlesen

Ratgeber: Wie passen Filme eigentlich in den Familienalltag?

Shaun_Sz6

Ihr kennt das vielleicht: Es ist so etwa sechs, halb sieben, Ihr kramt gerade im Kühlschrank die Bestandteile des zukünftigen Abendessens zusammen, draußen scheint die Sonne, aber anstatt dass die Kinder im Hof den Sandkasten umgraben, kommt die junge Dame herein und erklärt: „Papa, ich will einen Film gucken!“

Film und Fernsehen als bewusste Entscheidung

Bei uns geht es insofern etwas anders zu als in vielen deutschen Familien, als bei uns kein Fernseher greif- und sichtbar herumsteht. Wir haben ihn nach Kind #2 abgeschafft, aber natürlich gibt es ein entsprechendes Gerät, das allerdings in meinem Arbeitszimmer als Zweitmonitor, Fernseher und vor allem Gerät zur Filmsichtung platziert ist.

Mit anderen Worten: Bei uns gibt es (für Kinder wie Eltern) kein Gelegenheitsgucken und keine Fernsehserien am Nachmittag, sondern bewusste Entscheidungen für einen bestimmten Film. Überhaupt kennen die Kinder das lineare Fernsehen nur noch von Ausnahmefällen her (Tierfilme und Sendung mit der Maus bei den Großeltern, neulich mal das erste gemeinsame Fußballspiel. Was waren wir alle aufgewühlt!).

Ist das besser so als die Möglichkeit, sich auch mal einfach vor den Fernseher zu schmeißen? Keine Ahnung. Bei gutem Wetter versuchen wir jedenfalls, mit den Kindern auch nochmal selbst vor die Tür zu kommen, und selbst bei schlechtem Wetter fragen sie jedenfalls nicht als erstes nach einem Film. Aber das Papa öfter ins Kino geht als sie, finden sie schon doof. Da kommt also noch was auf uns zu.

Neunzig Minuten sind zu viel

So oder so aber ist ein ganzer Spielfilm daheim für einen normalen Werktag nach Kita und Schule schlicht zu lang – da soll schließlich noch Zeit zum Toben sein, dann gibt es Essen, stets viel zu kalte Waschlappen und ein warmes Bett. Allenfalls am Wochenende ließe sich da auch mal ein ganzer Neunzigminüter unterbringen – aber auch der ist meiner Erfahrung nach für Kinder unter sechs Jahren einfach noch zu lang, vor allem wenn so viel passiert wie in den meisten neueren Kinderfilmen: Da reicht ihre Aufmerksamkeitsspanne noch nicht.

Wir haben nun verschiedene Strategien entwickelt, Filmgenuss in die wenigen freien Stunden des Tages zu bekommen, ohne dass alles andere darunter leiden muss – und ich bin gespannt, was Ihr davon haltet und wie Ihr es selbst macht. „Ratgeber: Wie passen Filme eigentlich in den Familienalltag?“ weiterlesen