Der schwarze Hengst (1979)

Am 12. April erscheint eine Neuausgabe von Carroll Ballards Der schwarze Hengst (The Black Stallion, 1979) zusammen mit seiner Fortsetzung, Der schwarze Hengst kehrt zurück, bei Capelight als DVD- bzw. Blu-ray-Softbox im Schuber. Anlässlich dieser Neuveröffentlichung habe ich mir ausführlichere Gedanken zu Ballards Film gemacht.

Eigentlich, hat der Kritiker Carson Lund vor einigen Jahren über Der schwarze Hengst (The Black Stallion, 1979) geschrieben, könnte der Film von Carroll Ballard genauso gut ein Stummfilm sein. Das bedeutet keineswegs, dass der Ton in diesem Film keine Rolle spiele – aber es betont eben doch die spürbarsten, deutlichsten Stärken: Die großartigen Aufnahmen von Mensch und Tier, die Naturbilder von Sardinien, die Unterwassersequenzen – und schließlich, in den letzten 15 Minuten des Films, die meisterhaft rhythmischen Filmsequenzen, ständig alternierend, die Perspektive wechselnd und so die Spannung nur antreibend, im großen Rennen zwischen dem Protagonisten und seinem Pferd und den zwei schnellsten Pferden Amerikas.

Doch der Reihe nach: Wir schreiben das Jahr 1946, das Dampfschiff „Drake“ schippert an der Küste Nordafrikas entlang. Der junge Alec Ramsey (Kelly Reno) ist mit seinem Vater (Hoyt Axton) unterwegs, der sich die Tage auf dem Schiff anscheinend mit Kartenspielen vertreibt. Alec schaut sich derweil auf der „Drake“ um und sieht, wie ein wildes, schwarzes Pferd mehr schlecht als recht in einer Kabine untergebracht wird; später legt er dem immer noch unruhigen Tier einige Zuckerwürfel ins offene Fenster, bis dessen Besitzer ihn verjagt und vor dem Pferd warnt: „Shaitan“, „Teufel“, flüstert er ihm zu.

Alecs Vater hatte Glück im Spiel und überlässt seinem Sohn von dem Gewinn – ein buntes Durcheinander von Münzen und anderen Wertgegenständen – ein Taschenmesser sowie eine kleine Pferdefigur aus Metall. Dabei handele es sich, erzählt er ihm, um Bucephalus, den schwarzen Hengst Alexanders des Großen – ein wildes Pferd, das niemand bändigen konnte, bis Alexander, damals noch ein Junge wie Alec, kam und es zähmte.

Der schwarze Hengst nimmt dann eine jähe Wendung; in der Nacht gerät die „Drake“ in Seenot; inmitten großer Panik kann sein Vater ihn noch nach draußen bringen, aber dann kommt eins zum anderen, und plötzlich findet Alec sich allein neben dem sinkenden Schiff wieder, von seinem Vater keine Spur. Der schwarze Hengst, der sich gerade rechtzeitig noch losreißen konnte, ist das einzig sichtbare Lebewesen in seiner Nähe; Alec greift sich eines der Seile, mit denen das Tier festgebunden war, und wird hinter ihm hergezogen. „Der schwarze Hengst (1979)“ weiterlesen