“Outdated cultural depictions”

„This program is presented as originally created. It may contain outdated cultural depictions.“ Schon bald nachdem kürzlich der Streaming-Service Disney+ in den USA verfügbar wurde, fiel den ersten Nutzer_innen auf, dass die Inhaltsbeschreibungen zu einigen wenigen Filmen um diese kurzen zwei Sätze erweitert waren.

Die User fanden die Formulierungen unter anderem bei Peter Pan und Geliebter Haustyrann, aber auch in den Inhaltsangaben zu den Klassikern Das Dschungelbuch, Susi & Strolch, Aristocats sowie Dumbo, der fliegende Elefant. Da alle diese Filme Szenen enthalten, die schon seit längerer Zeit als rassistisch diskutiert und kritisiert werden, liegt die Vermutung nahe, dass die Sätze präventiv auf diese rassistischen Darstellungen hinweisen sollen. Sie sind jedoch so vage gehalten, dass sich dies eben nur indirekt ableiten lässt. Bei anderen Filmen, die wie z.B. Aladdin in ihren rassistischen Stereotypen ebenso umstritten sind, fehlt die Formulierung; ein offizielles Statement von Disney gibt es bis heute nicht dazu.

Für kino-zeit.de habe ich vergangene Woche darüber nachgedacht, warum Disney hier im Vergleich zu anderen Filmstudios so halbherzig herumdruckst und was das mit dem Film Onkel Remus’ Wunderland (Song of the South) zu tun hat.

Und bei der Gelegenheit konnte ich gleich auch noch darüber nachdenken, wie wir unsere Kinder dabei begleiten, wenn wir ältere Filme ansehen, die “outdated cultural depictions” zeigen – sprechen wir es an? Diskutieren wir darüber? Es geht ja schließlich nicht nur um Rassismus, sondern zum Beispiel auch um Rollenbilder und Geschlechterstereotype in Filmen wie Arielle, die Meerjungfrau. Oder nicht?

(Foto: Disney)