Kürzere Filme schützen den Hausfrieden

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Es war ein nicht wirklich kalter Winter, nun lässt sich der Frühling eher frisch und feucht an – perfektes Kinderfilmwetter. So gab es letzte Woche bei uns Rasmus und der Vagabund, von Dienstag bis Samstag. Die Verteilung über mehrere Tage liegt natürlich nicht daran, dass Olle Hellboms Film, die inzwischen schon einigermaßen klassische Astrid-Lindgren-Verfilmung aus dem Jahr 1981, wirklich tagelang läuft – aber 105 Filmminuten lassen sich unter der Woche und selbst am Wochenende nur mühsam in unseren Familienalltag integrieren.

Vielleicht sind wir auch ein wenig speziell: der Fernseher und das normale TV-Programm spielen bei uns praktisch überhaupt keine Rolle. Natürlich gibt es immer wieder Filmisches; aber in die Zeit, die sich zwischen Ganztagsschule und Schlafengehen noch auftut, soll ja noch so viel anderes passen: Gespräche, gelegentlich ein paar kleine Hausaufgaben, Vorlesen, Abendessen, Spiele… die normale, sogenannt “abendfüllende” Filmlänge von 90+ Minuten ist nicht besonders gut geeignet für kleine Menschen, die zur Tagesschau ins Bett gehen sollten.

Weiterlesen: Meine neue Kolumne Sitzplatzerhöhung ist heute auf kino-zeit.de erschienen.

(Foto: Concorde Home Entertainment)

Kinderfilme für feuchte Frühlingstage daheim

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In den Wochen und Monaten vor Weihnachten gibt es regelmäßig fast explosionsartig zunehmende Massen von Neuerscheinungen für jene Menschen, die nach Filmmaterial suchen, das sie mit ihren Kindern gemeinsam ansehen können. Da trifft sich, wie bei allen Dingen, die mit Kindern und Geldverdienen zu tun haben, die saisonale Kaufwut mit dem Angebot des Marktes, auch wenn natürlich – leider, leider – die wirklich feinen Angebote zu wenig beachtet werden.

Für Maximilian Buddenbohms Blog Herzdamengeschichten habe ich mir ein paar Gedanken dazu gemacht, welche Neuerscheinungen sich gut für feuchtkühle Frühlingstage eignen.

(Foto: Concorde Home Entertainment)

Stürmt die Festivals! Mit Kindern!

School children lined up on the footpath outside a cinema in Brisbane, 1945

Es gibt viele, viele Gründe, warum es sich lohnt, mal auf ein Festival für Kinderfilme zu gehen (oder wenigstens zu einem Festival mit eigener Kinderfilmsektion, wie die jetzt gerade zu Ende gegangene Berlinale Generation). Der erste: Ein Saal voller filmbegeisterter Kinder, die oft nicht wissen (können), was sie erwartet. Dann: diese eigene Atmosphäre, die sich auf Festivals entwickelt – man wird, ehe man sich’s versieht, Teil einer eingeschworenen Gemeinschaft, die sich draußen in der Schlange die besten Programmtipps zuraunt oder einfach nur das Gefühl hat, an einem besonderen Ereignis teilzunehmen. Weiter: die seltsame Veränderung der Stimmung, wenn das Filmteam da und vor Ort ist, ihre Begeisterung, so vielen Menschen ihre Arbeit zeigen zu dürfen. Und schließlich, aber noch lange nicht letztens: die Filme sind einfach besser, mutiger, wenigstens interessanter.

Kinderfilme, die das Jahr über ins deutsche Kino kommen, sind meist okay, aber nicht so herausragend, dass man sich gleich zu Freudentänze verpflichtet sähe; auf DVD sieht es im Gesamtdurchschnitt viel, viel schlimmer aus (vom Fernsehprogramm will ich gar nicht erst anfangen). Da finden sich dann zwar eine Handvoll großartige Klassiker und Neuerscheinungen – oft solche, die vorab die Festivals durchtingelten -, aber viel zu viel Schrott vom Fließband, laut quäkende Animationsware ohne oder, oft noch schlimmer, mit pädagogischer Ader, leider völlig desinteressiert an Ästhetik und Klasse. Ach.

Weiterlesen: Meine neue Kolumne “Sitzplatzerhöhung” ist auf kino-zeit.de erschienen.

(Foto: Wikimedia Commons/State Library of Queensland)

Vom Glück, mit euch Filme anzusehen

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Kürzlich kam ich mit einem Vater ins Gespräch, der sich fragte, welche Filme er mit seinem kleinen Sohn ansehen solle. Er fragte zum einen, weil das Kind erst drei Jahre alt ist – da gibt es in der Tat noch kein großes Angebot, Tom und das Erdbeermarmeladebrot mit Honig kam dann aber wohl ziemlich gut an. Zum anderen aber fragte er sich auch, falls ich ihn richtig verstanden habe, ob es wohl richtig sei, mit seinem Kind jene Filme und Serien anzusehen, die er selbst als Kind geliebt habe.

Ich habe es leider versäumt, nach dem tieferen Hintergrund dieser Skepsis zu fragen; aber ich fing daraufhin an, mir Gedanken darüber zu machen, warum wir wohl unserem eigenen (kindlichen und nur aus der Ferne erinnerten) Geschmacksurteil misstrauen könnten. Womöglich verkläre ich ja nostalgisch, was die Erinnerung von vor, naja, zwanzig, dreißig Jahren hergibt? Klar, das kann passieren – ich habe neulich in ein paar Folgen von Herr Rossi sucht das Glück und war über einiges seltsam irritiert.

Weiterlesen: In meiner Kolumne Sitzplatzerhöhung habe ich mir diesmal die Frage gestellt, welche Filme wir mit unseren Kindern zusammen anschauen sollten.

(Foto: MFA+)

Hannover ist überall

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Ich bin ja eigentlich ein Hochdeutsch-Fan; aber als in München geborener Exil-Halbbayer, den alle ob seiner sprachlichen Sozialisierung für einen Hannoveraner mit leicht rheinischem Einschlag halten müssen, fehlt im deutschen Film ein gelegentliches, saftiges “Saupreiß, elendiger!” Vielleicht ist es mir deshalb neulich so sehr aufgefallen, wie selten man im deutschen Kinderfilm – oder im deutschen Film überhaupt – Menschen Mundart sprechen hört.

Der Anlass war ein genauer Blick auf Tom und Hacke, der dieser Tage auf DVD erscheint – ein Kinderkrimi, dessen Handlung eng an Mark Twains Geschichten vom Tom Sawyer und Huckleberry Finn angelehnt ist. Er spielt in einem bayerischen Provinzstädtchen kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Da wird auf dem Schwarzmarkt gehandelt, die Jungs schwänzen Schule, und all das im breitesten Dialekt der Region.

Weiterlesen: In meiner Kolumne Sitzplatzerhöhung auf kino-zeit.de beschäftige ich mich diesmal mit der Abwesenheit von Dialekten im deutschen Kinderfilm.

(Foto: Zorro Medien/good!movies)

Nicht hinschauen!

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Wer neugierige Teenager sein eigen Herz und Blut nennt, der kennt vermutlich die Bettelei darum, doch unbedingt diesen Actionfilm sehen zu dürfen, der erst ab 16 Jahren freigegeben ist, oder gar jenen Horrorfilm – und der elterliche Inquisitor, der zu verbieten sich bemüßigt fühlt, ahnt doch im Grunde seines Herzens: Beim besten Freund wird der große Bruder ein etwas weiteres Herz haben – und das passende Alter für die Videothek.

Und trotzdem kommen wir Eltern ja nicht drum herum, diesen und jenen Film für unsere Kinder in bestimmtem Alter verbieten zu wollen und zu müssen. Dass das sinnvoll ist, steht außer Frage – die ersten Gedanken dazu hatte ich mir ja schon in meiner vergangenen Kolumne gemacht.

Weiterlesen: Für meine Kolumne Sitzplatzerhöhung auf kino-zeit.de habe ich mir diesmal Gedanken über Altersgrenzen und Verbote gemacht.

(Foto: Disney)