Die sagenhaften Vier (2018)

Das Örtchen Drabville in East Bumblesnore ist, die Namen machen es schon deutlich, jetzt nicht gerade der Hort großstädtischer Betriebsamkeit – und so ist die Aufregung groß, als die verstreut und entlegen rund um das Dorf liegenden Häuschen eins nach dem anderen von Dieben heimgesucht werden. Eigentlich ein Fall für Marnie, die Geheimagentin! Wäre sie nicht völlig ausgelastet mit „Schlafen, Essen, Fernsehen“.

Marnie ist eine Katze, in Farbe und Tagesablauf wäre sie Garfield nicht einmal unähnlich, aber sie hat nun einmal ein großes Faible für diese TV-Serie um eine Geheimagentin; ihren Traumberuf lebt sie mit allerlei Spielzeug-Agentenkram (lila Plastikperiskop, Sofortbildkamera und derlei mehr) auch im Häuschen ihrer Besitzerin Rosalinde aus. Rosalinde wiederum lässt sie gewähren, so lange die Katze das Haus nicht verlässt – und versorgt sie dafür regelmäßig mit Kuchen, den Marnie mit besten Tischmanieren verspeist.

Die Brüder Christoph und Wolfgang Lauenstein haben für Die sagenhaften Vier eine eigentümliche Welt erschaffen, in der Tiere (nicht nur Marnie) zwar selbstverständlich auf zwei Beinen herumlaufen und mit Gegenständen (Kameras, Autos, Pistolen gar) hantieren, es aber so scheint, als erscheine das den Menschen nicht wirklich als außergewöhnlich; verbale Kommunikation zwischen Mensch und Tier findet jedenfalls nicht statt, zwischen den Tierarten hingegen wohl.

Ein visuell wie inhaltlich gelungener, aber leider nicht wirklich in irgendeiner Art und Weise herausragender Film ist daraus geworden – meine detaillierte Kritik findet Ihr bei kino-zeit.de.

Die sagenhaften Vier – Trailer (deutsch/ german; FSK 0)

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Die sagenhaften Vier (Marnie’s World). Deutschland/Belgien 2018. Regie: Christoph und Wolfgang Lauenstein, 92 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren. Kinostart: 18. April 2019.

(Foto: Universum Film)

Tito, der Professor und die Aliens (2017)

Las Vegas, glitzernde Häuser, hier wohnen alle berühmten Leute und vor allem Lady Gaga – so hat sich Anita ihre Ankunft in Amerika vorgestellt. Ihr kleiner Bruder Tito und sie haben die Reise aus Italien angetreten, nachdem nun auch ihr Vater gestorben war – auf zu dessen Bruder, dem “Professore”, dem erfolgreichen Wissenschaftler.

Auf die Reise und eine Fahrt durch die Nacht folgt ein etwas unsanftes Erwachen: Denn der Professor hat für die Kinder zwar extra ein cooles Zelt aufgebaut, aber sein eigenes Domizil ist ein ziemlich angerosteter Wohncontainer mitten in der Wüste neben Area 51 und sein Forschungslabor ist hinter einer Tür verborgen, die direkt in den Berg zu führen scheint. Erfolgreich scheint der unrasierte Witwer auch nicht zu sein – anscheinend verfolgt er im All seit Jahren vergeblich eine Spur, die eine Nachricht seiner verstorbenen Frau zu sein scheint. Einziger Lichtblick für die Kinder ist Stella, die den Forscher durch die Gegend fährt und ansonsten in der kleinen Wohnwagensiedlung neben Area 51 Hochzeiten in wilden Alien-Kostümen organisiert.

Tito, der Professor und die Aliens stellt viele Fragen und verweigert sich einfachen Antworten – meine ausführliche Kritik ist bei kino-zeit.de erschienen.

Tito, der Professor und die Aliens – offizieller Trailer – Kinostart am 28. März 2019

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Tito, der Professor und die Aliens (Tito e gli alieni). Italien 2017. Regie: Paola Randi, 92 Minuten. FSK 0, empfohlen ab Jahren. Kinostart: 28. März 2019.

(Foto: eksystent)

Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf (2017)

Ich fand die letzten Schlümpfe-Filme eher so naja, aber zumindest war der Versuch, sie in die reale Welt zu schicken und dort Chaos anzurichten, für komödiantische Zwecke nicht unergiebig. Im dritten Film der letzten Jahre nun bleiben wir ganz in der durch den Computer animierten Welt der Schlümpfe, in der drei der blauen Gesellen nebst Schlumpfine im Streit mit Papa Schlumpf das gemütliche Schlumpfhausen verlassen und sich aufmachen in die weite Welt – und schließlich auf das “verlorene Dorf” aus dem Titel stoßen, um deren Einwohnerschaft der Trailer seinerzeit noch meinte einen großen Bogen machen zu müssen.

Man kann den Film aber nicht ernsthaft diskutieren, ohne das Geheimnis zu lüften, also: “Vorsicht, Spoiler!”, aber so interessant und unerwartet ist es dann eben doch eigentlich nicht, und im Bild oben ist es auch schon angedeutet: „Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf (2017)“ weiterlesen

Unheimlich perfekte Freunde (2019)

„Fridolin muss lernen“, erklärt Frau Klawitter, die Grundschullehrerin, den Eltern, „die Zahlen IN die Kästchen zu schreiben.“ Fridolin, man ahnt es schon, ist kein ganz einfaches Kind, und das mit dem Übergang aufs Gymnasium sieht gerade nicht so gut aus, auch wenn sein bester Freund Emil, Klassenbester, sich nach Kräften bemüht und Fridolin auch schon mal seine Klassenarbeit unterjubelt, damit dieser bessere Noten bekommt.

Wo Frido immer nur Quatsch macht und in seiner Anwesenheit der Badezimmerspiegel schon einen Sprung bekommt, wenn er nur davorsteht (Man ahnt es: Foreshadowing!), ist Emil das genaue Gegenteil: gründlich, ordentlich, ängstlich, allergisch. Frido schwingt sich aufs Fahrrad und fährt in die Hochhaussiedlung, Emil wird von seiner Mutter abgeholt, zum Geigenunterricht, zur Ergotherapie, zum Chinesischkurs … und schnell heim ins großzügige Einfamilienhaus. Aber beide sollen natürlich aufs Gymnasium, der Zukunft wegen. Das ist deutsche Stadtkindheit im frühen 21. Jahrhundert, präzise abgebildet bis in die Namensgebung hinein.

Unheimlich beste Freundin ist der neueste Film aus der Initiative “Der besondere Kinderfilm” und ist in weiten Teilen sehr flott und unterhaltsam geworden – für mich geht er aber nicht ganz weit genug, und seine Grundidee ist mir ein wenig zu nah am DEFA-Film Das Schulgespenst von Rolf Losansky. Meine ausführliche Kritik gibt es bei kino-zeit.de.

UNHEIMLICH PERFEKTE FREUNDE Trailer Deutsch German (2019)

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Unheimlich perfekte Freunde. Deutschland 2018. Regie: Marcus H. Rosenmüller, 92 Minuten. FSK (noch nicht entschieden), empfohlen ab 9 Jahren. Kinostart: 4. April 2019.

Foto: SquareOne Entertainment

Kommissar Gordon & Buffy (2017)

Kommissar Gordon ist nicht mehr der Jüngste und vor allem sehr, sehr müde. Vor allem jetzt, im Winter, wo es draußen kalt ist und ihn innen eigentlich nur der Tee mehr schlecht als recht wachhält.

Aber Nüsse wurden geklaut, en gros und en détail, das Eichhörnchen ist sehr aufgeregt, und so muss der pflichtbewusste Polizist sich hinauswagen in den Schnee. Der Mann, pardon: die Kröte ermittelt mit ganzem Körpereinsatz, und so wird er unversehens, den Ort des Verbrechens beobachtend, bis über den Kopf eingeschneit. Nur eine junge Maus, die zufällig des Weges kommt, rettet ihn vor dem sicheren Kältetod. Weil sie weder Arbeit noch Namen hat, nimmt Gordon sie unter seine Fittiche und in sein warmes Heim auf. Einen Beruf und Namen bekommt sie von ihm auch noch: Polizei-Assistentin Buffy.

Seit fast schon sieben Jahren erfreuen Autor Ulf Nilsson und Illustratorin Gitte Spee mit ihren Krimis (amazon.de) über Kommissar Gordon und die Polizistin Buffy Kinder vor allem im Grundschulalter. Dass der Film nun ob der Herkunft des Autors (das Drehbuch stammt von Janne Vierth) als „Schwedenkrimi“ für Kinder angepriesen wird – orientiert etwa an den Geschichten um Kommissar Wallander –, greift natürlich einerseits daneben, weil es hier so wenig blutig wie fatalistisch zugeht; eine gewisse Ahnung von Schwermut, von Erschöpfung über den Lauf der Lebensdinge durchzieht aber auch Kommissar Gordon & Buffy.

Meine vollständige Kritik des Krimis für die sehr Kleinen ist auf kino-zeit.de erschienen.

KOMMISSAR GORDON & BUFFY – offizieller Trailer – ab 28. Februar im Kino!

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Kommissar Gordon & Buffy (Gordon & Paddy). Schweden 2017. Regie: Linda Hambäck, 65 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 6 Jahren. Kinostart: 28. Februar 2019.

Foto: eksystent Filmverleih

Kinder (2019)

Was machen die Kinder eigentlich so den ganzen Tag, wenn niemand zuschaut? Doch, wirklich, Eltern kennen das, diesen tiefsitzenden Wunsch, zuschauen zu können, „Mäuschen zu spielen“, wie man so sagt – also einen Blick darauf zu bekommen, was ihr langsam selbständiger werdender Nachwuchs so treibt, wenn sie nicht zuschauen, wenn sie sich frei bewegen.

Mit Kinder kann Nina Wesemann diesen Wunsch erfüllen – natürlich nur scheinbar, denn wenn in ihrem Dokumentarfilm Kinder allein durch die Straßen Berlins streifen, dann streifen sie natürlich eben nicht allein, sondern wenigstens mit einer Kameraperson. Wobei sich auch darüber hinaus zeigt, wie wenig die Kinder unbedingt das Alleinsein suchen (manche schon, manchmal), sondern immer und immer wieder sich mit Freundinnen und Freunden treffen und herumtreiben, von Geschwistern zu schweigen.

Die Kinder- und Jugendsektion der Berlinale zeigt dieses Jahr auch einige Dokumentarfilme – meine Festivalkritik zu Kinder ist auf kino-zeit.de erschienen. Alle weiteren Infos zum Film gibt es auf der Website des Festivals.

Kinder. Deutschland 2019. Regie: Nina Wesemann, 77 Minuten. Empfohlen ab 8 Jahren. Aktuell auf der Berlinale.

(Foto: Leykauf Film)