Cleo (2019)

Hat wirklich jede Stadt eine Seele, ihre ganz eigene – nein, nicht nur Stimmung, sondern – Persönlichkeit? Das Kino sucht jedenfalls immer wieder danach, nach dem genius loci der Städte, und vielleicht kommt es nicht von ungefähr, dass amerikanische Filme diesen Geist ihrer doch noch recht jungen Städte, alle blutige Vorgeschichte ignorierend, eher in der Gegenwart suchen, während Europa schneller den Blick in die Vergangenheit wendet.

Erik Schmitt sucht nun in Cleo die Seele von Berlin, und, so suggeriert es die Art und Weise, wie das Mädchen von einem Erzähler eingeführt wird, eigentlich hat man sie schon gefunden: Denn Cleo, die Titelfigur, ist geboren quasi auf der Mauer, in der Nacht des Mauerfalls; ein Kind der Maueröffnung, Halbwaise zugleich – die werdenden Eltern wollen aus Ostberlin raus als Blutungen einsetzen. Da sind sie in ihrem Auto eingepfercht zwischen lauter johlenden Grenzgängern und kommen zu spät zum Rettungswagen: Es kann nur eine gerettet werden, Kind oder Frau.

Meine Festivalkritik zum diesjährigen Eröffnungsfilm der Kinder- und Jugendsektion der Berlinale ist am vergangenen Freitag auf kino-zeit.de erschienen. Alle weiteren Infos zum Film gibt es auf der Website des Festivals.

CLEO – Die Schatzsucherkneipe – von Erik Schmitt

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Cleo. Deutschland 2019. Regie: Erik Schmitt, 99 Minuten. Empfohlen ab 9 Jahren. Aktuell auf der Berlinale.

(Foto: Detailfilm)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später.

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