Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf (2017)

Ich fand die letzten Schlümpfe-Filme eher so naja, aber zumindest war der Versuch, sie in die reale Welt zu schicken und dort Chaos anzurichten, für komödiantische Zwecke nicht unergiebig. Im dritten Film der letzten Jahre nun bleiben wir ganz in der durch den Computer animierten Welt der Schlümpfe, in der drei der blauen Gesellen nebst Schlumpfine im Streit mit Papa Schlumpf das gemütliche Schlumpfhausen verlassen und sich aufmachen in die weite Welt – und schließlich auf das “verlorene Dorf” aus dem Titel stoßen, um deren Einwohnerschaft der Trailer seinerzeit noch meinte einen großen Bogen machen zu müssen.

Man kann den Film aber nicht ernsthaft diskutieren, ohne das Geheimnis zu lüften, also: “Vorsicht, Spoiler!”, aber so interessant und unerwartet ist es dann eben doch eigentlich nicht, und im Bild oben ist es auch schon angedeutet:

In besagtem Dorf wohnen lauter Schlumpf-Damen. Sie scheinen im englischen Original alle Blumennamen zu tragen und bei weitem charakterlich nicht so eingeschränkt zu sein wie es bei den Herren der Fall ist; darüber hinaus aber spielt es nicht wirklich eine Rolle, welches Geschlechts sie sind. Zumal der Film damit natürlich nur die alte Frage neu aufwirft, wie das eigentlich überhaupt mit dem Geschlecht bei den Schlümpfen ist, mit der Reproduktion und romantischen Beziehungen. Alle homosexuell? Gar nicht sexuell? Warum dann Männlein und Weiblein? Just for fun, aber für welchen fun?

Gäbe der Film den neu “entdeckten” Frauen (ein kolonialistischer Blick, der im Film auch mit einem kurzen Satz thematisiert und zurückgewiesen wird) etwas mehr Zeit und Individualität, dann könnte man das womöglich als irgendwie feministisch oder wenigstens gender-interessiert lesen, aber letztlich bleibt das Dorf ein relativ planloses Vehikel, das vielleicht für weitere Filme (bitte nicht) den Handlungsrahmen erweitert, aber mehr passiert damit nicht.

Denn Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf wirft zu diesen Themen mehr Fragen auf als dass er sich für Antworten interessieren würde, leider interessiert der Film sich aber auch nicht für interessante Unterhaltung. Es sieht alles ganz nett aus, es gibt ein paar schöne Ideen (der Marienkäfer!) und ist auch kurzzeitig unterhaltsam, aber über einfache Standards kommt es nicht hinaus; nur ein Teil des großen Finales ist nicht ganz vorhersehbar, aber dass Gargamel natürlich nicht obsiegen kann, sollte ja sowieso klar sein.

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Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf (Smurfs: The Lost Village). USA 2017. Regie: Kelly Asbury, 89 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren. Kinostart: 6. April 2017. (DVD, Blu-ray, 3D Blu-ray)

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Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später.

2 Gedanken zu „Die Schlümpfe – Das verlorene Dorf (2017)“

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