Bibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise (2026)
Zeit fürs Schulpraktikum! Weil Bibi sich aber zu spät angemeldet hat, kann sie ihre Erfahrungen nicht bei der Polizei machen, sondern muss ins Museum – das wird bestimmt sehr langweilig.
Oder halt auch nicht: Denn Farrah Pahani (Nilam Farooq), Kuratorin der neuen Ausstellung, will mit Bibi (NALA) gleich die erste Nacht durcharbeiten, damit am nächsten Tag wirklich alles fertig ist. Prunkstück der Sammlung: eine vom Museum frisch angeschaffte Schatulle, die einer Urahnin Farrahs gehörte, Fritzi von Klunkerburg. (Nicht ganz zufällig damals auch Bewohnerin eben jener Klunkerburg, in der jetzt das prachtvolle Museum steht, für dessen Innenräume wenigstens teilweise ein prachtvolles Wiener Museum Pate bzw. Drehort stand.)
Prompt aber wird die Schatulle, in der sich ein Diamant verbergen soll, der alle Wünsche erfüllen könne, noch in derselben Nacht gestohlen, während Bibi gerade auf herbeigehexten Rollschuhen und mit Discolicht durch die Räume tanzt. Und weil ihre beste Freundin Marita (FIA) an Bibis Statt auf dem Praktikantinnen-Posten bei der Polizei gelandet ist, übernehmen Marita und Bibi gleich selbst ein paar Ermittlungen: Per Zauberspruch wollen sie in die vorherige Nacht zurückkehren und den Dieb beobachten.

Leider geht der Zauberspruch schief, die beiden Mädchen landen im 19. Jahrhundert und treffen dann sogleich Fritzi (Carmen Diego), werden aber nach einigem Durcheinander von deren Tante Mathilde von Molch (Fritzi Haberlandt) erwischt und in den schlößlichen Kerker gesperrt.
Das Zurückhexen, man muss es kaum erwähnen, klappt dann nicht so einfach, wie Bibi sich das vorgestellt hatte, es bedarf einiger Mühen, um alles wieder zu richten, und ganz oberflächlich macht man sich dabei auch (leider zutiefst unlogische) Gedanken über die Folgen von Zeitreisen für das Zeit-Raum-Kontinuum.

Man schaut Bibi Blocksberg-Filme natürlich eh nicht wegen der physikalischen Grundsatz-Erörterungen, aber etwas weniger unlogisches Verhalten und etwas mehr stringente Spannung darf man sich schon wünschen. Bettina Börgerdings Drehbuch gleitet flott dahin, aber zu genau darf man eben nicht aufpassen oder auf historische Details pochen wollen.
Haberlandt wirft sich, als Bösewichtin im 19. Jahrhundert und ihre eigene Nachkommin im 21., mit Verve in ein wunderbar absurd aufgebrezeltes Kleid damals und eine noch entschlossener absurde Brille heute – sie gibt ihr Maximum an Mienenspiel, es ist eine große Quatschfreude.

Die Männer, von Papa Bernhard bis zum Polizisten, spielen im Universum derer von Blocksberg traditionell und glücklicherweise nur Nebenrollen; in diesem Film sind sie bis auf Fritzis unangenehmen (und leider als vage tuntenhaft-„unmaskulin“ angelegten) Verlobten August (Leonard Vincent Schmiel) nicht auch noch nur inkompetent, sondern vor allem Dekoration und comic reliefs. So weit, so angemessen für die Hexenwelt.
Natürlich wird, wir sind in einem deutschen Franchise-Kinderfilm, auch gesungen und getanzt; nachts im Museum, auf einem Mini-Ball im 19. Jahrhundert und zwischendrin auch im Kerker. Da flattern dann die Filmbilder in bollywoodesquer Freiheit auf und davon.
Da lässt der Film dann den Hauch einer Ahnung davon spüren, was möglich gewesen wäre in dem ansonsten sehr konventionell und gelegentlich etwas holprig abgespulten Detektivinnen-Zeitreise-Plot. Naja, sein Publikum wird er schon finden.
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Mehr InformationenBibi Blocksberg – Die total verhexte Zeitreise. Deutschland, Österreich 2026. Regie: Gregor Schnitzler, 90 Min. FSK 0, empfohlen ab 10 Jahren. Kinostart: 24. September 2026.
(Fotos: Leonine)

