Der Zauber der blauen Geige (2024)
Man möchte eigentlich gerne in einer Welt wohnen, in der die Menschen in Pubs sitzen, Geige und Dudelsack spielen und Bier oder Limonade trinken. Wo man lacht und Irisch-Gaelisch spricht und die Gesichter offen und meist freundlich sind, unabhängig davon, ob sie glatt oder faltig sind. Es ist die entspannteste Szene in Der Zauber der blauen Geige, als Molly mit ihrem neuen Freund, dem knötterigen Malachy, und all seinen Bekannten zusammensitzt und spielt; das Licht ist warm, die Musik belebt.
Doch die Regisseurin Anne McCabe und das Drehbuch von Patricia Forde lassen sich Zeit, bis es zu diesem Glücksmoment kommt. Der Film beginnt an einem Strand, und Mollys Stimme auf dem Off klingt schon nach Wehmut, denn auf dem Heimweg passiert ein großes Unglück: Mollys Vater fällt nach einem Verkehrsunfall ins Koma. Die Zehnjährige hofft verzweifelt auf Rettung. Sie klammert sich an eine im Vorübergehen aufgeschnappte Redewendung, dass es schon einen Akt der Magie brauche, damit ihr Vater wieder erwache. Sagte die Pflegerin nicht, dass Malachy, der im gleichen Pflegeheim wohnt, „Magie in den Händen“ habe?
Für den Filmdienst habe ich Der Zauber der blauen Geige ausführlich besprochen und versucht, den leicht magischen Realismus des Films einzufangen.
Der Zauber der blauen Geige (Fidil Ghorm/Blue Fiddle). Irland 2024. Regie: Anne McCabe, 86 Min. FSK 6, empfohlen ab 12 Jahren. Kinostart: 22. Oktober 2026.
(Foto: Landfilm/barnsteiner film/Martin Maguire)

