Eine Frage der Geschwindigkeit

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Manchmal sind es ja so kleine Bemerkungen, die mich nicht mehr richtig loslassen. In meiner Besprechung des neuen Films Rettet Raffi! von Arend Agthe hatte ich auf ein Interview verwiesen, das der Autor und Regisseur anlässlich der Premiere der Süddeutschen Zeitung gegeben hatte. Agthe erklärt darin, warum er vor zwei Jahren eine um zwanzig Minuten gekürzte Fassung seines Klassikers Flussfahrt mit Huhn herausgebracht hat: “Der Film war ursprünglich viel elegischer. Wir haben mehr Tempo hineingebracht. Denn die Kinder heute haben eine andere Wahrnehmung als früher, sie sind schnellere Schnitte gewöhnt.”

Ich bin immer skeptisch, wenn irgendetwas generell anders sein soll als früher – aber in gewisser Hinsicht hat Agthe selbstverständlich Recht: Schon Kinder sind durch die Erzählweise des zeitgenössischen Kinos und vor allem Fernsehens Handlungssprünge gewohnt, die sie (aber auch Erwachsene) früher womöglich nicht verstanden hätten, und der Regisseur hat natürlich auch Recht, wenn er konstatiert: “da muss ich gar nicht erzählen, was zwischendurch passiert ist”.

Weiterlesen: Warum ich selbst nicht völlig frei von konservativ-kulturkritischen Impulsen bin und trotzdem nicht glaube, dass heute alle Filme schnell geschnitten sein müssen, habe ich in meiner neuen Kinderfilm-Kolumne “Sitzplatzerhöhung” auf kino-zeit.de aufgeschrieben.

(Foto: MFA+)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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