Emil und die Detektive (2026)
Immerhin die Kleinstadt-Polizei ist auf Zack im Universum der Neuverfilmung von Emil und die Detektive. Kaum hat Emil als Mutprobe einen Bagger durch eine improvisierte Kuhfladen-Sprengbombe zum Stinken und Brennen gebracht, ist das Blaulicht schon zu sehen. Eine Reaktionszeit von unter 60 Sekunden, das würde man sich in der Hauptstadt ja wünschen.
In Berlin tauchen dann, so will es die Geschichte, die uniformierten Gesetzeshüter*innen erst ganz am Schluss auf, um die jungen Detektiv*innen für ihren Einsatz zu loben – so weit, so bekannt. Dazwischen geht David Dietl in seinem ersten Kinderfilm einige neue Wege; wie in jeder Kästner-Verfilmung zuvor wird die Geschichte an die Gegenwart angeschmiegt, oder, wie es dann im Werbematerial gerne heißt „für eine neue Generation“ verfilmt.
Was das genau bedeutet, wird immer wieder neu verhandelt; aus den Emil-Verfilmungen (die erste gab es ja 1931, nur zwei Jahre nach Erscheinen des Buchs) ließe sich eine kleine Kultur- und Stadtgeschichte der letzten hundert Jahre stricken. In Franziska Buchs Versuch von 2001 wurde auf den Straßen Berlins getanzt und gesungen, heute trifft sich die Bande im Hinterzimmer vom Späti, der Gustavs Familie gehört, flitzt auf E-Scootern durch die Stadt, und #paroleemil ist ein Hashtag.
Für Kino-Zeit habe ich genauer aufgeschrieben, was an der Neuverfilmung funktioniert – und wo sie einfach zu sehr durchschnittlicher deutscher Kinderfilm geworden ist.
Emil und die Detektive. Deutschland 2026. Regie: David Dietl, 100 Min. FSK 6, empfohlen ab 8 Jahren. Kinostart: 24. September 2026.
(Foto: Warner Bros.)

