Kurzfilm zum Wochenende: Pfifflos (2010)

Ein Frühlingsfilm zum Osterfest, ein Anfang: Der kleine Vogel kann noch nicht pfeifen, während rund um ihn herum musiziert wird; Siri Melchior hat in Fløjteløs / Whistleless angeblich ihre eigenen (zunächst vergeblichen) Pfeif-Versuche verarbeitet. Wenn so etwas dabei herauskommt, bitte gerne: Ein wunderschönes, musikalisches kleines Glück. (via)

Fløjteløs / Whistleless (2010)

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Schönes Osterwochenende!

33 beste Kinderfilme: Lesung und Buchvorstellung in Berlin

Am 29. März hatte ich die Möglichkeit, im schönen Café und Antiquariat Morgenstern mein Buch vorzustellen; Christian Steiner vom 2nd Unit-Podcast war so freundlich und großartig, den Abend kongenial zu moderieren. Ich sah auch super aus, wie man auf dem von K2 gemachten Bild oben rechts sehen kann.

Christian hatte Mikrofon und Aufnahmegerät mitgebracht und hat aus dem Gespräch eine Sonderausgabe seines (eh sehr empfehlenswerten und vielfältigen) Filmpodcasts gemacht, so dass sich der Abend hier in voller Länge nachhören lässt. Alternativ gibt es das Gespräch auch auf YouTube:

Lesung mit Rochus Wolff zum Buch 33 BESTE KINDERFILME

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Alles Wichtige zum Buch erfahrt Ihr auf der Website zum Buch oder beim Verlag; Ihr könnt es dort auch bestellen, bei mojoreads, bei amazon.de oder natürlich bei der Buchhändlerin Eures Vertrauens.

Kurzfilm zum Wochenende: Reise durch Pinsel und Tusche (2016)

Traveling Through Brush and Ink ist für eine Ausstellung des National Palace Museum Taiwan entstanden – die Hauptfigur des Films reist in verschiedenen Formen durch vier Gemälde, die repräsentativ für verschiedene historische Stadien stehen, in denen sich die chinesische Landschaftsmalerei entwickelt hat. In einem Making-of-Video kann man auch sehen, wie der Kurzfilm entstanden ist; nähere Infos zum Film und den Kunstwerken gibt es beim Museum und hier.

Schönes Wochenende!

Willkommen im Wunder Park (2019)

Es gab in den letzten Jahren gefühlt vermehrt Filme, in denen die kindlichen bis jugendlichen Protagonist_innen eine persönliche Krise bewältigen und bearbeiten, indem sie sich mit einer imaginierten oder vom Film inszenierten phantastischen Figur oder Bedrohung auseinandersetzen. Herausragend ist dabei Sieben Minuten bis Mitternacht, im Grunde macht auch I Kill Giants ähnliches. Dass in beiden Fällen eine schwere Krankheit der Mutter (bei abwesendem Vater) Auslöser für die Krise ist, mag Zufall sein; zumindest bei Sieben Minuten bis Mitternacht weiß man durch das verfilmte Buch, dass jedenfalls die Drehbuch-Autor_innen nicht einfach die billigste, weil dramatischste Krise aus dem Repertoire gegriffen haben.

Und nun also Willkommen im Wunder Park, an dessen Titel mich das überflüssige und definitiv falsch gesetzte Leerzeichen wahnsinnig nervt; aber das sollte den Film nicht schlechter machen. Weitere Witze ließen sich machen darüber, dass im Abspann kein Regisseur genannt wird, als sei der Film quasi das mechanistische Produkt kapitalistischer Interessen (sprich: der Produktionsfirma), aber das ignoriert natürlich, dass der sehr wohl existierende Regisseur wegen übergriffigen Verhaltens gefeuert wurde und sein Name deshalb gestrichen wurde.

Das Grundgerüst jedenfalls ist bekannt: Die kleine June hat ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Mutter, mit der sie gemeinsam eine Phantasiewelt immer weiter ausbaut. In ihrem Kopf entsteht ein Freizeitpark voller wahnwitziger Attraktionen und Abenteuer – im „Wunder Park“ zaubert Affe Peanuts mit einem Zauberstift riesige Karussells, Rutschen und Achterbahnen herbei. Der blaue Bär Boomer begrüßt die Gäste, Wildschwein Greta ist für die Sicherheit verantwortlich… es ist ein wildes, aber nicht uninteressantes Durcheinander.

Junes Mutter wird krank – man erfährt nie genau, was sie hat, es scheint auch kein Gespräch dazu zu geben, sie verschwindet einfach irgendwohin, vermutlich in ein Krankenhaus –, und ohne ihre Mutter fehlt June der Mut, am „Wunder Park“ weiterzuarbeiten. Irgendwann (wie viel Zeit im Film vergeht, wird nie wirklich klar) schickt ihr Vater June dann in ein Mathe-Camp, um sie ein wenig abzulenken. Noch im Bus dorthin hat sie allerdings Schreckensvisionen von ihrem allein völlig hilflosen Vater, verdrückt sich während einer Fahrtpause und wandert durch den Wald zurück in die Stadt.

Oder besser: Sie versucht es. Denn plötzlich findet sie sich in ihrem eigenen „Wunder Park“ wieder und kann ihn auch nicht verlassen. Dort ist alles in Unordnung geraten, weil sich niemand mehr um den Park kümmert, Peanuts und die anderen Tiere sind ständig auf der Hut oder Flucht vor einer Armee bösartig gewordener Spielzeugäffchen, und über allem dreht sich drohend-gefräßig die „Dunkelheit“, die sich als finsterer Wolkenwirbel am Himmel dreht und nach und nach den Park zu vernichten droht.

Die Assoziation zu Michael Endes „Nichts“ aus Die unendliche Geschichte liegt da sehr nahe, und im Grunde deutet das auf das schon angedeutete Grundproblem der ganzen Geschichte, die Willkommen im Wunder Park erzählen will: Da wurden lauter Versatzstücke aus anderen Geschichten zusammengeschraubt, geklebt und getackert, und das soll jetzt irgendwie mitreißen.

Visuell funktioniert das weitgehend: Der Park ist, vor allem in seiner verfallenden Form, ein bezaubernd vielfältiges Phantasiereich voll kleiner Details und toller Ideen, der ganze Film sieht insgesamt gut aus, auch wenn vor allem bei den Figuren wenig Originelles, wirklich Eigenes in Animation und Ästhetik zu sehen ist – aber das muss auch nicht immer sein. Dazwischen gibt es nette Ideen: Boomer hat immer wieder Schlafattacken, weil er offenbar nicht genug Winterschlaf bekommt (oder so), das Stachelschwein Steve ist heimlich in Greta verliebt und zu schüchtern, es ihr zu sagen. Und dass hier ein Mädchen nicht nur phantasievoll, sondern auch mathematisch begabt ist und eher an Klebeband und Schraubenschlüsseln interessiert ist als an Rüschen und Rosa, ist zumindest erfrischend, wenn auch nicht wahnsinnig originell.

Für eine wirklich auch psychologisch komplexe Geschichte ist dann aber nicht nur alles zu derivativ (einige Szenen wirken um zwei Ecken von Pixar abgekupfert), es geht auch zu wenig ins emotionale Detail. Stattdessen gibt es dann eine Actionsequenz nach der anderen, deren Abfolge sich zuweilen eher zufällig zu ergeben scheint; das ist nach einer Weile dann ein wenig hektisch und dadurch in 3D gelegentlich auch schwer nachvollziehbar oder erträglich.

Man kann sich das deshalb durchaus ansehen; aber mehr als ein deutlich überdrehter Kinobesuch wird daraus kaum. Was ich allerdings, auf Anregung von Boomer hin, gerne einmal ausprobieren möchte, ist sein Rezept für eine Marshmallow Calzone. Bon appetit !

Lena im Interview – WILLKOMMEN IM WUNDER PARK

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WILLKOMMEN IM WUNDER PARK | OFFIZIELLER TRAILER C | Paramount Pictures Germany

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Willkommen im Wunder Park (Wonder Park). USA/Spanien 2019. Regie: Dylan Brown, 85 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 8 Jahren. Kinostart: 11. April 2019.

(Foto: Paramount)

Mascha und der Bär (2017)

Ich hatte bisher keine wirkliche Meinung zu Mascha und der Bär; meine kurzen Blicke in die Sendung ließen den Eindruck zurück, es mit einer hyperaktiven, leicht kieksigen und unterambitioniert animierten Variation auf Shaun das Schaf zu tun zu haben: Lauter kurze Episoden, in denen die beiden Hauptfiguren kleine, manchmal ziemlich aus den Fugen geratende Abenteuer erleben, die nie wirklich ernsthafte Folgen haben – denn schließlich, und das ist im Grunde schon sehr in Ordnung so, spricht man hier ein sehr junges Publikum an.

Der „Film“ Mascha und der Bär, der jetzt in einigen Kinos zu sehen ist, ändert an meinem Urteil wenig – und hat auch wirklich überhaupt kein Interesse daran. Er ist auch weniger ein Film im klassischen Sinne als mehr eine Aneinanderreihung von wohl neu entstandenen Episoden („Brandneue Abenteuer“ kündigt das Plakat an, sie sind aber halt schon zwei Jahre alt), die sehr, sehr lose dadurch zusammengehalten werden, dass Mascha ihren Kuscheltieren – und in Verlängerung und schließlich in direkter Ansprache auch dem Publikum – ein paar Geschichten erzählen will.

Mascha lebt im Wald, da war wohl früher mal ein Bahnhof mit Gleisen, ein paar Waggons sind übrig (Moskau-Alaska zum Beispiel, eine geographisch gewagte Bahnverbindung), und besucht den Bären gerne, der aber keineswegs immer nur begeistert ist von ihren Ideen. Manche Episoden verschläft er fast ganz (er hält ja Winterschlaf, und es weckt ihn auch nicht auf, wenn das Haus wackelt), in anderen steht er im Mittelpunkt.

Das ist gelegentlich hübsch bizarr: Der Bär organisiert ein Billardturnier, aber Mascha tauscht die Kugeln mit nummerierten Würfeln aus, das passt besser zu dem Spiel, das sie mit dem Hasen spielt. Die Turnierteilnehmer schauen kurz irritiert, zucken mit den Schultern und spielen dann halt Würfelbillard – in dieser animierten Welt geht das auch. In einer Episode transportiert sich Masha in eine Phantasiewelt und holt die Ritter zweier verfeindeter Burgen heraus, damit endlich jemand mit ihr Eishockey spielt – auch wenn es etwas mühsam ist, den Rittern diesen Sport dann auch beizubringen.

Es gibt noch eine Reise zum Mond, ein Weihnachtsfest à la Charles Dickens und einige Episoden mehr – was sich halt in 68 Minuten so an Mehrminütern unterbringen lässt. Das ist stellenweise originell und witzig, stellenweise ein wenig egal; die Länge der Episoden richtet sich zwar weiterhin an der Aufmerksamkeitsspanne eines sehr jungen Publikums aus, aber ob dieses nicht nach drei oder vier Geschichten die Nase bzw. das Gehirn voll hat, sollte man sich schon fragen.

Zumal das durchaus recht hektische Gewerke auf der Leinwand auch nicht besonders elegant oder interessant animiert ist; das wirkt – wenn man es z.B. neben die neuen Filme der Gebrüder Lauenstein, Luis und die Aliens oder Die sagenhaften Vier mit ihrer durchweg gekonnten Animation hält – doch sehr hemdsärmelig, flächig und arm an Komplexität in Gestik und Mimik. Will sagen: Besonders interessantes Innenleben gibt es nicht zu beobachten, und säßen da nicht stellenweise schön absurde Ideen in den Geschichten, es wäre gar nicht auszuhalten.

Mascha und der Bär (Masha i Medved/Маша и Медведь). Russland 2017. Regie: Oleg Kozoyukoh/Kevin Hamon, 65 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 5 Jahren. Kinostart: 4. April 2019.

(Foto: AF Media)

Kurzfilm zum Wochenende: Klops (2012)

Der Film von Daniel Leyva und neun anderen Student_innen der Animation School Hamburg versteckt ein kleines Wortspiel im Titel, das aber erst zum Ende der gut 90 Sekunden aufgelöst wird… ansonsten eine spielerische Aufforderung, das feuchte Frühlingswetter doch mal wieder für einen Besuch im Kino zu nutzen.

Schönes Wochenende!