Filmische Weihnachten mit Kindern: Was läuft im TV?

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Muss der Fernseher an Weihnachten laufen? Natürlich nicht. Aber wenn er schon angemacht wird, dann darf es wenigstens auch etwas Besonderes sein, und immerhin das fällt an den Feiertagen relativ leicht, weil wenigstens mal schöne Filme gezeigt werden. Nicht nur, versteht sich, weshalb ich kurz versucht habe, das Programm der kommenden Tage zu sichten und ein paar besondere Highlights herauszuheben.

Das ist eher kurz gehalten und auf wenige Filme beschränkt, erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf sonst irgendwas. Weitere Empfehlungen gerne in die Kommentare. Klassische (wie Drei Haselnüsse für Aschenbrödel) und weniger klassische (Arthur Weihnachtsmann, siehe Bild oben, und Mitten in der Winternacht) Weihnachtsfilme habe ich diesmal in meiner Kolumne auf kino-zeit.de inkl. Sendeterminen vorgestellt und diskutiert, bitte also hier nachlesen.

24.12.2015/Heilig Abend

  • Michel in der Suppenschüssel (ZDF 13.25-15.00 Uhr): Klassische Lindgren-Verfilmung.
  • Tom und Hacke (BR 13.25-14.55 Uhr): Kinderkrimi aus der bayerischen Provinz in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Stark dialektlastig, aber spannend und gut gemacht.

25.12.2015/1. Weihnachtsfeiertag

  • Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei (Disney Channel 9.45-11.05 Uhr): Einer der Disney-Klassiker, die gerne mal unter den Tisch fallen.
  • Das Geheimnis der Murmel-Gang (ARD 10.25-11.55 Uhr): Spanischer Abenteuerfilm.
  • Leon und die magischen Worte (KI.KA 12.05-13.15 Uhr): Kleines Abenteuerdrama um Phantasie und Lesenlernen. Bezaubernd.

26.12.2015/2. Weihnachtsfeiertag

  • Ratatouille (RTL 8.35-10.35 Uhr): Einer der schönsten Pixar-Filme. Macht Appetit.
  • Die Legende vom Weihnachtsstern (ZDF, 9.25-10.37 Uhr): Modernes Märchen aus Skandinavien.
  • Der wunderbare Wiplala (ARD 10.25-11.55 Uhr): Verfilmung des Kinderbuchs von Annie M.G. Schmidt.
  • Horton hört ein Hu! (RTL 12.40-13.55 Uhr): Verfilmung nach Dr. Seuss – wirr und verrückt und sehr, sehr komisch.
  • Ernest & Célestine (KI.KA 19.25-20.35 Uhr): Einer der schönsten Animationsfilme der vergangenen Jahre.

Anschließend

  • Das Dschungelbuch (27.12., RTL 20.15-21.45 Uhr): Muss ich den wirklich vorstellen? Man sollte es mal mit Gemütlichkeit versuchen!
  • Mein Freund Knerten/Knerten in der Klemme/Knerten traut sich (KIKA, vom 28.-30.12. jeweils 12.10-13.20 Uhr): Ein Junge und sein sprechender Zweig. Klingt doof, ist aber super.

(Foto: Sony Pictures)

Filmische Weihnachten mit Kindern: DVD-Tipps

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Es wird allerhöchste Eisenbahn dafür, dass ich hier noch ein paar Vorschläge machen, was man sich (und den Kindern) zum Weihnachtsfest unter den Baum legen möchte oder wahlweise präventiv besorgen will, um die Feiertage auch filmisch glücklich zu gestalten. Einige meiner Vorschläge hier habe ich schon vor zehn Tagen auf filmstarts.de geäußert, hier ergänze ich sie noch um einige weitere Titel, ungefähr nach Jahresangaben gestaffelt. Die Filmtitel verlinken jeweils auf meine ausführlichen Kritiken; über Einkäufe per amazon freue ich mich, weil sie ein wenig Geld in meine Richtung spülen, von dem ich mir dann möglicherweise eine Pupskanone gönne. Auf die bin ich schon seit Monaten scharf.)

Für Kinder ab 4 Jahren:

Quatsch und die Nasenbärbande: Herrlich anarchische Geschichte um eine Kitagruppe, die sich ihre Großeltern nicht nehmen lassen will. Zwischendruch glaubt man, das Filmteam habe zu viele bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich genommen, dafür gehen die Kinderdarsteller_innen so richtig aus ihrer Haut. (amazon)

Für Kinder ab 6 Jahren:

Shaun das Schaf – der Film: Dass Shaun vorher eigentlich nur in Fünfminütern zu sehen war, sieht man dem Shaun-Kinofilm keineswegs an. Ihr Versuch, den Bauer aus den Fängen seiner Amnesie und der großen Stadt zu befreien, bleibt zwar – für kleine Kinder sehr angenehm – immer ein wenig episodenhaft, macht aber zugleich einen großen Spannungsbogen auf. Und die Animation ist natürlich eh klasse. (amazon)

Die geheimnisvolle Minusch: Das ist so ein Film, den kann ich schier nicht genug preisen, zumal ihn viel zu wenige Leute kennen. Jetzt ist er neu und erstmals auch auf Blu-ray herausgekommen, man kann also noch schärfer der zur Menschin gewordenen Katzendame Minusch dabei zusehen, wie sie einem zu freundlichen Provinzreporter behilflich ist. Eine tolle, leicht magische Abenteuergeschichte. (amazon)

Es war einmal… das Leben: Für mich war das die volle Kanne Nostalgie. Die Titelmelodie dieser hochgradig seltsam-pädagogischen Animationsserie schwingt aus meiner Kindheit bis heute, vor allem aber sind meine Kinder davon hellauf begeistert; sie lassen sich nur zu gern mit Maestro und den anderen durch die Blutbahn schippern und lernen alles Mögliche (weitgehend medizinisch korrekte) über den menschlichen Körper. (amazon)

Für Kinder ab 8 Jahren:

Das Königreich der Katzen: Einer der etwas unbekannteren Filme aus dem Studio Ghibli. Hiroyuki Morita Animationsfilm ist geradliniger und reduzierter als etwa die Filme von Miyazaki, aber das Übernatürliche vermischt sich hier immer noch ganz selbstverständlich mit dem Gewohnten. Und ein wenig spannend ist es schon auch, ob das Mädchen Haru wohl heil aus dem titelgebenden Königreich zurückkehren wird… (amazon)

Minions: Zu dem Film um die gelben Tic-Tac-Bonbons (wahlweise: Pillen für Bluthochdruck) muss ich wahrscheinlich nicht viel sagen. Dieses Prequel hat nicht ganz den Charme der beiden Ich, einfach unverbesserlich-Filme, aber die Kinder saugen das trotzdem auf. Eine sehr mainstreamige Wahl, bei der man aber alle außer harte Minions-Verächter glücklich macht. (amazon)

Winnetous Sohn: Junge will gegen alle Widrigkeiten (unter anderem seine eigene Unsportlichkeit sowie die Gleichgültigkeit seiner getrennt lebenden Eltern) bei den Festspielen den Sohn des Winnetou spielen. Gelegentlich mit etwas zu viel Pathos, aber sonst sehr gelungen und witzig. (amazon)

Auch noch gut:

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Für Kinder ab 10 Jahren:

Ostwind 2: Kein perfekter Film, stark auf das Segment der weiblichen Pferdefans ab zehn ausgerichtet, aber eine grundsolide, unterhaltsame Geschichte. Für Freundinnen des etwas besseren ersten Films führt daran wahrscheinlich eh kein Weg vorbei. (amazon)

Reuber: Eine unabhängige Produktion, ganz und gar nicht gewöhnliches Kino. Es wird viel gebrüllt in diesem Film, vom Räuber Reuber, von dem komischen Magier und auch sonst. Die Geschichte erzählt ein Vater seinem Sohn, es geht nicht nur ein wenig um Trennung/Scheidung und ihre Schwierigkeiten, aber auch so etwas wie (vor allem männliche) Identität. Lustig und rauh und ungebürstet, mit Geschlechterbildern, die mir noch nicht ganz geheuer sind, aber zugleich bemerkenswert und sehr aufregend. (amazon)

Manolo und das Buch des Lebens: Wilder, bunter, ausgelassener Animationsfilm, dessen Handlung sich vor dem Hintergrund des mexikanischen Tag der Toten abspielt – und bei dem eine Reise in die Welt der Toten noch die geringste Aufregung verursacht. Voll schöner Bilder und Musik, aber ein wenig gruselig. (amazon)

Für Kinder ab 12 Jahren:

Giraffada: Politik aus dem Blickwinkel einer kleinen Abenteuergeschichte, das Kleine im Großen. Wie schmuggele ich eine Giraffe von Israel in den Gaza-Streifen? Ernst, atemberaubend schön und witzig. (amazon)

Die Legende von Prinzessin Kaguya: Der schönste Animationsfilm, der 2014 in die Kinos kam. Isao Takahatas Film lässt sich jenseits des Titels nicht in wenigen Worten zusammenfassen, deshalb nehme ich den Pathos meiner eigenen Besprechung auf: “Ein gezeichnetes Epos über das Freiheitsgefühl, das die Kirschblüten bringen, und über den Abschied, den das Mondlicht verheißt.” Gerne nachlesen, dann bitte selbst genießen! (amazon)

Sonstige Tipps:

Ich habe hier jetzt nur Titel aufgeführt, die auch 2015 fürs Heimkino (wieder) neu erschienen sind. Aber deswegen werden ältere Filme ja nicht schlechter. Deshalb haben auch meine Vorschläge aus dem vergangenen Jahr noch ihre Gültigkeit; und meine hier zusammengetragene Liste mit exzellenten Kinderfilmen lässt sich genauso zum Stöbern nutzen und ist voller toller Empfehlungen.

Und wenn Ihr gerade in Weihnachtsstimmung seid, könnt Ihr gerne, falls es Euch dieses Blog wert ist, auch mir eine kleine Freude machen, wenn Ihr mögt. ;-)

(Fotos: Zorro Film, Universal)