Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt (2014)

Meine eigene Erinnerung an die Figur “Bamse” beginnt mit einem meiner ersten (und wohl liebsten) Kinderbücher. Da steht Bamse, ein Teddybär, der seine Jacke anzieht, auf seinem Stuhl sitzt – und dazu gegenüber der passende Text: Das ist Bamse. Jetzt hat Bamse seine rote Jacke an. Undsoweiter, odersoähnlich.

Mit dem Bamse der schwedischen Cartoons hat das wohl nicht besonders viel zu tun, aber sic transit die Erinnerung an wichtige Kindheitsbücher. Nunja. Jetzt hat also dieser Cartoon-Bamse einen eigenen Kinofilm bekommen (wobei “jetzt” sehr relativ ist – wie bei Kinderfilmen aus Skandinavien nicht unüblich, hat es drei Jahre gedauert, bis Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt auch in hiesige Kinos kommt). Der hat eine begrüßenswerte Länge von 66 Minuten, was sehr gut ist für einen Film, der explizit und primär kleine Kinder anspricht – leider bin ich trotzdem nicht wirklich überzeugt von dem Film. Was schmerzt, weil es so tolle Streifen aus Schweden gibt. Aber ach.

Weihnachten 2017: Das große Fest der Bären, die Gutes in die Welt bringen. Oder sich jedenfalls dem Bösen entschlossen entgegenstellen. Meine Kritik zu Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt ist jetzt auf kino-zeit.de erschienen.

Bamse – Der liebste und stärkste Bär der Welt (Bamse och tjuvstaden), Schweden 2014. Regie: Christian Ryltenius, 66 Minuten. Kinostart: 28. Dezember 2017. FSK 0, empfohlen ab 5 Jahren.

(Fotos: MFA+)

2. Advent: Weitere Filmtipps

Vergangene Woche habe ich bereits jene Kinderfilme vorgestellt, die in diesem Jahr meine größten Geschenkempfehlungen je nach Altersgruppe sind – das waren mehr oder minder die besten aktuellen Filme, aber natürlich lange nicht alle. Den zweiten Adventssonntag will ich nutzen, um einige weitere Filme vorzustellen, die auch ganz wunderbare Geschenke sind – manche aus den letzten Monaten, einige schon deutlich älter.

Die drei Räuber (ab 5)

Die kleine Tiffany ist gerade zur Waise geworden und fährt nun mutterseelenallein in einer Kutsche ins Kinderheim. Plötzlich wird Tiffanys Kutsche überfallen – von drei grimmig dreinschauenden Räubern. Eine abenteuerliche Geschichte um eine sagenhafte Schatzkammer, Tortenschlachten und eine Kinderhausrevolte nimmt ihren Lauf.

Hayo Freitags Verfilmung des Kinderbuchklassikers von Tomi Ungerer (mit dem Autor selbst als Erzählerstimme) bleibt erst nah am Text und nimmt sich dann einige Freiheiten; aber heraus kommt ein wirklich ganz und gar wunderbares Stück Kinderkino: frech, flott, bunt und ein bißchen böse, ganz Ungerer in seiner nur milde für Kinder gezähmten Form.

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Findet Dorie (ab 8)

Ein wenig leidet Findet Dorie natürlich darunter, dass es eine Fortsetzung ist und also hauptsächlich die aus Findet Nemo bekannten Figuren und Konstellationen wiederzukäuen droht. Der Film ist deshalb an einigen Stellen etwas zu viel: Zu viel Action, zu viel Schmalz, zu viel Gekreische. Ausgeglichen wird das allein schon durch die beste Disney-Figuren seit Jahren, den nöligen Septopus Hank. Der allein ist es schon wert, den Film anzusehen. (Meine ausführliche Kritik.)

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Störche – Abenteuer im Anflug (ab 8)

Störche bringen heute nicht mehr die Babys, sondern sind Paketzusteller eines weltweit operierenden Online-Versands. Storch Junior hofft bereits auf eine Beförderung, als er aus Versehen die Babymaschine in Gang setzt, was zur Produktion eines völlig unautorisierten, wenn auch entzückenden Mädchens führt. Und dann einiges Chaos in Gang setzt.

Man darf nicht zu detailliert in die Hintergründe von Störche – Abenteuer im Anflug einsteigen, sonst fragt man sich sehr schnell, warum und wie und wann das Kinderkriegen von den Störchen an die Menschen übergeben wurde und… äh. Und auch die moralischen Botschaften sind gelegentlich etwas rabiat in der Story verankert – aber insgesamt ist der Film nicht nur unterhaltsam und witzig, sondern auch gar nicht so dumm, wie man auf den ersten Blick glauben möchte.

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Sing (ab 9)

Buster Moon will vor allem sein Theater vor dem finanziellen Ruin retten; seine letzte Hoffnung: eine Casting-Show. Leider nimmt er es bei der Ausschreibung nicht so genau mit der Wahrheit, und so hat er bald viele hoffnungsfrohe Talente versammelt, aber eigentlich keinen Preis…

So sehr wie Casting-Shows eigentlich als Thema durch sind, so wenig würde man sich von dieser Story erwarten. Aber dann sind da nicht nur großartig geschmetterte Songs, sondern auch witzige Momente, berührende Figuren und ein Finale, das wirklich Gänsehaut macht. Hach!

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Der Geheimbund von Suppenstadt (ab 9)

Der Geheimbund von Suppenstadt ist eine Abenteurer-Gemeinschaft, die eigentlich nur als Spiel von vier Kindern existiert. Doch dann mischt ein Unbekannter während des jährlichen Sommerfests etwas in die Getränke mischt; plötzlich benehmen sich die Erwachsenen plötzlich wie verzogene Kinder. Es gibt zwar ein Gegenmittel – doch der einzige Hinweis darauf ist ein altes Notizbuch.

Ein Abenteuerfilm, der ganz und gar modern daherkommt, seine Schatzsuche (denn das ist es natürlich) aber eher traditionell inszeniert – spannend, aber kindertauglich und auf Blickhöhe seiner Protagonist_innen. Man ahnt sowas ja gar nicht, weil niemand das estnische Kinderkino kennt.

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Das Mädchen Wadjda (ab 10)

Die 11-jährige Wadjda lebt in Riad, der Hauptstadt Saudi-Arabiens. Sie träumt davon, das schöne grüne Fahrrad zu besitzen, das sie jeden Tag vor einem Laden auf ihrem Schulweg sieht. Ein Radrennen gegen ihren Freund Abdullah, einen Nachbarsjungen, zu fahren und zu gewinnen, ist ihr größter Traum. Jedoch gilt es für Mädchen als unschicklich, Rad zu fahren, und Wadjdas Mutter verbietet es auch ihrer Tochter.

Es gibt viele gute Gründe, Das Mädchen Wadjda anzusehen – es ist eine spannende Geschichte, ein Blick in eine andere Kultur, ein Abenteuer. Vor allem ist es jedoch eine Geschichte, die Kinder selbst dann nachvollziehen und erleben können, wenn sie nichts über Saudi-Arabien wissen. (Und reichlich Hintergrund dazu habe ich von Miriam Seyffarth in unserem ausführlichen Podcast-Gespräch zum Film erfahren. Unbedingt anhören!)

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The Lego Batman Movie (ab 12, geht für viele Kinder aber auch schon ab 9)

Wieder einmal sieht sich Batman mit seinem Erzfeind Joker konfrontiert, der versucht, Gotham in seine Gewalt zu bringen – nicht ohne Batman darauf hinzuweisen, dass er ohne seinen Feind gar nicht leben könnte. Batman setzt alles daran, den Joker in die für große Bösewichte vorgesehene Phantomzone zu verbannen. Doch das ist komplizierter als gedacht…

Mit The Lego Batman Movie sollte das Erfolgsmodell von The Lego Movie wiederholt werden, was aus verschiedenen Gründen nicht ganz funktioniert; aber dieser Spin-Off ist dennoch (nicht nur, aber vor allem für Fans von Superheld_innen) ein Genuss. Eine so feine ironische Distanz zu den Topoi des Genres, eine so hohe Dichte an sprachlichen und visuellen Gags, eine so temporeiche Actiongeschichte – das findet man selten in einem Film versammelt. Fetzt einfach.

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(Fotos: Disney, Warner Bros., X-Verleih, Barnsteiner, Universal Pictures International Germany)

Michel-Kinderfilmfest: Phantom Boy (2015)

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Superheld zu sein, das ist eigentlich eine klare Angelegenheit: Muskulöser Held (oder Heldin) im meist hautengen Anzug, selbstbewusst trotz gelegentlicher Selbstzweifel, stark, aktiv, gerne mal fliegend und jedenfalls den Bösewichtern aufs Maul gebend. Natürlich ist eigentlich Heldentum, falls das überhaupt ein sinnvolles Konzept sein sollte, meist ganz anders: Stiller, mit langem Atem und oft genug gar nicht besonders sichtbar.

michel-logo Phantom Boy ist ein solcher Superheldenfilm, eine Geschichte voller Ambivalenzen und dunkler Ecken, da ist nichts so ganz geradeaus. Als der kleine Held der Geschichte, Léo, seine Superkraft entdeckt, glaubt man zunächst, man sehe ihm beim Sterben zu: Ein Phantom seiner selbst verlässt seinen anscheinend schlafenden Körper, Léo muss ins Krankenhaus, offenbar für länger. Die Gespräche der Eltern und Ärztin lassen erahnen: Das Kind hat Krebs, es wird nicht leicht, und Léos kleine Schwester Titi leidet darunter besonders.

Keine falschen Konflikte also: einfach eine liebevolle kleine Familie in New York. Draußen auf der Straße jagt der etwas übereifrige Polizist Alex Verbrecher, aber weil dabei wiederholt sehr viele Gegenstände und Gebäude zu Bruch gingen, muss er nun als Strafe am Hafen Wache stehen, sein Chef hält ihn für einen Wichtigtuer – und glaubt ihm dann auch nicht, als er auf seinem Posten von einem Bösewicht fast umgebracht wird, der die ganze Stadt erpressen will.

Im Krankenhaus treffen die beiden unwahrscheinlichen Helden dann aufeinander: der schwache Junge mit dem kahl gewordenen Schädel und der Polizist mit Gipsbein im Rollstuhl – Léo holt Alex’ Geist zurück, als der seinen Körper verlassen will, so finden sie zueinander. Léo lässt sein Phantom dann schwerelos durch die Stadt, durch Wände und Türen gleiten auf der Suche nach Alex’ Übeltäter, schließlich hilft er auch der Journalistin Mary, die sich auf die Jagd nach dem Erpresser begibt.

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Ein missachteter Polizist, ein geheimnisvoll entstellter Erpresser – sein Gesicht gleicht einem Portrait von Picasso – und ein fliegender Held: In Phantom Boy stecken all die Versatzstücke drin, die man aus den „großen“ Heldenfilmen kennt, aber das französische Duo Jean-Loup Felicioli und Alain Gagnol macht daraus in Ton und Haltung etwas ganz anderes. Eine subtile Geschichte ohne große moralische Botschaft, ein kleines Zauberfest des Animationskinos, das, ohne einen falschen Schritt zu machen, ohne Vertun im Rhythmus, von Polizeifilm zu Komödie zur Tragödie wechselt und wieder zurück.

Die beiden haben schon den seinerzeit für den Oscar nominierten Une vie de chat zusammen gemacht (einen wunderbaren animierten Krimi) und Das Geheimnis der Frösche, sie bleiben hier ihrem Animationsstil treu – klassisch anmutende, flächige Animationen, reduziert aufs Notwendige und doch lebendig und lebensnah. Vor allem aber füllen sie ihre Figuren mit Leben – bei aller Phantastik in der Geschichte sind es dann eben die menschlichen Momente, die berühren. Man hat wirklich Angst um Leos Leben – mehr als um das Gelingen von Marys Mission – und vielleicht vor allem um Titi willen. (Und genau wegen dieser Ängste ist der Film für sehr empfindsame Kinder womöglich etwas zu viel, bleibt doch gelegentlich die Ungewissheit – dem Happy End zum Trotz – stellenweise etwas lange im Raum stehen.)

Das ist großes kleines Animationskino, spannend und feinfühlig, und ich kann nur wieder kopfschüttelnd danebenstehen und mich wundern, dass der Film des französischen Studios folimage (die im übrigen mit großer Regelmäßigkeit gute bis großartige Filme in die Welt setzen) hierzulande noch keinen Verleih gefunden hat. Frankreich, du hast es halt doch stellenweise wesentlich besser.

Phantom Boy. Frankreich/Belgien 2015. Regie: Jean-Loup Felicioli und Alain Gagnol. 84 Minuten, empfohlen ab 9 Jahren.

Phantom Boy wird am Donnerstag, den 6. Oktober 2016, um 14:30 Uhr auf dem Michel Kinderfilmfest in Hamburg im Abaton-Kino gezeigt.

(Fotos: folimage/Diaphana)

Antboy – Superhelden hoch 3 (2016)

Antboy III

Ich habe diese Besprechung jetzt eine ganze Weile vor mir hergeschoben, und das sagt (auch wenn ich sonst viel zu wenig zum Schreiben komme) in diesem Fall schon eine ganze Menge. Denn ich mochte Antboy sehr, die Fortsetzung Antboy: Die Rache der Red Fury womöglich noch ein bißchen mehr. Mit dem dritten Film nun, Antboy – Superhelden hoch 3 wurde ich nicht warm, es hakte und klapperte im Gestühl der Handlung. Nunja.

Der Titelheld ist immer noch eine der schöneren Superheldenfiguren der letzten Jahre – das Kino der Erwachsenen eingeschlossen. Und selbst dieser dritte Film ist immer noch besser als das meiste, was deutsche Produktionen so auf die Leinwand bringen – aber meine Erwartungen waren nach den ersten Filmen hoch und wurden doch leider enttäuscht. Wie und warum, habe ich für kino-zeit.de genauer aufgeschrieben.

Antboy – Superhelden hoch 3, Dänemark 2016. Regie: Ask Hasselbalch, 88 Min. FSK 6. Kinostart: 6. Oktober 2016.

(Fotos: MFA+)

Kinostart der Woche (22. Januar 2015): Baymax – Riesiges Robowabohu

BIG HERO 6

Disney hat sich eines Marvel-Stoffes angenommen – Superheldenanimationskino in durchaus vielversprechenden Händen also, und die Kolleginnen und Kollegen sind sich weitgehend einig, dass der Film Baymax – Riesiges Robowabohu, der mit gräßlichem deutschem Verleihtitel heute in die hiesigen Kinos kommt, durchaus gelungen ist – jedenfalls die erste Stunde lang. Eine kleine Presseschau über die Abenteuer des jungen Hiro und seines niedlichen Roboters Baymax: „Kinostart der Woche (22. Januar 2015): Baymax – Riesiges Robowabohu“ weiterlesen

Verlosung: Antboy

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Der sehr großartige Superheldenfilm Antboy (hier von mir lobpreisend besprochen) erscheint am 4. November nun endlich auf DVD und Blu-ray

Pelle Nørhmann hat Riesenkräfte, kann Wände hochklettern und mit seinem Urin Vorhängeschlösser durchätzen. Was man halt eines Morgens kann, wenn man am Tag vorher von einer Ameise gebissen wurde, die Teil eines biologischen Experiments war. Erst der Computer- und Comicnerd Wilhelm, mit dem sonst keiner redet, macht ihm klar, dass er das Zeug zu einem richtigen Superhelden hat, und hilft ihm mit seinem Enthusiasmus und bei der Auswahl von Kostüm und Namen. Nun ist er “Antboy” und muss sich dem “Floh” entgegenstellen, einem Erwachsenen mit der Kraft zu Supersprüngen – man ahnt es schon, da waren die Experimente womöglich auch mit anderen Insekten beschäftigt.

Zum Heimkino-Start des Films kann ich hier im Blog zwei DVDs und 3 Blu-rays des außergewöhnlichen Abenteuers verlosen.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine Frage beantworten. Die Verlosung läuft bis einschließlich 6. November 2014. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
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