Zu Gast im Second Unit-Podcast mit Rico, Oskar und die Tieferschatten

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Vor etwa einem Monat habe ich einen langen Abend lang mit Christian vom Second Unit-Podcast über Kinderfilme im Allgemeinen und Rico, Oskar und die Tieferschatten im Besonderen gesprochen. Herausgekommen sind zwei Stunden, die vorletzte Woche (während ich in Urlaub war) erschienen sind, drüben auf der Podcast-Seite. Dort könnt Ihr den Podcast auch herunterladen, abonnieren oder bei Patreon unterstützen. Anhören könnt Ihr die Sendung, den Segnungen der modernen Technik sei Dank, auch gleich hier:

Ich bin gespannt auf Eure Kommentare, Rückmeldungen und Kritik!

(Foto: 20th Century Fox)

Rico, Oskar und der Diebstahlstein (2016)

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Mit Rico, Oskar und der Diebstahlstein gehen die Abenteuer der beiden Jungs in die dritte (und letzte) Runde – vor zwei Jahren hatten die beiden im Kino ihren fulminanten Einstand. Für filmstarts.de habe ich aufgeschrieben, warum ich den Film von Neele Leana Vollmar nur wärmstens empfehlen kann, aber hier sind noch ein paar Gründe:

  • Weil hier (wie schon im Buch) ein Schwulenpaar ganz selbstverständlich vorkommt. Niemand findet das seltsam oder thematisiert ihre Homosexualität, niemand hat Angst oder glaubt, sie seien pädophil.
  • Weil sich hier Freunde streiten und wieder vertragen. Weil sie über ihre Gefühle mal sprechen, mal nicht.
  • Weil es Unsicherheit gibt und Traurigkeit.
  • Weil sich die Jungs am FKK-Strand ausziehen (zur besseren Tarnung, wie Rico völlig klar konstatiert) und dann sichtbar und ohne Klamauk zwischen Nonchalance und Scham schwanken, ganz wie es Kindern in diesem Alter angemessen ist.
  • Weil man hier nicht unbedingt stark sein muss und auch schon einmal Mist bauen kann. Weil daraus nicht gleich ein den Film entscheidendes Drama konstruiert wird.
  • Weil hier Intelligenz nicht alles ist und Stärke schonmal gar nicht.
  • Weil hier die meisten Menschen erst einmal guten Willens, aber eben auch nicht vollkommen sind. So wie das im Leben oft genug auch der Fall ist.
  • Weil ich die alten Bundesbahn-Waggons so lange schon nicht mehr im realen Leben gesehen habe.
  • Weil ich jetzt nicht mehr “Bernstein” sagen kann, ohne an Durchfall zu denken.
  • Weil der Film Hoffnung für’s deutsche Kinderkino macht. Trotz allem.
  • Weil wir noch mehr Filme brauchen, in denen Gehörlose ganz nebenbei und unproblematisch in die Handlung und ins Leben integriert werden.
  • Weil Kinder im “echten Leben” eben auch all das sind: Schlau und dumm, mutig und ängstlich, stark und schwach, frech und freundlich.
  • Weil der Film (wie schon seine Vorgänger) “Stars” in kleinen Cameo-Rollen platziert, ohne großen Bohei darum zu machen.
  • Weil sich hier geradezu surreale Momente elegant in eine quasi-realistische Handlung einbetten. Und damit zeigen, was Kino kann, ganz ohne Superhelden und große Spezialeffekte.
  • Weil wir immer wieder eine Dosis Ostsee für die Sehnsucht brauchen, und eine Ahnung von Sommer gerade wirklich sehr dringend.
  • Weil Neele Leana Vollmar nach zwei großen Filmerfolgen jetzt hoffentlich weiter gutes Kino machen darf.
  • Weil hier die Kinder klar im Zentrum stehen, ihre Gefühle, Gedanken und Sorgen – und Eltern deshalb mal Nebensache, mal absolut wichtiger Teil des Ganzen sind.

Ab sofort im Kino.

Rico, Oskar und der Diebstahlstein, Deutschland 2016. Regie: Neele Leana Vollmar, 94 Min. Kinostart: 28. April 2016. FSK 0. (Empfehlung: ab 8 Jahren)

(Fotos: 20th Century Fox)

Fitzkes Steine: Ein exklusiver Clip aus “Rico, Oskar und das Herzgebreche”

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Am 11. Juni 2015 startet mit Rico, Oskar und das Herzgebreche die Fortsetzung des großartigen Rico, Oskar und die Tieferschatten in den Kinos. Den Film habe ich noch nicht sehen können, aber erste leise Stimmen verheißen keinen Absturz vom Niveau des ersten Films. Hurra! (Mehr dazu dann alsbald.)

Vorab kann ich hier nun einen exklusiven Clip aus dem Film präsentieren. Die Szene hat mit der Haupthandlung nur am Rande zu tun, ist den Leser_innen der Bücher aber vertraut: Rico (Anton Petzold) und Oskar (Juri Winkler) sind zu Besuch bei Ricos Nachbar Herrn Fitzke (Milan Peschel), der ihnen seine wirklich sehr besondere Steinsammlung zeigt. Fitzke ist ja nicht nur etwas seltsam, sondern auch nicht unbedingt eine erstmal freundliche Erscheinung. Sehr Berlinerisch also. Viel Vergnügen mit dem Clip!

(Hier den YouTube-Kanal des Kinderfilmblogs abonnieren!)

(Fotos und Video: 20th Century Fox)

Trailerschau #6/2014

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Auf Facebook poste ich immer wieder aktuelle Kinderfilm-Trailer; was dabei zusammenkommt, fasse ich hier im Blog nochmal zusammen; und heute gibt es erste bewegte Bilder aus dem nächsten Asterix-Film sowie Trailer zu zahlreichen Animationsfilmen: Der 7bte Zwerg, Home, Die Biene Maja, Ab durch den Dschungel und den zweiten Planes-Film. Darüber hinaus gibt es ein Musikvideo zu Rico, Oskar und die Tieferschatten und einen ersten Trailer zu Mein Freund, der Delfin 2. „Trailerschau #6/2014“ weiterlesen

Interviews: Rico, Oskar und die Tieferschatten

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Heute startet der sehr großartige Kinderfilm Rico, Oskar und die Tieferschatten in den deutschen Kinos (eine ausführliche Lobpreisung habe ich ja bereits geschrieben), Neele Leana Vollmars Verfilmung des nicht minder wunderbaren Kinderbuchs (amazon) von Andreas Steinhöfel.

Vorab habe ich die Möglichkeit gehabt, Andreas Steinhöfel, die Regisseurin Neele Leana Vollmar sowie die Hauptdarsteller_innen Anton Petzold, Juri Winkler und Karoline Herfurth in Berlin zum Interview zu treffen – wir haben übers Berlinern gesprochen, über ihre Lieblingsszenen im Film und darüber, ob man den Film schon kleinen Kindern zumuten kann, darf oder vielleicht sogar sollte. Und natürlich über ihre Lieblingskinderfilme.

Viel Vergnügen!

(Seid gnädig mit mir, es ist mein erstes selbstgeschnittenes Video. Und viele Dinge, die in den Interviews zur Sprache kamen, mussten jetzt wegfallen, weil ich keine Zeit mehr hatte, noch mehr Material einzubinden. Ich hoffe, es gefällt Euch trotzdem!)

(Foto: 20th Century Fox)

Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014)

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Rico ist ein tiefbegabtes Kind – so nennt er sich selbst, weil er sich nicht immer alles so gut merken kann und in seinem Kopf die Gedanken manchmal wie Bingokugeln hin- und herrollen. Aufgeweckt und selbstbewusst ist er glücklicherweise dennoch, trotzdem ist es ein wunderbarer Zufall, der ihn mit Oskar zusammenführt – denn Oskar ist weniger mutig als Rico, dafür aber hochbegabt und kann unter anderem die ersten hundertzehn Primzahlen auswendig aufsagen.

kifife_logo_2014_posEs sind also zwei klassisch gegensätzliche Kinder, die in Andreas Steinhöfels Kinderbuch Rico, Oskar und die Tieferschatten (amazon) aufeinander stoßen – und, wie sich später herausstellt, dies gar nicht so zufällig tun, wie Rico ursprünglich denkt. Aber da ist aus der Geschichte einer seltsamen Freundschaft, erzählt aus den Tagebuchaufzeichnungen Ricos, schon längst zu einer Art Berlinroman für Kinder und einer handfesten Kriminalgeschichte geworden.

Steinhöfel wurde für Rico, Oskar und die Tieferschatten zurecht mit Preisen überschüttet – das Buch ist witzig, einfühlsam, spannend und authentisch. Nicht zuletzt scheint immer wieder durch, dass der Autor selbst zwanzig Jahre lang in der Kreuzberger Dieffenbachstraße gelebt hat, in der auch Rico sein zuhause hat. Und natürlich bedeutet das, dass auch über eine Verfilmung nachgedacht wurde (andere Bücher von Steinhöfel wie Es ist ein Elch entsprungen hat dieses Schicksal bereits ereilt). Im Fall von Rico, Oskar und die Tieferschatten ist daraus ein seltener Glücksfall geworden, der bislang beste deutsche Kinderfilm des Jahres. „Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014)“ weiterlesen