Ratgeber: Ist dieser Film schon was für mein Kind?

fsk-siegel

Das Filmplakat gefällt (wenn man Pech hat, hat das Kind es schon erspäht und für begehrenswert erkoren), auch der Trailer sieht einigermaßen brauchbar aus – aber wie soll ich jetzt bitte entscheiden, ob der Film auch wirklich was für mein Kind ist? Womöglich sogar, als Familie muss man ja praktisch denken, für mehrere Kinder gleichzeitig, die auch nicht gleichaltrig sind? Kann ich meine Achtjährige und den Fünfjährigen mit dem gleichen Kinobesuch zufriedenstellen? Schauen wir doch mal durch die Möglichkeiten hindurch, von der offensichtlichen FSK-Einstufung bis hin zu präziseren, pädagogischen Empfehlungen, die man im Netz zum Filmkonsum für Kinder leicht finden kann.

Jedes Kind ist anders

Das ist natürlich eine triviale Wahrheit, hat mich aber selbst im Lauf der Zeit immer wieder überrascht. So wollte das eine Kind mit vier Jahren unbedingt Die Piraten zu Ende schauen, von dem das andere mit sechs Jahren nicht einmal zehn Minuten aushielt. Kinder sind da unterschiedlich interessiert, emotional nicht alle gleich belastbar und auch von Filmen mehr oder weniger beeindruckt: Wer viel Fernsehen sieht, den wird ein Film im heimischen Wohnzimmer nicht aus der Bahn werfen, aber ein Kinobesuch kann, zumal in Multiplex-Kinos, auch für medienerfahrene Kinder eine ziemlich überwältigende Erfahrung sein.

Jede Empfehlung ist also immer mit einer Prise Salz zu nehmen, denn sie passt nicht unbedingt auf jedes Kind.

Der Goldstandard: Selber gucken

Und so ist es natürlich auch die sicherste Einschätzung, wenn man den Film vorher selbst anschauen kann und dann die eigene Wahrnehmung damit abgleicht, wie das Kind auf welche Erfahrungen reagiert. „Ratgeber: Ist dieser Film schon was für mein Kind?“ weiterlesen

Ratgeber: Wie passen Filme eigentlich in den Familienalltag?

Shaun_Sz6

Ihr kennt das vielleicht: Es ist so etwa sechs, halb sieben, Ihr kramt gerade im Kühlschrank die Bestandteile des zukünftigen Abendessens zusammen, draußen scheint die Sonne, aber anstatt dass die Kinder im Hof den Sandkasten umgraben, kommt die junge Dame herein und erklärt: „Papa, ich will einen Film gucken!“

Film und Fernsehen als bewusste Entscheidung

Bei uns geht es insofern etwas anders zu als in vielen deutschen Familien, als bei uns kein Fernseher greif- und sichtbar herumsteht. Wir haben ihn nach Kind #2 abgeschafft, aber natürlich gibt es ein entsprechendes Gerät, das allerdings in meinem Arbeitszimmer als Zweitmonitor, Fernseher und vor allem Gerät zur Filmsichtung platziert ist.

Mit anderen Worten: Bei uns gibt es (für Kinder wie Eltern) kein Gelegenheitsgucken und keine Fernsehserien am Nachmittag, sondern bewusste Entscheidungen für einen bestimmten Film. Überhaupt kennen die Kinder das lineare Fernsehen nur noch von Ausnahmefällen her (Tierfilme und Sendung mit der Maus bei den Großeltern, neulich mal das erste gemeinsame Fußballspiel. Was waren wir alle aufgewühlt!).

Ist das besser so als die Möglichkeit, sich auch mal einfach vor den Fernseher zu schmeißen? Keine Ahnung. Bei gutem Wetter versuchen wir jedenfalls, mit den Kindern auch nochmal selbst vor die Tür zu kommen, und selbst bei schlechtem Wetter fragen sie jedenfalls nicht als erstes nach einem Film. Aber das Papa öfter ins Kino geht als sie, finden sie schon doof. Da kommt also noch was auf uns zu.

Neunzig Minuten sind zu viel

So oder so aber ist ein ganzer Spielfilm daheim für einen normalen Werktag nach Kita und Schule schlicht zu lang – da soll schließlich noch Zeit zum Toben sein, dann gibt es Essen, stets viel zu kalte Waschlappen und ein warmes Bett. Allenfalls am Wochenende ließe sich da auch mal ein ganzer Neunzigminüter unterbringen – aber auch der ist meiner Erfahrung nach für Kinder unter sechs Jahren einfach noch zu lang, vor allem wenn so viel passiert wie in den meisten neueren Kinderfilmen: Da reicht ihre Aufmerksamkeitsspanne noch nicht.

Wir haben nun verschiedene Strategien entwickelt, Filmgenuss in die wenigen freien Stunden des Tages zu bekommen, ohne dass alles andere darunter leiden muss – und ich bin gespannt, was Ihr davon haltet und wie Ihr es selbst macht. „Ratgeber: Wie passen Filme eigentlich in den Familienalltag?“ weiterlesen